Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


Interview mit dem Berliner Comic-Zeichner MAWIL zu seinem Buch „KINDERLAND“

„Kinderland“ erhielt Max und Moritz-Preis

MAWIL – diese 5 Buchstaben stehen für einen der versiertesten Comic-Zeichner Deutschlands. Comic’s von ihm wie zum Beispiel „Wir können ja Freunde bleiben“, „Die Band“, „Action Sorgenkind“ oder das DDR-Buch „Kinderland“ erschienen beim Verlag REPODUKT und im Ausland. Der Berliner Comic-Zeichner mawil lehrt als Dozent für das Goethe-Institut oder an der BTK, zeichnet für Magazine und Zeitungen wie den Tagesspiegel in Berlin. Außerdem kann man ihm als Fan auf seinen Ausstellungen begegenen, die jeder Besucher seiner Webseite auf mawil.net nachlesen kann.

Kinderland (Klappentext): Ostberlin im Sommer 1989: Mirco Watzke steckt in der Klemme. Der sonst so vorbildliche Schüler der Klasse 5a hat Ärger mit den blöden FDJlern, und der Einzige, der ihm dabei helfen kann, ist ausgerechnet dieser unheimliche Neue aus der Parallelklasse …

Interview mit Comic-Zeichner mawil

Cover Kinderland mawil

Kinderland von mawil

Hallo MAWIL! Ich grüße Dich und freue mich sehr, dass Du für das 10-Fragen-Interview für mein Literaturblog „Der Tausendfüßler“ zu Deinem Comic-Buch „Kinderland“ zur Verfügung stehst.

Du beschreibst ja sehr passend und mitunter genau den Alltag der Kinder & Jugendlichen in der DDR. Ich bin selbst 77er Jahrgang und kann im Buch viele Parallelen zu meiner eigenen Kindheit ziehen und vor allem passen einige Szenarien wie die Faust auf’s Auge. Ich hatte stets das Gefühl in meiner eigenen Vergangenheit wieder präsent zu sein. Viele Erinnerungen, die ich längst vergessen hatte oder die nur selten zum Vorschein kommen, waren plötzlich wieder da.

Gratulation zu diesem Buch und auch den dafür 2014 erhaltenen Max und Moritz-Preis in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Comic“.

Jens: Wie bist Du eigentlich auf den Titel „Kinderland“ gekommen?

MAWIL: Mir war ziemlich schnell klar, dass ich nie DAS ultimative DDR-Comic zeichnen kann. Jeder hat ein anderes Land mitbekommen -es gab ja so viele Nischen- und mehr oder weniger gelitten, ich selber hab dort sowieso nur die Kindheit erlebt. Da wollte ich mich dann lieber auf diese Zeit konzentrieren, die ich wirklich kenne und dann fiel mir zum Glück die berühmte Gerhard-Schöne-Platte „Lieder aus dem Kinderland“ ein. Die hatte ja neben Lakomys „Traumzauberbaum“ jeder.

Berlin-Mitte und der Pionierknoten Szene aus Kinderland von mawil

Berlin-Mitte und der Pionierknoten Szene aus Kinderland von mawil

Jens: Du hast ja viele typische DDR Szenarien beschrieben wie zum Beispiel das SERO-Altstoff-Sammeln. Hast Du damals auch selbst gesammelt und kennst Du noch den Trick beim Altpapier nasse Zeitungen in das Bündel zu legen, damit es schwerer wird und ein paar Pfennige mehr rüber kommen?

MAWIL: Nee, den Trick kannte ich noch nicht, aber so im Nachhinein holt jeder noch die verrücktesten Anekdoten aus dem Ärmel, wie man sich an dem Staat gerächt oder sich das Notwenigste organisiert hat. Kein Wunder, dass dieser Sozialismus nicht funktionieren konnte.

Tischtennis-Szene Kinderland mawil

Tischtennis-Szene aus Kinderland von mawil

Jens: Tischtennisplatte und 2-Sterne-Bälle – Tischtennis spielt eine elementare Rolle in Deinem Buch. Hast Du selbst früher viel Tischtennis gespielt? Warum hast Du das Spiel so in den Vordergrund gerückt? Spielst Du heute noch?

MAWIL: Es gab ja im Osten nur zwei Sportarten. Fußball für die Kinder ohne Brillen und Tischtennis für die Kinder mit. Und Tischtennis war so die einzige Sportart, in der ich einigermaßen mithalten konnte, ja sogar auch mal kleine Triumphe feiern konnte. Ich spiele auch heute noch, selten aber regelmäßig und als der Verlag mit der Idee für ein DDR-Comic auf mich zu kam, wollte ich eigentlich gerade eher eine Tischtennis-Manga-Saga schreiben. Ist es ja dann auch irgendwie geworden. Man muss schon etwas selbst erleben, wenn man über die Leidenschaft berichten will.

Fahnenappell-Szene aus Kinderland von mawil

Fahnenappell-Szene aus Kinderland von mawil

Jens: Du warst doch sicherlich auch Jungpionier? Die Szene mit dem Fahnenappell kennt wohl jeder aus der DDR-Zeit und der Schulzeit. Wie war Dein Verhältnis zur Kirche, kann man dieses von Deinem Protagonisten „Mürgo“ ableiten?

MAWIL: Die Kirche war auf jeden Fall ein Ort, an dem man damals interessante Leute getroffen und sich auch in fremden Gemeinden schneller wohl gefühlt hat, als auf einem fremden Schulhof. Ich bin da durch meine Eltern reingeboren, wurde aber auch zu den Jungpionieren gesteckt. Sicherheitshalber.

Berliner Mauer - Szene aus mawils Kinderland

Berliner Mauer-Szene aus mawils Comic Kinderland

Jens: Warst Du selbst im Gruppenrat tätig? Ich gestehe, ich war sehr oft „Wandzeitungsredakteur“. Was bedeutete damals für Dich Jungpionier zu sein?

MAWIL: Ich hab mich so mitschleifen lassen vom Kollektiv. Es war halt lästige Pflicht, eine langwierige Zeremonie mehr neben den sonntäglichen Gottesdienstbesuchen. Kinder kann man mit sowas nicht begeistern. Quatschmachen mit den anderen Kids, vorher und nachher, war das einzig Lohnende.

Jens: Ist die Gruppenratsvorsitzende „Angela Werkel“ zufällig eine Anspielung auf die Kanzlerin?

MAWIL: Was? Nein! Das ist reiner Zufall, dass die so heißt. Wie kommst du denn darauf?

Kinderland Diskcoszene

Diskoszene 80er Jahre

Jens: Was haben die Winnetou-Filme für Dich bedeutet? Da gibt es ja auch eine ganze Doppelseite zu diesem Thema in Deinem Buch, die letztlich auch grundlegend entscheidend für das Ende des Buches – für „Kinderland“ –  und letztlich das Ende der DDR ist.

MAWIL: Die Indianer waren die Helden der DDR. Eine großartige Gelegenheit Westernfilme zu zeigen und zu drehen, denn da ging‘s es ja im Prinzip auch um den Kampf des Volkes gegen den Imperialismus oder wie man das erklärt hat. Außenseiter, Verlierer und Underdogs gingen immer. Egal, ob das nun Alfons Zitterbacke, Che Guevara oder die Olsenbande waren.

FKK-Szene Kinderland von mawil

FKK-Szene Kinderland von mawil

Jens: Wie schon erwähnt, erinnern viele Szenen und vor allem auch Gegenstände in den Bildern an die Zeit vor dem Mauerfall wie zum Beispiel die FKK-Szene oder die Kaubelei zur Tischtenniskelle aus dem Westen oder Honecker-Bild in der Schule, der ASV-Anzug bei Herrn Plagwitz, HO, Muttiheft oder das Magazin Sputnik unter dem Arm von Herrn Maiwald, u.v.a.
Kanntest Du dies alles auch selbst oder hast Du diese Szenen und Symbole als Stereotype für die Zone einfach in den Roman mit aufgenommen?

MAWIL: Ich hätte am liebsten noch viel mehr aufgenommen und hab jahrelang Ideen gesammelt, Sachen die mich sicher in meiner Kindheit geprägt haben, aber irgendwann passte nichts mehr rein. Das Ganze sollte ja nicht nur ein Abfeiern von Wiedererkennungen sein, sondern auch noch ein bisschen Geschichte und Drama beinhalten.

HO Kaufhallen-Szene aus Kinderland mawil

HO Kaufhallen-Szene aus Kinderland von mawil

Jens: Wie waren Deine Eindrücke, als Du zum ersten Mal im „Goldenen Westen“ warst?

MAWIL: Das kann man, glaube ich, ganz gut in dem Buch sehen. Das ist ja insgesamt vielleicht nur zu 30 % autobiografisch, aber die Mauerfallszene ist so ziemlich 1:1, wie es unserer Familie damals erging.

Im Westen Kinderland-Szene von mawil

Im Westen Kinderland-Szene von mawil

Jens: Wie lange brauchst Du für eine Seite bzw. Doppelseite? Und wie lange hast Du für „Kinderland“ gebraucht?

MAWIL: Normalerweise zeichnet man an einer Seite (Schwarz-Weiß-Zeichnung plus Ausmalen) einen Tag. Das Ausdenken davor lässt sich dagegen schwer planen. Ganz lange dauern Entscheidungen, die gefällt werden müssen. Da hat man immer Angst, die falschen zu treffen und dann womöglich 50 Seiten umsonst gezeichnet zu haben. Und wenn man von vorneherein weiß, dass es ein langes Buch wird, welches ganz lange dauern wird und es keinen Unterschied macht, ob man nun heute oder morgen damit anfängt, dann dauert es noch viel länger, als man eigentlich dachte, dass es lange dauert. So zum Beispiel bei Kinderland – 6 Jahre.

Jens: Ich danke Dir für das Interview und noch viel Erfolg bei Deinen weiteren Projekten.

MAWIL: Danke auch!

Den Comic Kinderland gibt es hier.

Weitere interessante Interviews auf diesem Blog:

Fragen an Trommelfloh – Interview mit Kinderliedermacher Maxim Wartenberg

Alle Interviews auf Der Tausendfüßler

(Bilder: Vielen Dank, MAWIL!)



Fragen an Trommelfloh – Interview mit Kinderliedermacher Maxim Wartenberg

Der Tausendfüßler trifft auf den Trommelfloh

Wenn sich zwei Gesellen wie der Trommelfloh und der Tausendfüßler treffen, dann gibt einiges zu bereden. Der eine schreibt, der andere singt. Wobei Maxim Wartenberg auch als Texter tätig ist und mit seinen Liedern vielen Geschichten eine Stimme gibt.

Maxim ist Produzent und Kinderliedermacher und selbst Vater von 5 Kindern. Als Sozialpädagoge und Theatermusiker mit Schwerpunkt musikalische Kulturarbeit weiß er seine kleinen Fans immer zu begeistern. Maxim schreibt Songs für Kinder und Familien. Bei seinen Konzerten bindet er dementsprechend auch immer die Eltern mit ein. Papa trägt beim Kamellied“ den Nachwuchs auf den Schultern und Mama singt lauthals mit, wenn er sie in seinem Song „Mama ist nicht da“ in den Kurzurlaub schickt. So geht es beim Trommelfloh und seiner Musik hauptsächlich um den ganz normalen „Wahnsinn“ des Familienalltages.

Fans mit Maxim Wartenberg und seinem Trommelfloh

Maxim Wartenberg und sein Trommelfloh mit Fans

LANGEWEILE ADE – heißt die aktuelle CD von Maxim Wartenberg und seinem Trommelfloh.

Mit und für Familien zu singen, das ist seine Welt. Ebenso die ganze Familie in Bewegung zu setzen, um das gemeinsame Erlebnis in den Mittelpunkt der Konzerte zu stellen. Seit 2003 sind so 6 Trommelfloh Studio-Alben entstanden. Mit seinen Liedern spricht Maxim Wartenberg sowohl Vorschulkinder an, beispielsweise mit „Fußlied“ auf dem Album „Träume, Monster und ich mittendrin“, als auch Schulkinder, wie beispielsweise „Hausaufgabenmaschine“ auf der aktuellen CD „Langeweile Ade“. Außerdem arrangierte er die klassischen Kinderlieder im Trommelfloh-Stil neu für die ganz Kleinen.

Das Buch „Seeräuber Jack“

Aus seinem Buch „Seeräuber Jack“ entwickelte Maxim eine Rockoper, die ebenfalls als Hörbuch erschienen ist. Für den Spiegelburg/Coppenrath-Verlag ist Maxim als Hörbuchproduzent tätig. Sollte es daher einmal ein wenig ruhiger im musikalischen Trommelfloh-Zimmer werden, so können die kleinen und großen Zuhörer seiner Entspannungs-Musik lauschen.

Interview mit Kinderliedermacher Maxim Wartenberg

Coole Bühnenkids und Maxim

Maxim auf der Konzertbühne mit „Coolen Bühnen-Kids“

Jens: „Hallo“ Trommelfloh, „Hallo“ Maxim – sag mal Maxim: Wie bist Du eigentlich auf Deinen musikalischen Begleiter Trommelfloh gekommen?

Maxim: Der „Trommelfloh“ beschreibt und vertritt als Synonym und imaginärer kleiner Begleiter die musikalische Welt vieler Kinder. Rhythmus und die Freude an Bewegung sind zentrale Merkmale der kindlichen Entwicklung. Deshalb sind diese Themenschwerpunkte integrale Bestandteile meiner Songs. Kinder stellen mit ihrem unbändigen Bewegungsdrang und ihrer Neugierde perfekt den Gegensatz zu unserer oft medialen und abstrakten Welt dar. Diese Fähigkeit hat mich schon immer begeistert. Mit dem Trommelfloh will ich ihr ein Gesicht geben.

Jens: Du hast selbst Kinder. Ganze 5, da ist es zur Fußballmannschaft ja nicht mehr weit. Gibst Du bei Deinen Kinder regelmäßig Konzerte, auch um mal zu testen, wie die Lieder so ankommen? Haben Deine Kinder so auch Lust aufs Musikmachen bekommen?

Trommelaction

Trommelaction

Maxim: Meine Kinder lieben Musik, kritisieren tüchtig, und manchmal haben sie auch Lust mitzumachen. Mein Großer ist mit 17 natürlich eigentlich zu alt für Kinderlieder und geht seinen eigenen musikalischen Weg. Allerdings hat er durchaus Freude daran, gemeinsam mit dem „alten Vatter“ zu performen. So war er der perfekte Gitarrist für unser ZDF/KIKA Video „Ferienzeit“. Mit diesem Lied gewannen wir den bundesweiten Kinderliederwettbewerb der Nürnberger Nachrichten. Meine Tochter Josefine hat mit 11 Jahren das Theaterspielen für sich entdeckt und spielt im Ensemble eines Kinder-und Jugendtheaters. Sie entwickelt auch schon eigene Texte und Lieder. Hier bin ich schon sehr gespannt, wie es weiter geht.

Jens: Wie lange hast Du für Dein neues Album „Langeweile Ade“ gebraucht und welches Kinderlied auf dem Album ist Dein persönlicher Favorit?

Maxim: Von ersten Textskizzen und Vorproduktionen bis hin zum kompletten Album können bis zu zwei Jahre vergehen. Da ich parallel an verschiedenen Projekten arbeite, begreife ich meine Arbeit als Ineinandergreifen vieler Ideen, die sich wie ein Puzzle zusammensetzen. So auch die Produktion von „Langeweile Ade“. Für die finale Umsetzung in den Studios mit meinen Musikern und die Fertigstellung der gemasterten CD benötige ich dann nur noch einen Monat. Besonders gefällt mir der Opener „Langeweile Ade“ …. Los geht’s, mal seh‘n, was draußen geht …

Jens: Wo nimmst Du Deine Ideen für die Texte der Lieder her?

Maxim: Ich beobachte viel und unterhalte mich gern mit den Kindern. Bei meinen musikalischen Workshops in Kooperation mit Schulen und sozialen Einrichtungen habe ich die Möglichkeit, viel vom aktuellen Tagesgeschehen miterleben zu dürfen. Manchmal kommen die Ideen auch einfach so, wenn ich zum Beispiel mit meiner kleinsten Tochter auf dem Spielplatz sitze. Bestes Beispiel hierfür ist mein neuer „Gummibärchen-Song“. Meine Tochter brachte mir eine leere Gummibärchen-Tüte aus dem Sandkasten, und fragte, wo denn die Bärchen sind. So hatte ich gleich eine neue Idee.

Jens: Kennst Du das Kindergarten-Lied vom Tausendfüßler?

Maxim: Nö, aber hört sich spannend an …

Jens: Ich habe etwas von einem Hörbuch gelesen, was hat es damit auf sich?

Maxim Wartenbergs Vincelot und der Feuerdrache

Vincelot und der Feuerdrache

Maxim: Da hast Du richtig gelesen. Seit 2012 produziere ich für den Spiegelburg/Coppenrath Verlag die Hörbuchreihe „Ritter Vincelot“. In einer Reihe mit „Prinzessin Lilifee“ und „Käpt‘n Sharky“ erobert Vincelot gerade jedes deutschsprachige Kinderzimmer. Hierbei geht es um die Abenteuer des kleinen Ritters. Immer dabei seine Freunde Paula, der Drache Purpur und sein sprechendes, aber nicht gerade mutiges Schwert Jaber. In meinem Studio entsteht derzeit der dritte Teil. Er erscheint im August.

Jens: An welches Konzert erinnerst Du Dich besonderes gern?

Maxim: Besonders gerne an die, bei denen etwas Unvorhergesehenes passiert. Das ist dann zwar im Augenblick des Geschehens schwierig, aber im Nachhinein am amüsantesten. Als Beispiel: Eine recht große Konzert-Veranstaltung der Münsteraner Stadtwerke mit dem Trommelfloh. 1500 Kinder freuen sich, wir ebenso. Als wir die Bühne entern, fällt schlagartig der Strom aus – von unseren Instrumenten ist nichts zu hören! Tja, was tun? Zum Glück hab ich eine spontane und ziemlich flexible Band. Wir haben uns also an den Bühnenrand gestellt und jeder hat seinen Instrumentalpart gesungen. A capella á la Trommelfloh – Das macht Laune!

Singenda Papas beim Konzert

Singende Papas

Jens: Wie sieht die Zukunft des Trommelflohs aus, was ist geplant?

Maxim: Wir freuen uns auf weitere tolle Live-Konzerte und viele neue Produktionen und Projekte. Besonderes Augenmerk werde ich in 2014 auf meine Tätigkeit als Botschafter der mobilen Kinderhospizgruppe Königskinder richten. Hier sind einige Charity-Projekte geplant. In diesem Rahmen werde ich auch musikalische Lesungen der von mir produzierten Hörbuchreihe „Vincelot“ durchführen. Ganz besonders freue ich mich auf den Mühlhäuser Röblinglauf am 09.05.2014! Bei diesem größten Kinderlauf Thüringens, unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, werden wir zum einen eine grandiose Konzertparty feiern und zum anderen die von mir für diese Veranstaltung komponierte Hymne einweihen. Let‘s rock!!! Und alles für einen guten Zweck! Ein Großteil der Einnahmen fließt in die Arbeit der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland Nordhausen e.V. Außerdem setzen wir in 2014 unsere Komplett-Events „TrommelFloh-Zirkus“ um. Neben der Trommelfloh-Musik- und Artistikshow kann hier selbst jongliert und musiziert werden. In 2014 können unsere Fans hier also einiges erleben.

Danke für das Interview, Maxim!

Der Trommelfloh unterwegs

Maxim Wartenberg

Maxim Wartenberg

Maxim Wartenberg ist auch dieses Jahr wieder mit seiner Trommelfloh-Band unterwegs. Mehr über die Trommelfloh-Konzerte und den Kinder-Liedermacher Maxim Wartenberg sowie seine Lieder & Projekte erfahren Interessierte auf der Webseite www.trommelfloh.de.

MUSIK-TIP: Das aktuelle Album „Langeweile Ade“ mit Songs vom „Tastenmonster“ und „Glitzerpiraten“ können für Groß und Klein einfach im Shop bestellt werden.



Originalartikel: Interview Sächsische Zeitung – Der Taußendfüßler – Jens Böhme
3. September 2009, 09:38
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Interview Sächsische Zeitung - Der Tausendfüßler - Jens Böhme

Interview Sächsische Zeitung - Der Tausendfüßler - Jens Böhme



Interview Sächsische Zeitung – Jens Böhme: Ein Tausendfüßler stolpert über seine Beine

Der Meißner Autor Jens Böhme hat seinen neuen Roman „Der Tausendfüßler“ veröffentlicht. Darin ist ein Schriftsteller auf der Suche nach Liebe und sich selbst.

Jens Böhme mit Roman

Jens Böhme mit Roman

Herr Böhme, Sie sind in Meißen aufgewachsen, leben aber seit sechs Jahren in Berlin. Was verbindet Sie heute noch mit der Domstadt?

Ich bin in Berlin so etwas wie ein Botschafter von Meißen, erzähle immer ganz begeistert vom Porzellan und der Stadt als Wiege Sachsens. Zudem leben meine Mutter und viele Freunde noch in Meißen, da habe ich eine enge Bindung und bin heute immer noch gern dort.

Spiegelt sich die Stadt auch in Ihrem Roman wieder?

Die Stadt im Roman ist zwar fiktiv, aber ich habe beim Schreiben die Meißner Altstadt vor Augen gehabt, Leser haben auch einiges wiedererkannt. Im Buch beschreibe ich ein Café, in dem der Schriftsteller immer sitzt und eines Tages seine Angebetete im gegenüberliegenden Buchladen beobachtet. Witzigerweise gibt es heute bei der Frauenkirche tatsächlich diese Konstellation, da hatte ich die Szene aber schon längst geschrieben. Eine spiegelverkehrte Erfüllung, sozusagen.

Ihr Protagonist Conrad Wipp ist Schriftsteller, kämpft mit einer Blockade, immer öfter fehlen ihm die Worte. Kennen Sie das auch als Autor, schreiben Sie aus eigener Erfahrung?

Das möchte ich mir nicht auf die Fahne schreiben. Sicher kenne ich zum Teil auch solche Probleme, habe auch die Erfahrung gemacht, dass in entscheidenden Momenten die Worte fehlen oder man beim Vorstellungsgespräch bzw. beim Flirt aufgeregt ist. Aber Literatur lebt natürlich von Übertreibung und ich habe die Figur zugespitzt, damit sie plastischer wird.

Immer wieder vergleichen Sie Ihren Helden mit einem Tausendfüßler. Wie sind Sie auf dieses Bild gekommen?

Ein Tausendfüßler setzt synchron seine vielen Gliedmaßen, ohne darüber nachzudenken, wie es funktioniert. Wenn er aber immer öfter darüber nachdenkt, verheddert er sich, kommt ins Straucheln. Genauso ergeht es Conrad, der ständig über das Leben nachgrübelt und darüber, ob ihm die richtigen Worte einfallen oder er die richtige Entscheidung trifft. Darüber vergisst er, einfach zu leben.

Und es ist die Liebe in Form einer schönen Buchhändlerin, die den Helden schließlich rettet?

Ja, mein Roman ist auf jeden Fall eine Liebesgeschichte. So etwas wie ein schöner Film abends im Fernsehen. Ich bin selbst auch eher der romantische Typ und glaube an die große Liebe, da stehe ich dazu.

Wie lange haben Sie denn an Ihrem Roman geschrieben?

Die Idee hatte ich schon im Jahr 2000, seitdem habe ich immer wieder kontinuierlich daran geschrieben, wenn ich Zeit hatte. Weil ich aber nebenbei meine Brötchen auch anderweitig verdienen muss, hat es ein Stück gedauert, bis der Roman schließlich Ende des letzten Jahres fertig war.

Wann haben Sie selbst denn angefangen zu schreiben?

Das war zeitig, schon in der dritten oder vierten Klasse. Da habe ich kleinere Geschichten geschrieben, manche sogar vor der Klasse vorgetragen. Später dann Gedichte und Kurzgeschichten, sogar ein Buch zu einem Filmprojekt. Und mein Debütroman ‚Zweimal Alltag, bitte! – Mit Problemen!!!‘ im Jahr 2000.

Arbeiten Sie derzeit an weiteren Werken?

Ich habe noch ein paar Manuskripte in der Schublade, zudem arbeite ich gerade an einem Projekt, wo ich als Ghostwriter fungiere. Eine Geschichte über einen Großstadtmacho, der überall Geliebte hat und schließlich ein ordentlicher Ehemann wird. Dafür suche ich aber noch einen Verlag.

Das Blog zum Roman: https://dertausendfuesslerroman.wordpress.com/

Autorenporträt Jens Böhme (siehe Sächsische Zeitung – Artikelbild)

Interview: Christiane Raatz

Foto: Claudia Hübschmann



Originalartikel: Interview WochenKurier – Der Tausendfüßler – Jens Böhme
2. September 2009, 16:31
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Interview WochenKurier - Der Tausendfüßler - Jens Böhme

Interview WochenKurier - Der Tausendfüßler - Jens Böhme



Interview WochenKurier – Jens Böhme: Als Schriftsteller brauchst Du viel Puste

„Als Schriftsteller brauchst Du viel Puste“

von Andrè Schramm

Kurz gefragt: Hobbyautor Jens Böhme und sein neues Werk

Jens Böhme - Der Tausendfüßler

Jens Böhme - Der Tausendfüßler

Der Autor und ehemalige Schüler des Franziskaneum Jens Böhme hat gut ein Jahrzehnt nach seinem Debüt nachgelegt. WochenKurier sprach mit dem 31-Jährigen über sein neues Werk, das er selbst das Dienstag-Abend-Liebesgeschichte bezeichnet.

MEISSEN. Sie leben seit knapp sechs Jahren in Berlin. Welchen Bezug haben Sie noch zu Meißen – ihrer Heimat?

Meine Familie und  Freunde wohnen hier, deshalb bin ich öfter zu Besuch.

Wie wird man eigentlich Schriftsteller?

Bei mir hat es angefangen mit Liebesgedichten und Kurzgeschichten während meiner Schulzeit. Es folgten erste Veröffentlichung und Lesungen.

Bei Literaturfest waren Sie gar nicht.

Das stimmt. Ich wäre gern dabei gewesen, hatte aber beruflich zu tun. Vielleicht klappts ja nächstes Jahr.

Also ist das Schreiben nach wie vor Hobby?

Ja. Leben kann ich davon nicht. Wenn am End eine Null steht, bin ich zufrieden.

Womit verdienen Sie dann ihr Geld?

Ich bin in der Medienbranche tätig. Das war übrigens auch ein Grund, warum ich nach Berlin gegangen bin.

Ihr Liebesroman trägt den Titel „Der Tausendfüßler“. Worum geht’s?

Der Roman dreht sich um einen Schriftsteller, der den Lebensmut verloren hat und zurückgezogen lebt. Als er die Buchhändlerin Miria kenne lernt, verändert sich sein Leben gewaltig. Man könnte sage, es ist eine `Sat.1-Dienstag-Abend-Liebesgeschichte`, allerdings mit mehr Tiefgang, Humor und unheimlichen Begebenheiten.

Sie haben ihr Werk über  die  „Book on Demand Variante“ veröffentlicht. Warum?

Es ist gerade für Nachwuchs-Autoren eine gute Möglichkeit, etwas ohne riesige finanzielle Belastungen zu veröffentlichen und das schon bei einer Auflage ab 30 Stück. Dabei kann das Buch bei entsprechender Nachfrage auch vervielfältigt werden. Die Auflage ist also unbegrenzt.

Viele erfolgreiche Autoren haben klein angefangen. Was glauben Sie, gibt es ein Erfolgsrezept?

Ich denke Kontinuität ist sehr wichtig. Viele Autoren beginnen stark und lassen dann genauso stark nach. Als Schriftsteller brauchst Du viel Puste.

Infos: http://www.dertausenfuesslerroman.wordpress.com

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