Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


Murmeltiertag „Groundhog Day“ – Und täglich grüßt das Murmeltier

„OK, ihr Faulpelze, raus aus den Federn, … Denn heute ist Murmeltiertag!“

Es ist wirklich Murmeltiertag – Groundhog Day. Heute, jährlich am 2. Februar, gibt es in den USA und Kanada den Murmeltiertag. Ein gar sonderbares Ereignis. So ist beispielsweise die amerikanische Stadt Punxsutawney durch den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ weltbekannt geworden. Im Film von Regisseur Harold Ramis mit den beiden Hauptdarsteller Bill Murray als Phil Connors und Andie McDowell als Rita erlebt der Protagonist immer und immer wieder denselben Tag. Hintergrund der Story ist die Berichterstattung zum Murmeltiertag in Punxsutawney.

Murmeltier (Quelle: pixelio.de / Petra Kress)

Murmeltier (Quelle: pixelio.de / Petra Kress)

Der Murmeltiertag „Grounhog Day“ mit seiner Vorhersage, den es übrigens schon seit 1887 in Punxsutawney gibt, geht auf deutsche Einwanderer zurück. Wer hätte das gedacht? So ist der Ursprung auf eine alte Bauernregel zurück zu führen und zwar zum Lichtmesstag am 2. Februar, die da lautet:

„Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird’s ein langer Winter sein.“

Einen langen Winter, das will natürlich keiner haben. Trotzdem wird gewissen Tagen immer eine Art Orakel zugesprochen und die Menschen lassen sich darauf ein es zu glauben oder auch nicht. Interessanterweise war damals das Murmeltier kein Murmeltier, sondern ein Igel. Wenn dieser besagte Igel seinen Schatten sah, dann wurde es kalt. Zurück zu führen ist dies darauf, dass Tiere in der Vergangenheit als Prognostiker herhalten mussten, wie zum Beispiel bei den Kelten. Bei ihnen gab es im fünften Jahrhundert Bären und Murmeltiere zu beobachten, die zum Spätwinter aus ihren Höhlen und Behausungen krochen. Als sie ihren Schatten erblickten, erschraken sie sich derart, dass sie sich rasch wieder zurückzogen. Den spontanen Rückzug der Tiere in die Höhle assoziiert dann wohl der Mensch als zurück ins warme Stübchen, da es draußen noch ein Weilchen kalt bleiben wird. Das zu mindest könnte jetzt augenscheinlich interpretiert werden.

Murmeltiertag in eigener Sache

Irgendwie war mir das noch nie so bewusst. Murmeltiertag. Dieser ganze Hintergrund ist mir noch nie so zu Ohren gekommen und ich kannte den Murmeltiertag wie die meisten wahrscheinlich auch nur aus dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Nun, ich muss zugeben, eine Kollegin erwähnte diesen Fakt am Vortag so ganz nebenbei. Ich war jedoch für diesen Fakt sofort Feuer und Flamme und nahm mich der Geschichte an. Sogleich fiel mir auch ein …

…, dass ich einmal für eine Werbeagentur in einem Copytest (jene Tests für eine Bewerbung mit kreativen Auswüchsen) meinen Lieblingsfilm beschreiben sollte. Es gab vier Aufgaben. Die Headline, Die Copy, Der Funkspruch, Der TV-Spot und Der Claim. Beim Test „Die Copy“ war folgendes gefordert: „Du hast einen Lieblingsfilm? Dann gib uns eine kurze knackige Beschreibung, warum wir diesen unbedingt anschauen sollten!“ Ich hatte die ganze Zeit einen Klappentext, eine Art Coverbescheibung vor mir. Kurz und knackig – darüber lässt sich streiten. Aber dreimal darf der Leser jetzt raten, was wohl mein Lieblingsfilm war:

Richtig – Und täglich grüßt das Murmeltier … und hier folgt mein Text:

„Diesen Urlaubstag bitte noch einmal. Und diesen schrecklichen Tag von gestern, der kann gestrichen werden. Was aber ist, wenn ein ganz alltäglicher Tag, der gar nicht so alltäglich ist, einem am nächsten Tag in gleicher Weise wieder begegnet? Wenn alles haargenau so passiert wie am Tag zuvor. Wenn nur die eigenen Entscheidungen den Lauf der Dinge beeinflussen und die Gegebenheiten verändern. Dann …, ja dann haben Sie vielleicht einen schlechten Keks gegessen und waren auf der falschen Party. Möglicherweise auch das Wort Dèjà-vu zu viel im Duden nachgeschlagen oder schlichtweg ein richtiges Problem. Im besten Fall sind Sie der Darsteller des Film selbst und haben nur das Drehbuch zu befolgen und ihre Wirklichkeit ist wie eh und je linear. Aber die Wirklichkeit von Phil (Bill Muray) ist anders, durchaus linear, aber eine Kopie des vorhergehenden Tages, der immer wieder in derselben Schleife endet. Früh am Morgen dasselbe Lied im Radio, stets die gleiche Stadt, die altbekannten Gesichter, die gleichen Probleme, aber zum Glück auch die kleinen Freuden des Alltags. Trotz dieser Tristesse, was könnte man nicht alles ausprobieren und so mancher Fehler ginge dadurch auch wieder rückgängig zu machen. Doch jede Medaille hat immer zwei Seiten, denn da ist ja noch die Liebe. An einem Tag die Frau seiner Träume überzeugen, dass man sie liebt … wenn Sie diesen Film nicht gesehen haben, fehlt Ihnen die Sicht auf ein ganz spezielles Universum.“

Heute … heute ist Mittwoch und heute ist Murmeltiertag „Grounhog Day“. Na dann bin ich mal gespannt, ob ich am Donnerstag mit denselben Song im Radio aufwache, wie heute Morgen. Selbst wenn ich mit Sonny und Cher mit „I got you, babe“ aufwache oder es zur gleichen Zeit höre, dann sollte mich das schon irgendwie stutzig machen!

Kinotrailer zum Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“

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2 Kommentare so far
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ich konnte heute keine wiederholung des gestrigen radiosongs feststellen. aber für mich ist jeden tag murmeltiertag, weil ich jeden tag nach dem aufwachen unbeschadet den weg vom bett ins badezimmer finde! das ist schön!

Kommentar von Ando

In „The Washington Post“ steht: „[…] Phil means ‚there will be an early spring‘ [….]“.

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2011/02/02/AR2011020203650.html

Das Murmeltier hat keinen Schatten gesehen und daher wird es einen frühen Frühling geben.

Gute Aussichten? Nun ja, wenn wir uns die Quote von Phil (siehe Wikipedia-Link) ansehen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, das seine Aussage zutrifft, dann ist Punxsutawney Phil mit 37 Prozent nicht gerade zuverlässig.

http://de.wikipedia.org/wiki/Groundhog_Day

Aber ganz ehrlich: Es ist schom mal gut, dass ein früher Frühling vorausgesagt wurde.

Kommentar von Jens Böhme




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