Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


1. Kolumne auf Hauptstadtstudio von Jens Böhme

Die Berlin Kolumne auf Hauptstadtstudio

von Jens Böhme

„Theater, Theater – Der Lappen geht hoch …“, sang Rainald Grebe in einer humoristischen Persiflage den Refrain von Katja Ebsteins Songs „Theater“ nach. Nur geht hier ehrlich gesagt nicht der Lappen hoch, sondern einzig und allein jede einzelne Taste auf der Klaviatur meines Laptops. Genau dann, wenn meine Gedanken den Weg über die Finger gefunden haben und sich auf dem Bildschirm vor mir in Buchstaben generieren.

„Es ist was es ist …“: Ein Theater der Schreiberei, will ich meinen. Gut bei Erich Fried endete der Satz mit „… sagt die Liebe“. Doch es ist eben beides Theater und Liebe; eben die Liebe zum permanenten Theater der Schreiberei. Und die Liebe selbst, zum wem oder was auch immer, gibt es meistens auch nicht ohne Theater.

Keine Vorstellung von einer passenden Vorstellung

Endlich habe ich einen Platz gefunden und beginne meinen Senf in die Welt zu tragen. Na sagen wir nicht gleich in die ganze Welt, sondern direkt ins Hauptstadtstudio. So mancher Hauptstädter, ob nun in New York, London, Paris, Peking oder gar in Nairobi, denkt sicherlich auf seine empfindsame Weise der Nabel der Welt zu sein und dem möchte ich aus egotechnischen Gründen auch nichts entgegenbringen. Seit meiner Ankunft in Berlin laufe ich natürlich im Tagtraum mit einer Fahne in der Hand von Stadt zu Stadt mit der Aufschrift „Ich bin Hauptstädter. Ich bin ein Berliner. Ich bin …“ doch eigentlich bekloppt. Sichtlich stolz in Berlin zu leben, bin ich doch nicht weniger stolz darauf Elbflorenz namens Dresden oder meiner Heimatstadt Meißen entsprungen zu sein. Fakt ist: Hier gibt es einiges zu berichten und das aus meiner ureigenen Sichtweise. Übrigens: Jeder Neu- bzw. Wahlberliner lernt früher oder später den Rainald Grebe Song “Brandenburg” kennen. Für manchen NeuBERLINER mutiert dieses Lied sogar zur heimlichen Hymne.

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, …, Sonntag?

Über was ich mir im Vorfeld alles Gedanken gemacht habe, glaubt man kaum. Problem 1: Wie fange ich an? Problem 2: In welchen Stil soll ich eigentlich meinen wöchentlichen Senf im Hauptstadtstudio kundgeben? Da natürlich alle guten Dinge Drei sind – hier Problem 3: An welchem Tag soll ich nun meine Gedanken, meine Meinung über Berlin, über sonderbare Begebenheiten, aber auch tagesaktuelle Geschehnisse und private Erlebnisse manifestieren? Montag? Dienstag? Mittwoch, Donnerstag, …, Sonntag? Welcher Tag ist dafür am besten prädestiniert? Problem 1 ist gelöst. Der Anfang ist gemacht. Problem 2 hat sich einfach mal ergeben – locker vom Hocker – und Problem 3 erkenne ich, wenn ich den Button „publizieren“ gedrückt habe. Eindeutig erkennbar sollte dann der Wochentag am Anfang der Kolumne dem Leser entgegen prangen. So bleibt mir am Ende meines ersten Textes nur noch zu sagen: „Theater, Theater – Der Lappen geht hoch …“ und mit meinem Senf aus Mitte-Tiergarten direkt „… Rein in die Zauberwelt …“ – Berlins.

(Kolumne „Keine Vorstellung von einer Vorstellung auf Hauptstadtstudio“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)

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