Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


Anekdote: REWE Sonntagsbrötchen

Gut gekontert – Dialog mit REWE-Kassierer zum Thema Sonntagsbrötchen

Sonntagsbrötchen bei REWE

REWE Sonntagsbrötchen

Stehe Donnerstagmorgen bei REWE in der Chausseestraße Berlin an der Kasse.

Bin der einzige Kunde. Durchaus Zeit für eine Kassenkurzkonversation.

Der Kassierer tippt den Kauf meiner beiden Brötchen ein.

Auf dem Display erscheint:

2 Sonntagsbrötchen

Belustigt lese ich laut:
„Zwei Sonntagsbrötchen – Wenn man es wörtlich nimmt, dürften die ja heute gar nicht im Angebot sein.“

„Na wir haben ja sonntags nicht auf, also gibt es diese Brötchen die Woche über.“

Kurze Pause.

„Und! Sie könn ja die Brötchen bis zum Sonntag aufheben. Dann hamm’se auch Ihre korrekten Sonntagsbrötchen.“

Schnell gekontert, kassiert er lachend. Ebenso lachend, bezahlte ich.

„Das ist wohl wahr!“

Die Situation noch in Gedanken verließ ich mit einem Grinsen den Supermarkt.

So kann der Arbeitstag durchaus beginnen …

Weitere Anekdoten auf diesem Blog:

Anekdote: Berliner Sommer

Anekdote: Gehört und mitgeschrieben – Dialog zweier Frauen

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Anekdote: Berliner Schnauze auf der Rolltreppe am Alexanderplatz … „Kommt macht hinne …“

Auf der Rolltreppe in Berlin

Auf der Berliner Rolltreppe - Füße, die warten

Auf der Berliner Rolltreppe – Füße, die warten

Alexanderplatz. Touristen über Touristen. Der Berliner erkennt sie, vor allem auch auf der Rolltreppe. Alexanderplatz, am frühen Abend, lassen wir es 18:45 Uhr sein. Auf der Rollstreppe stehend, höre ich die S-Bahn einfahren. Als Berliner kennt man das Geräusch und weiß: Jetzt habe ich nur noch ein kurzes Intervall, um diese S-Bahn noch zu bekommen. … Hmmm, ist meine S-Bahn, auf meiner Seite, denke ich und es stehen so ein-zwei-drei Pärchengrüppchen vor mir. Die Hälfte mit Sicherheit Touristen. Geht ja nix vorwärts hier. Die stehen dann nebeneinander, kucken hier, schauen da, unterhalten sich entspannt. Der Berliner hat stattdessen „Hummeln im Arsch“. Die Rolltreppe rollt, doch nicht schnell genug. Ich dämmere leicht auf der linken Seite und würde gern vorbei, weil ich nicht auf die nächste S-Bahn warten will. Obwohl, das muss ich mal sagen, die S-Bahnen vom Alexanderplatz im 3 bis 5 Minuten-Takt in der Hauptzeit des Pendelverkehrs fahren. Schon ne tolle Leistung! … Sagste was, denke ich, aber beschließe keinen Stress zu machen. Eine Sekunde später, erschallt es von einem Typen von der Mitte der Rolltreppe, total laut und völlig rotzig:

 „Kommt macht hinne, wir haben nich alle hier Urlaup!“

Urlaub wurde dabei mit einem harten „p“ ausgesprochen, um der Dringlichkeit Ausdruck zu verleihen. Ist irgendwie ein ungeschriebenes Rolltreppen-Gesetz in der Hauptstadt: Rechts stehen, links gehen! Das lernt der Berlinbesucher relativ schnell. Manchmal durch „Entschuldigen Sie bitte!“ oder eben durch die wahre „Berliner Schnauze“.

Zeichen auf der Berliner Rolltreppe

Zeichen auf der Berliner Rolltreppe – Eines fehlt: Nicht nebeneinander stehen! 😉

„Kommt macht hinne, wir haben nich alle hier Urlaup!“

So stand ich dann doch noch rechtzeitig in meiner S-Bahn Richtung Hauptbahnhof an der Tür. Die rote Signallampe leuchtete und der bekannte S-Bahn-Ton ertönte. Ich schaute hinaus und grinste den Nich-Alle-Hier-Urlaup-Typen an, der es auch noch huschend in den Nachbarwaggon schaffte. Der wunderte sich bloß im Vorbeihuschen warum ich ihn so angrinste.

Denn: Für ne richtsche Berliner Schnauze war dit wohl ne janz normalä Ansache.



Anekdote: Berliner Sommer

Es folgt eine kleine Anekdote aus dem Berliner Wrangelkiez …

Berliner Sommer – Anekdote

von Jens Böhme

An einem Freitag im August.

Ein überraschenderweise äußerst heißer Tag, was ja bisher in diesen Sommer in Berlin äußerst selten vorkommt.

Sitzen beim Inder Amar Ecke Schlesische Straße/Falckensteinstraße draußen im Schatten. Es ist heiß, sehr heiß – eigentlich sauwarm, aber die Menschen erfreuen sich des Wetters. Man setzt uns schon die Vorsuppe vor die Nase.

Plötzlich hält in der Straße, nicht weit von uns, ein Müllauto der Städtischen Reinigung. Ein mieser Gestank, ein wirklich übelriechender Gestank breitet sich aus. Die Leute hören auf zu essen, wir beginnen erst gar nicht. Die Gesichter sprechen Bände verschiedener Gestankwahrnehmungstufen von „ich hab Schnupfen“ bis zu „kotzübel“.

Plötzlich läuft ein Yuppie-Pärchen vorbei: „Ohhh – es riecht nach Sommer!“

Anekdote: Dialog zweier Frauen

Literaturtipp: Der Tausendfüßler – Jens Böhme (Roman)



Überraschung in der Mittagspause – Visitenkarte mit Jens Böhme

Ein Königreich für asiatisches Essen – Und immer wieder 50 H!

Nun, ein Königreich muss es nicht gleich sein, aber ein paar Euros habe ich schon da definitiv gelassen und nicht nur bei „Chung – asia street kitchen“. Auch bei den Imbißbuden am Hauptbahnhof gegenüber dem Nordeingang am Europaplatz. Und auch bei … so manch anderem asiatischen Restaurant und Imbiß in Berlin, Köln, Meißen, Dresden … da wo es eben möglich ist der fernöstlichen Küche zu frönen. Ganz ehrlich, wenn ich wählen kann, dann entscheide ich mich bewusst und immer wieder für die asiatische Küche. Ich liebe Asia-Essen, ich liebe Shusi, ich liebe Bratnudeln, ich liebe 50 H. Irgendwann komme ich sicherlich annähernd in den pekunkären Bereich, dass mich das ganzen ein wohl doch ein Königreich gekostet hat. Aber das war es wert!

50 H – Bratnudel mit Hühnerfleisch ist jetzt 51 H

Was ist denn 50 H? Dieses Angebot gibt bzw. gab es bei unserem Asi-Stammrestaurant „Chung – asia street kitchen„, gleich um die Ecke, nahe der Arbeit im Wrangelkriez Berlin Kreuzberg. 50 H – eine Abkürzung – hat sich nach einem kleinen Umbau innerhalb der Lokalität und dem optischen Launch in Sachen Angebot, Speise- und Visitenkarte zu 51 H transformiert. 50 H, das ist das Gericht „Bladnudeln mit Ünerfleisch“ (Bratnudeln mit Hühnerfleisch). Bohh ehh, könnte ich mich da reinlegen. Auch wenn es jetzt 51 H heißt, wird es bei uns immer der interne Runnig-Gag „Heute wieder 50 H!“ bleiben.

Die Visitenkarte des Asia-Restaurants – Vorderseite

Visitenkarte Vorderseite - chungasia.de

Visitenkarte Vorderseite – chungasia.de

Überraschung auf der Visitenkarte des Restaurants „Chung – asia street kitchen“

Dieser Artikel wäre keine wirkliche Anekdote, wenn es nicht eine sonderbare und höchst lustige Pointe zu meinem Ernährungsverhalten geben würde. Als ich letzte Woche eine 51 H zum mitnehmen bestellt habe, am Tresen stand und kurz warten musste, nahm ich mir eine der ausgestellten Visitenkaren zur Hand. Kann nicht schaden eine mitzunehmen, dachte ich mir. Nachdem ich die Rückseite der Visitenkarte begutachtete, betrachtete ich das Restaurantambiente mit Auquarium und den Sitzmöglichkeiten. Sofort kamen mir diverse Personen bekannt vor und eine Person davon war: Ich! Jens Böhme auf der Visitenkarte von „Chung – asia street kitchen“, das ist ja cool. Ich bin quasi eine Werbefigur auf einer Visitenkarte. Okay, ich will es jetzt nicht übertreiben, aber visueller Werbepate bin ich dann doch.

Die Visitenkarte Rückseite – Suchbild – Wo ist  ist der Jens, such den Jens, na wo ist er denn?

Visitenkarte Rückseite – chungasia.de

Dunkel kann ich mich daran erinnern, dass wir uns an einem Märztag zu Mittag, nicht wie sonst weiter hinter auf den Stammplätzen saßen, abgeschottet in einer Nische, sondern uns direkt im vorderen Restaurantbereich platzierten. Es war auch sehr voll an jenem Tag und ein Fotograf stand genau da am Tresen, wo ich just in diesem Moment die Visitenkarte, in de Hand hielt. Ein zwei Blitze nahm ich wahr – okay, jetzt werden ein paar Restaurantfotos geschossen, habe ich mir damals gedacht. Warum auch nicht, das ist legitim. Die Frage, wo die Bilder Anwendung finden würden, kam zwar auch auf, verwarf ich aber schnell wieder, da es zu diesem Zeitpunkt sowieso nicht (noch nicht) nachvollziebar war. Heute gibt es jedoch das Ergebnis und den eindeutigen Fotobeweis auf meinem Blog „Der Taußendfüßler“ und ich finde es einfach nur witzig. Fairerweise wurden die Gesichter – wie es sich gehört – gepixelt; sind also leicht verschwommen. Aber in diesem Kontext hätte ich sowieso kein Problem damit gehabt. Die Geschichte jedenfalls ist ein lustige Story, wer kann das schon von sich behaupten sich auf einer Visitenkarte in dieser Art und Weise wieder zu finden?

Die Visitenkarte Rückseite – Auflösung des Suchbildest „Wo ist Herr Böhme?“

Visitenkarte Rückseite - chungasia.de - Suchbild

Visitenkarte Rückseite – chungasia.de – Suchbild

Vermeintliche „Asia-VIP-Karte“ 😉 und „Max Mustermann-Vistenkarten-Model“

Bei meinen Kollegen und Freunden avancierte diese Restaurant-Anekdote zu einem heiden Gelächter. Auch im Freundeskreis gab es lustiges und überraschendes Gemurmel. Sprüche „Jetzt hast’e aber eine Asia-VIP-Karte!“ oder „Max Mustermann-Model“ für Visitenkarten wurden ganz schnell laut. Ich muss zugeben, dass ich diese ganze Geschichte äußerst kurios und entzückend finde. Ein echter Grund, neben den leckeren Spreisen, öfter das Restaurant  aufzusuchen. Na, wenn das mal keine knallharte Kundenbindung ist? Eine 50 H bitte, äh, ich meine eine 51 H …

Zur Online Speisekarte und zur Bestellung online bei „Chung – asia street kitchen“ geht es hier!

  • Das ganze Bild der Visitenkartenrückseite gibt es auf der Webseite unter Kontak zu sehen.


Anekdote: Männliches Interesse an Literatur

Wahre Anekdoten – gehört und mitgeschrieben

Männliches Interesse an Literatur

Frau und Mann liegen gemütlich in der Badewanne. Die Frau liest ein Buch, der Mann interessiert sich nicht wirklich für Literatur und wenn, dann doch eher für technische Fachbücher. Die Frau ist gerade in das Buch von Daniel Kehlmann „Die Vermessung der Welt“ vertieft, während der Mann gedankenverloren die entspannte Atmosphäre der Badewanne genießt.

Nach ca. zehn Minuten fällt der Blick des Mannes auf den Buchtitel.

Mann: Hey Du?

Frau: Ja?

Mann: Sag mal … seit wann interessierst Du Dich eigentlich für Landkunde und Geografie?

Frau: Typisch. Das ist mal wieder typisch. (sie schüttelt den Kopf und liest grinsend weiter)

Bei genauerer Betrachtung ist Daniel Kehlmanns Roman dann doch wohl kein Schulbuch im Sinne klassischer Geografie.

Stiftung Lesen – stiftunglesen.de



Anekdote: Gehört und mitgeschrieben – Dialog zweier Frauen

Dialog zweier Frauen

„Männer sind auch nicht mehr das,

was sie mal waren!“

„Waren sie überhaupt einmal irgendwas?“

Dialog von zwei Frauen,

denen nicht die Tür aufgehalten wurde.

Berlin, 10. Februar 2005 (Jens Böhme)


Literaturtipp: Der Tausendfüßler – Jens Böhme (Roman)



Tagebuchauszug: 16. Februar 2007

Berlin, 16. Februar 2007

Fuhr ich doch Richtung Kochstraße in der U-Bahn unter der Friedrichstraße, um dort Sushi zu holen für den gemeinsamen Abend in unserer WG.

Steigt doch zwei Stationen vorher wieder ein Obdachloser in den Waggon ein und beginnt seine Rede. Schon als ich ihn einsteigen sah, dachte ich mir genervt:

Jetzt geht schon wieder die alte Leier los.

Doch!

Nach dem typischem „Hallo, ich …“, ging er witzig über zu „…ich nehme auch Diamanten, Brillianten, Aktienpapiere, Kreditkarten …“ Die Leute in deren Gesichter ich das Gleiche las, was ich zuvor dachte, fingen an zu grinsen. „Ein bisschen Spaß muss sein“, fuhr er fort, „unterstützten Sie meine ICH-AG. Angie, unsere Angie, mit der ich gestern telefoniert habe, macht das auch …“

Einige der Leute mussten daraufhin richtig lachen, aber leider gab keiner von ihnen etwas. Ich muss gestehen, ich auch nicht. Bin derzeit zu knapp bei Kasse, um hier und da den Fragenden etwas zu geben und hatte  auch just in diesem Moment kein Kleingeld dabei. Die „Angie“ ist sicherlich nicht – knapp bei Kasse -, obwohl sie ja den begehrtesten ICH-AG-Job in Deutschland hat, den es zu vergeben gibt:

Nämlich „Bunte-Kanzlerin“ … wie der Obdachlose noch am Schluss erwähnte bevor er uns dann wieder verließ.