Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


Zitate aus Kurt Tucholskys Roman „Schloß Gripsholm“

Schloß Gripsholm und Rheinsberg von Tucholsky

Eine Erzählung von Kurt Tucholsky besitzt den Titel Rheinsberg – Ein Bilderbuch für Verliebte kurz: Rheinsberg. Mit diesem Text trat Tucholsky an die literarische Öffentlichkeit. Bisher nur als Publizist bekannt vor allem unter seinen berühmten Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.

Kleiner Reisetipp in Berlins Umgebung

Schloss Rheinsberg

Schloss Rheinsberg

Und weil wir gerade auf dem Weg vom Schloss-Hotel Gross Plasten nach Berlin waren und Zeit hatten, kam es letztes Jahr im Sommer zu einem kurzen Abstecher zu eben diesem berühmten Schloss in Rheinsberg. Nach einem Bummel durch das Schloss und die Umgebung war natürlich für mich Pflicht auch dem Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum einen Besuch abzustatten, wo Kurt Tucholskys Leben und Wirken ausführlich dokumentiert wird. So kaufte ich mir anschließend im Shop das Taschenbuch aus der Fischer Edition Schloss Gripsholm – Rheinsberg von Kurt Tucholsky und genoss die Lektüre. Ich begann nebenbei lustige, interessante und bissige Zitate zu notieren.

Zitate aus dem Text Schloß Gripsholm

Schloss Rheinsberg - Kurt Tucholsky Literaturmuseum

Kurt Tucholsky Literaturmuseum Schloss Rheinsberg

Alle hier aufgeführten Zitate stammen aus: Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm – Rheinsberg, Fischer Taschenbuch Verlag, 2008.

„Ei ist Ei, sagte jener – und nahm das größte.“ (Seite 56)

„[…] ach du liebes Gottchen, behüte unser Lottchen, vor dem Hunger, Not und Sturm und vor dem bösen Hosenwurm. Amen.“ (Seite 25)

“Man kann den Hintern schminken, wie man will”, sagte Karlchen, „es wird kein ordentliches Gesicht daraus.“ (Seite 82)

„Ich lege meine Hand hinüber, auf die Schlafende. Sie seufzte leise und veränderte ihre Lage. Schön ist Beisammensein. Die Haut friert nicht. Alles ist leise und gut. Das Herz schlägt ruhig. Gute Nacht, Prinzessin.“ (Seite 37)

„Zwischen Bett und Tür überlegte ich, wie es doch zwischen Mann und Frau Morgen-Augenblicke gibt, da hat es sich mit der Liebe ausgeliebt. Sehr entscheidende Augenblicke – wenn die gut verlaufen, dann geht alles gut.“ (Seite 41)

„[…] Wie weit ist es von einem Mann zu einer Frau! Aber das ist schön, in eine Frau wie in ein Meer zu tauchen. Nicht denken … Viele von ihnen haben Brillen auf, sie haben es im eigentlichen Sinne des Wortes verlernt, Frau zu sein – und haben nur noch den dünnen Charme. Hol ihn der Teufel. Ja, wir wollen wohl ein bißchen viel: kluge Gespräche und Logik und gutes Aussehen und ein bißchen Treue und dann dieser nie zu unterdrückende Wunsch, von der Frau wie ein Beefsteak gefressen zu werden, daß die Kinnbacken krachen … […]“ (Seite 26)

„Whiskey macht sorgenfrei. Ich kann mir schon denken, daß sich damit einer zu Grunde richtet.“ (Seite 56)

„Die Stille wölbte sich über uns wie eine unendliche Kugel. In diesem Augenblick war jeder ganz allein, sie saß auf ihrem Frauenstern, und ich auf einem Männerplaneten. Nicht feindselig … aber weit, weit von einander fort.“ (Seite 61)

„Man denkt oft, die Liebe sei stärker als die Zeit. Aber immer ist die Zeit stärker als die Liebe.“ (Seite 67)

„Wenn einer nichts zu tun hat, dann holt er die anderen, und dann machen sie eine Konferenz.“ (Seite 87)

„Wer seine Braut zu seinem Weibe macht“, sagte Karlchen, „der soll auch sein Weib zu seiner Braut machen!“ (Seite 74)

„[…] Peter! Peter! Wie ist es mit dem Leben! Erzähl schnell, wie es mit dem Leben ist! Nein, jetzt sage nicht wieder deine unanständigen Wörter … die weiß ich allein. Wie ist es? Jetzt gleich will ich es wissen!“ – Ich so den bitteren Geschmack aus einem trockenen Zweig mit Fichtennadeln. „Erst habe ich gemerkt“, sagte ich, „wie es ist. Und dann habe ich verstanden, warum es so ist – und dann habe ich begriffen, warum es nicht anderes sein kann. Und doch möchte ich, daß es anders wird. Es ist eine Frage der Kraft. Wenn man sich selber treu bleibt …“ (Seite 44)

Zu guter Letzt eine Ansage als Zitat im Roman über Berlin:

„Immer ist etwas. Immer klopfen sie, oder sie machen Musik, immer bellt ein Hund, marschiert jemand über deiner Wohnung auf dem Kopf herum, klappen Fenster, schrillt ein Telephon – Gott schenke uns Augenlider.“ (Seite 56)

Mit Sicherheit lässt sich in diesem Text noch viel mehr entdecken …

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