Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


Rezension: Das Kabinett des Dr. Parnassus – Heath Ledger in seiner letzten Rolle

Das Kabniett des Dr. Parnassus – Heath Ledger und Freunde, das ist aber schon fast alles …

Der kürzlich im Kino angelaufene Film „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ ist ein Filmchen für echte Heath Ledger Fans. Mit Sicherheit auch ein Muss für all jene Fans der Hollywoodriege „Heath Ledger and Friends“, wie es im Abspann zu lesen war. So kann der Kinobesucher durchaus gespannt auf die Auftritte der Schauspielerfreunde Jude Law, Colin Farrell und dem Meister solcher Fantasyfilme Johnny Deep sein. „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ ist nun wirklich der letzte Streifen mit dem am 22. Januar 2008 verstorben Hollywoodschauspieler, den viele auch aus Filmen wie „Ritter aus Leidenschaft“, „Der Patriot“ und natürlich aus seiner Paraderolle „Batman – The Dark Knight“ als Joker kennen. Genau sein Bildnis ist die sehenswerte und faszinierende Nuance an diesem Fantasyfilm. Der verstorbene Heath Ledger in einer doch sehr abgedrehten Story. Der Film besitzt einen Hauch von Krimi und der Zuschauer rätselt fragmentarisch mit, welche Vergangenheit der Protagonist des Films Tony (Heath Ledger) wohl aufzuweisen hat. Nach und nach lüftet sich das Geheimnis.

Umsetzung des Drehbuchs nach dem Tod von Heath Ledger

Die eigentliche Leistung und die damit verbundene Neugier für den Cineasten besteht darin, zu erfahren, wie das Drehbuch nach dem Tod von Heath Ledger umgesetzt  wurde. Das ist letztendlich auch der herausragende Aspekt, der den Kinobesuch von „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ zusätzlich zu Heath Ledger sehenswert gestaltet. Ebenso das Ensemble „Heath Ledger and friends“, die quasi als szenische Einwechselspieler für den verstorbenen Schauspieler fungieren. Neugierig wartet der Kinobesucher ab, um zu erfahren, wann der erste das Spielfeld betritt. Die Hoffnung auf mehr Spannung und Unterhaltung bleibt jedoch bei diesem dargebotenen Ausblick kleben. Die Story, die zu Beginn sehr viel mehr verspricht und in einem interessanten handlungsoptimistischen Licht erscheint, flacht nach und nach ab und plätschert letztendlich so dahin. Da helfen auch nicht die Zugpferde der Hollywood-Ceme-de-la-Creme Jude Law, Collin Farrel und Johnny Depp. Die wenigen abstrakten und skurrilen Fantasyszenen stechen dabei nur fragmentarisch heraus. Leider wirken solche Szenen nur auf der Kinoleinwand optimal und so sollte man sie sich auch da anschauen. Dabei könnte man bei diesem Genre so viel mehr schaffen und erschaffen. Spannung und Unterhaltung sind im „Kabinett des Dr. Parnassus“ auf ein Minimum reduziert. Der Film lebt nur von den Darstellern und der Mini-Story zwischen der Wette des Herrn Dr. Parnassus und dem Teufel. Obwohl die Story einiges an Spannung im Vorfeld assoziiert, ist der Kinobesuch zum Einschlafen. Bestenfalls ein kleines Gut-und-Böse-Märchen mit Starbesetzung für die Vorweihnachtszeit oder den TV-Abend bei dem der Zuschauer nebenbei entspannt im Internett surfen kann.

Das Beste zum Schluss – Welche Erinnerung an Heath Ledger bleibt?

Es lässt sich sicherlich darüber streiten durch welchen Film Heath Ledger in Erinnerung bleiben sollte. Ist es besser ihn als Joker in „Batman – The Dark Knight“ anstatt in „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ im Kopf zu behalten? Das ist hier die Frage. Auch wenn Heath Ledger in diesem Film auf der Leinwand wirklich sehr sehenswert ist, bleibt er in seinem oscargekrönten Schauspiel als Joker und Gegenpart zu Batman in seiner Paraderolle.

(Rezension „Das Kabinett des Dr. Parnassus – Heath Ledger in seiner letzten Rolle“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)

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Kolumne vom 15. Februar 2010: Ein Art „Temple Bar“ von Berlin – Die Flaniermeile Simon-Dach-Straße in Berlin Friedrichshain lädt zum Brunch

Eine der bekanntesten Adressen in Berlin für Restaurant- und Kneipenkultur – Das Areal um die Simon-Dach-Straße

Kolumne Hauptstadtstudio

© Hauptstadtstudio

Durstig nach Menschen, hungrig nach Musik und noch lange nicht bereit schlafen zu gehen? Dann ist die Simon-Dach-Straße bzw. das Gebiet um die Simon-Dach-Straße das geeignete Domizil für die Nacht. Dieses Areal ist eine Art „-Temple Bar- der Restaurants“ von Berlin. Vor allem im Sommer sind hier jene Flaneure und Philanthropen richtig, die eine gute Kneipenkultur zu schätzen wissen. Dass dies nicht nur in der kalendarischen Sonnenhochburg des Sommers für Berliner und Touristen attraktiv sein kann, sondern auch im Winter, zeigt ein kleiner Selbsttest der anderen Art, denn es ist Brunch-Time. Wer wenige Stunden vor Mitternacht im Sommer die Simon-Dach-Straße in Berlin Friedrichshain entlang flaniert, weiß um den Geräuschpegel in dieser Gegend. Ich habe es oft genug miterlebt. Durfte mir auch schon genügend Diskussionen von Bekannten anhören, wenn es darum ging eine Wohnung in Friedrichshain zu finden; “… am besten nahe Simon-Dach-Straße.” Für die einen genau das Richtige, für die anderen „Ne ne, das ist mir echt zu laut, von allem zu viel und überhaupt.“

„temple bar“ von Dublin lässt grüßen – Brunch-Time in Berlin Friedrichshain

Wer die „Temple Bar“ Berlins und dazu noch gastronomische Abwechslung sucht, den treibt es früher oder später in die Nähe des Ostkreuzes. Feiernde Menschen, die aus den Kneipen kamen und vor Stunden in die Kneipen gingen, gehören hier zum all abendlichen Vorspiel der Nacht. Musik dringt aus den Bars und Kneipen oder direkt aus der Kehle manch eines Besuchers dieser bekannten Kneipenmeile von Berlin. Im Sommer sind die Bürgersteige zusätzlich mit Sitzmöglichkeiten gefüllt; jedoch nicht in diesen kalten Zeiten. Ist halt nicht Saison. Gut es gibt auch einige Gastronomen, die in dieser Jahreszeit, eine Art Plastikwintergarten haben; nach neuesten Rauchergesetzen versteht sich. Wie zum Beispiel das Plus-0. Aber die zählen alle nicht. Was zählt, ist natürlich: „Wo kommst’e und kannst’e rin, wenn de Hunger hast?“ Als ich endlich meine alte Leidenschaft „brunchen zum Sonntagmittag“ kurz nach Silvester wieder erweckt hatte, musste ich mich davon überzeugen, dass auf der Simon-Dach-Straße auch um die Mittagszeit bis in den Sonntagnachmittag mächtig was los ist. Ich bin echt nicht der Einzige hier! Es ist schwer was los und noch schwerer einen Tisch zu bekommen. Vor allem zur Brunch-Time an einem ganz normalen Stino-Sonntag. Gut, allein hat man immer eine Chance, aber zu zweit, zu dritt, wird es schon eng und zu viert schon problematisch. Vorbestellen ist angesagt und es lohnt sich.

Brunch und im Lachsrausch von EM-BAR und EUPHORIA

Im Selbsttest zu diesem Thema kann ich das leckere Buffet in der EM-BAR am Boxhagener Platz und dem Restaurant EUPHORIA Grünberger Straße Ecke Simon-Dach-Straße empfehlen. Denn neben all den leckeren Speisen gab es in der EM-BAR meine Lieblingslachsvariante. Geräucherter saftiger Lachs in Scheibenformat für herrliche Lachsschnittchen. Da ich zu den Verehrern von Lachsschnittchen, also dieser ganz speziellen Variante der Lachskonsistenz gehöre, ist es für mich äußerst wichtig diesen bei einem Brunch vorzufinden. In der EM-BAR war dies der Fall und er hat mir da besonders gut geschmeckt. Zudem wurde die leere Platte rasch wieder aufgefüllt. Das war mir und meinen Begleitern beim EUPHORIA nicht widerfahren. Dafür gab es dort eine reichhaltigere Auswahl an Meeresfrüchten. Ach ja, und ohne eine deftige Rühreiportion wäre die Definition von Brunch bzw. einem gutem Sonntagsfrühstück für mich nicht erfüllt. Beide Restaurants haben das Rührei doch ganz unterschiedlich, aber zugleich köstlich kreiert. Unabhängig von beiden selbst erwählten Lieblingsdelikatessen – Lachs & Rührei – fängt die Klaviatur der Geschmacksrichtungen und der vielfältigen Auswahl in beiden Restaurants erst an. Am besten überzeugt der Leser sich einmal selbst vor Ort. Ich jedenfalls „beim heiligen Schlaraffenland“ muss gestehen, dass ich es vorletzte Woche wieder mal übertrieben habe. Wie im Trickfilm mit dem Teufelchen, das alle 40 Pfannkuchen geklaut und auf einmal verdrückt hat, habe ich mich anschließend den Sonntagnachmittag gefühlt. Das hat man nun davon, wenn die Geschmacksnerven und die Augen größer als der Magen sind. Da wünscht man sich wie Alf drei Mägen zu besitzen. Ob kulinarisches Restaurant, hippe Bar oder urige Kneipe überall kann bachanalen Gelüsten, Hopfenbegierden, dem kleinen oder dem großen Hunger auf der Simon-Dach-Straße gefrönt werden. -The „Temple Bar“ of Börlin- hat neben ihrem nächtlichen Ruf „eine der coolsten Kneipenmeilen von Berlin zu sein“ auch noch zu anderen Stunden ein vielfältiges Ambiente der Unternehmung zu bieten und einen Ruf zu gewinnen: Nämlich zur Brunch-Time. Na dann, juten Hunger bei einem saftigen Lachsbrötchen.

(Kolumne „Ein Art ‚Temple Bar‘ von Berlin – Die Flaniermeile Simon-Dach-Straße in Berlin Friedrichshain lädt zum Brunch“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)



Hauptstadtstudiokolmune vom 1. Februar 2010: Dachlawinen und Currywurst Museum Berlin

Kolumne: Berliner Dachlawinen und das Deutsche Currywurst Museum in Berlin

Vorsicht Dachlawine! – Alles Gute kommt von oben …

Kolumne Hauptstadtstudio

© Hauptstadtstudio

… „Alles Gute kommt von oben“, sagt ein Sprichwort. Na! Wer es glaubt? Ich jedenfalls bin davon nicht mehr so ganz überzeugt. Aus Angst vor Dachlawinen bin ich in den letzten Tagen doch sehr vorsichtig an den Berliner Häuserfronten entlang marschiert. Soll heißen, dass ich mir öfter mal Gedanken zu herabstürzenden Schneemassen machte und zu gegebener Zeit neugierig nach oben lunchte. Nicht ohne Grund.

Denn mit einem Kollegen habe ich am Donnerstag letzte Woche in der Mittagspause auf der Zimmerstraße nahe Axel-Springer eine solche Dachlawine ganze fünf Stockwerke hinunterstürzen sehen. Von der anderen Seite und in sichere Entfernung blieb uns der Mund sichtlich offen stehen und erschrocken starrten wir uns anschließend an. Was wir miterlebten, war schon ein Szenario abstürzender Schneemassen der Extraklasse. Wie in einem schlechten Katastrophenfilm kam da richtig was runter, dicke Schneemassen in Verbund mit Eisschollen nahmen im Namen der Physik fahrt in die Tiefe unsere Gehwege auf. Die Vorstellung ein Mensch wäre gerade da entlang gelaufen, lies mir bei den momentanen Temperatur noch einen Zacken schärfer das Blut in den Adern gefrieren. So bin ich dann heute mit diesem Gedanken schielend an eben dieser Stelle schnurstracks vorbei marschiert mit dem Blick nach oben. Zurzeit kann der Berliner aber auch nur marschieren. Hundekälte, wahrlich. Wer das Blut nicht in Wallung bringt, droht auf der Stelle einzufrieren.  Der Spree dürfte das bald gelingen. Eine Menge Schollen sind auf ihr zu sehen, die sich möglicherweise bald vereinen oder zum Teil schon miteinander verschmolzen sind.

Das Deutsche Currywurst Museum in Berlin mit Currywurstzähler

Mit Temperaturen unter 15 Grad Minus ist die Gefahr von Schneelawinen zwar nicht so groß, passiert ja eher wenn es taut, aber der Gedanke lässt doch ein kleines Horrorszenario in Splatterformat zu. Angelangt auf der Schützenstraße 70, mein Blick ging wieder einmal von oben nach unten, blieb dieser gebannt auf einen höchst überraschenden Schriftzug stehen: Deutsches Currywurst Museum Berlin. Tatsächlich, es gibt in Berlin ein Museum für die Currywurst. Erstaunt habe ich mich von sämtlichen Dachlawinengehirngespinsten verabschiedet und nur noch Gedanken an die Berliner Currywurst. Mein Magen knurrte. „Ne, das gibt es doch nicht“, ging es mir durch den Kopf. Aber die Realität belehrte mich eines Besseren. Ich trat etwas näher heran und sah durch die Schaufenster des Museums. Zur rechten Seite, neben der automatischen Tür, stand ein Currywurst-Imbisswagen in den Ausstellungsräumen. Wahd für’n Ding – einfach eine Messe. Ein paar Schritte weiter hinein lunchte ich neugierig in die heiligen Hallen kulinarischen Wursterlebnisses. Mitten in der Schauhalle, nicht weit vom Eingang, hang ein Currywurstzähler; einmal für Berlin und einmal für ganz Deutschland. Letzterer bewegte sich in einem rasend schnellen Tempo. „Na wenn das man richtig ist“, fragte ich mich. Überlegte, ob es realistisch sei. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass dieser Zähler geschätzt ist. Außerdem, dass das Deutsche Currywurst Museum seit Mitte 2009 schon zu existiert. Was heißt hier „schon“? Es ist doch noch ziemlich jung an Monaten. Der Berliner Currywurstzähler war etwas langsamer unterwegs, aber ich konnte es am schnellen Wechsel dr Zahlen sehen, wie sehr die Berliner nach Currywurst gierten. Mein Magen begann noch lauter zu knurren.

„Currywurst mit oder ohne Darm?“ – Das ist hier die Frage.

Wie beim Pawlowschen Reflex lief mir das Wasser im Mund zusammen und es stieg sogleich der Wunsch nach eben dieser Wurst mit Brot oder Pommes und entsprechender Soße in mir auf. Dazu muss ich sagen, dass ich einer von denen bin, wenn es heißt: „Mit oder ohne Darm?“, der dann die leckere Würstchenvariante – ohne Darm – bevorzugt. Warum das so ist, weiß ich auch nicht, mag ich nur einfach lieber. Doch genau da scheiden sich schon mal die Currywurst-Geister. Wenn ich beispielsweise an so mancher Currywursttheke in Berlin stehe, nehme ich ganz nebenbei, während ich auf meine Bestellung warte, so einige interessante Currywurst-Diskurse wahr. Die Frage „Was nun besser schmeckt oder einfach cooler zu verzehren ist?“ steht dann nicht lange im Raum. Jeder gibt seinen Senf dazu, obwohl es ja eher Curryketschup ist, der über die Wurst gegossen wird. Selbst mit meinen Freunden, wenn uns der Hunger packt und es eben diese Fleischwurst mit jenem gelben Gewürzpulver in der Ketschupsoße sein soll, selbst mit ihnen bin ich noch nicht auf einen Vor- bzw. Nachteil der ein oder anderen Currywurstvariante gekommen. Für diese Erkenntnis sollte ich mich klugerweise einmal ins Currywurstmuseum begeben. Jedenfalls stand ich später wieder völlig überwältigt vor den Fenstern des Deutschen Currywurst Museums Berlin und versuchte mich loszueisen. Bei diesen Temperaturen ist dies wohl die richtige Formulierung. Mit einer Broschüre vom Museum in der Hand ging es weiter im Marschschritt zur U6 Stadtmitte, denn ich hatte noch einiges vor. Unter anderem so schnell wie möglich an eine Original Berliner Currywurst zu gelangen und dabei unterwegs gefährlichen Dachlawinen auszuweichen.

(Kolumne „Berliner Dachlawinen und das Deutsches Currywurstmuseum in Berlin“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)



Kolumne vom 18. Januar 2010 auf Hauptstadtstudio – „Sex an the City“ und die Photoautomaten in der Kastanienallee Prenzlauer Berg

Kolumne: “Sex and the City” und die Photoautomaten in der Kastanienallee Prenzlauer Berg

Ist Berlin wie New York? – Gibt es hier „Sex and the City“?

© Hauptstadtstudio

Was hat Berlin eigentlich mit „Sex and the City“ zu tun? Nichts. Wirklich nichts? – Es folgt eine kurze dramaturgische Pause einer kleinen Überlegung. – Falsch. Berlin hat so einiges mit „Sex and the City“ zu tun. Klar, die Serie spielt nicht in der Bundeshauptstadt, doch die Themen der vier Damen sind auch hier mitten in Europa, hier an der Spree topaktuell. Schuhe, Handtaschen, Hochzeit, Mr. und Ms. Right, das Universum rund um die Liebe mit all seinen Irrungen und Wirrungen, all das existiert auch hier unter dem Wappen des kuscheligen Bären.

Man muss nur die Augen aufmachen, die Ohren spitzen und auf seine eigenen Worte achten und schon wird MANN und FRAU fündig. Wie ich dabei auf „Sex and the City“ komme? Nun, am Wochenende kam ich endlich dazu mir den Film zur Serie anzuschauen. Bereitwillig habe ich mich auf die Couch begeben und bin mit Carrie Bradshaw und ihren Freundinnen ins Hochzeitsfieber und das immer wieder spannende Thema Liebe eingetaucht. Ja, auch wenn es sich komisch lesen lässt, als Mann kann ich durchaus diesem Film so einiges abgewinnen. Im Namen der “gesucht und gefunden Liebe” habe ich mit den Protagonistinnen gelitten und gelacht. Herzhaft gelacht, auch wenn ich so manchen szenischen Plot schon im Voraus irgendwie erahnen konnte.

“Love and the City” und die kultigen Berliner Photoautomaten

Im Film hat Sarah Jessica Parker alias Carrie Bradshaw endlich die Liebe gefunden und es ging grundsätzlich darum, wie man sie sich bewahrt; mit oder ohne Hochzeit, mit viel oder wenige „Sex in the City“. Ich möchte hier nicht den Film wiedergeben, denn auch dieser hat letztendlich kein Patentrezept zum Besten gegeben. Aber wenigstens darauf aufmerksam machen, dass es gewisse, ganz bestimmte große und kleine Momente sind, die DIE LIEBE erblühen lassen und – in großer Hoffnung für alle Liebenden – sie auch erhalten können. Symbolische dafür steht ein allbekanntes Optikinstrument, ein kultischer Reigen auf der Photoklaviatur historischer Kuschelkisten – der Photoautomat. Er trägt wesentlich zu dieser Momentaufnahme bei. Ich rede hier von den alten klassischen Photoautomaten, die hier in Berlin noch an bestimmten Ecken zu finden und durchaus sehr stark frequentiert sind. MANN und FRAU, FREUND und FREUNDIN oder gleich mehrere lustige sich mögende Grüppchen können in diesen kleinen Boxen der Momentaufnahme ihren gemeinsamen Augenblick für immer fest halten. Ein Moment der Liebe oder der Freundschaft ist es. Mit 2 Euro ist der Photoautomatenfan dieser kleinen nicht standardisierten Passbilder dabei und erhält nach ca. vier Minuten Wartezeit 4 Bilder.

2 Historische Photoautomaten in der Kastanienallee – 4 Bilder in schwarz-weiß

Schwarz-weiß Photos: Ich habe sie gesehen, die Pärchen, die Freunde, die Touristen und natürlich auch die Photos. Habe gesehen, wie sie zielstrebig den Photoautomat auf der Kastanienallee aufgesucht haben oder zufällig freudestrahlend diesen entdeckten. Da war er, der Moment der Liebe „… and the City“. Jener Moment im Blitzgewitter bei dem Freundschaften besiegelt oder Küsse ausgetauscht werden. Ein lebendiges Gefühl des Miteinanders und die Photografie als Zeitzeuge des Hier & Jetzt und für das, was kurz darauf kommen mag. … Sonntagabend, Prenzlauer Berg, Kastanienallee im Schnee. Zwei Photoautomaten stehen wie in die Jahre gekommene Zwillinge nebeneinander. Ihr Unterscheidungsmerkmal: Einmal Querformat bitte und einmal Hochformat. Dunkel ist es, die Winternacht hat Berlin schon längst in Besitz genommen. Aber im Inneren der beiden Photoautomaten ist es kuschelig warm und im Vierminutentakt äußerst lebhaft. Vier Mal blitzt es, dann tritt heraus, wer vorher alles hineingepasst hat. Die Neugier potenziert sich je näher der Zeitpunkt kommt an dem der Automat die vierer schwarz-weiß Photoreihe ausspuckt. Die Ungeduld erreicht ihren Höhepunkt auf das „Wie?“ und „Hat es wirklich geklappt?“ Jedem einzelnem Menschen ist es anzusehen. Plötzlich erscheint das erste sichtbare Stück Photopapier. Zitternd und gespannt greift eine Person in die Öffnung des historischen Photoautomaten. Plötzlich ist er da, der Moment von „Love in the City“ Berlin, der Emotionen in schwarz-weiß für alle Beteiligenten auf Papier festhält. Wenn Berlin auch nicht New York ist und Carrie Bradshaw die Häuserschluchten von Big Apple vorzieht, so ist auch hier „Sex and the City“ an der Spree nicht wegzudenken. Überall sind die Themen der vier Damen zu finden und sei es auch nur neben einem historischen Photoautomaten in der Kastanienallee. Willkommen zu: „Love and the City“.

(Kolumne „Sex and the City und die Photoautomaten in der Kastanienallee Prenzlauer Berg“ ehmals auf hauptstadtstudio.com)



Montagskolumne auf Hauptstadtstudio: The King of Rock’n Roll Elvis Presley und der Monk in mir

Schneeweißes Berlin – The King of Rock’n Roll Elvis Presley und der Monk in mir

Im Berliner Winter mit „Elvis The King Presley“ im Ohr

Am letzten Freitag wäre Elvis Presley The King of Rockn Roll 75 Jahre alt geworden. Es war wieder einmal die kleine Kofferheule von einem Radio in meinem Badezimmer und der Moderator, der mich auf diesen Fakt aufmerksam machte. Sogleich wurde von mir im MP3-Player eine Hitliste von Elvis reanimiert und das ganze Wochenende stand unter der Sonne des King. „Don’t be cruel …“ – gut so grausam möchte ich jetzt nicht sein und von Sonne mitten im Winter reden. Nicht, wenn ganz Berlin zugeschneit ist und von Sonne nur in den Herzen oder in den Gedanken gesprochen werden kann. Egal wo ich unterwegs war, ob in Kaulsdorf Nord, am Alex oder aber im Prenzlauer Berg, überall gab es Schneemassen. Irgendwie schien es als habe dadurch die Berliner Welt ein paar Takte der Schnelligkeit verloren. Die Berliner, sonst sehr rasant und immer auf Überholspur, ständig in Bewegung und in Eile, von einem Ort zum anderen, hatten sichtlich einen Gang zurück geschalten. Auch auf den Straßen, die zum Teil wie leer gefegt erschienen, fuhren die meisten PKW’s nahezu im Schritttempo. Oder zu mindest so schnell, dass man einen Aufprall möglicherweise überlebt hätte. Dafür aber sind die S-Bahnen voll und so mancher könnte sich nachhaltig seiner Klaustrophobie bewusst werden. Monk lässt grüßen. Manchmal erscheint es dem Fahrgast wie in einem Viehtransporter. Stationsabhängige Zustände, die an lustige Youtube-Videos der U-Bahn in Japan oder anderen Staaten mit starkem Pendleraufkommen in den Öffis zur Hauptverkehrszeit erinnern. Lustig ist das aber für viele nicht!

Kaulsdorf Nord und im Ohr Elvis – „Love Me Tender“

In Kaulsdorf Nord, da wo der Kienberg zu finden ist und sich die Wuhle hindurch schlängelt, sah ich oft kleine unberührte Schneeareale. Es kribbelte mir in den Fingern diese durch meine Fußstapfen zu markieren. Aber in alter Monkmanier, die Ordnung und die Reinheit liebend, alles im Urzustand belassen zu wollen, tat ich es nicht. Bei einer Diskussion zu Hause in der warmen Küche über Adrian Monk wurde ich überraschenderweise als „Ein kleiner ‚Monk’ bist du aber schon.“ von meiner Gesprächspartnerin eingestuft. Kurze Überlegung. Ein Nicken folgte und in der Reflexion einiger Eigenarten sah ich bildlich vor mir, wie ich stets auf meinem Schreibtisch oder auch am Arbeitsplatz alle Stifte gerade rücke. Auch Bücher und andere Utensilien im Haushalt werden oft in Reih und Glied gelegt. Eben so, dass es optisch gut aussieht. Da wir gerade in der Küche standen und ich am Abwasch und aufräumen war, bemerkte ich es mal wieder leibhaftig, wie akribisch ich durchaus das Schlachtfeld kulinarischer Ergüsse beseitigte. Bei Zeitmangel werden die Dinge zu mindest optisch einwandfrei positioniert. Da war er, der „Monk“ in mir. Tja, da wurde ich förmlich mit der Nase in diesen Zustand der Ordnungsliebe eingetaucht. Im kalten Berliner Schnee wäre dies sicherlich nicht so prickelnd gewesen. Wahrscheinlich hätte ich dann eine zusätzliche Phobie wie Privatdetektiv Adrian Monk entwickelt – eine Scheephobie. Egal, der King war bei mir und untermalte mir melodisch-zuckersüß das vor mir liegende „Weiße Berlin“. Übrigens gibt es einen Künstler in Berlin, Nicolas Young, den der Berliner Kurier als „King von Berlin“ betitelte; Nicolas Young. Ich habe ihn schon oft selbst live erleben können und hoffe nur, dass er auch im Jahr 2010 mit “The Soul of Elvis” in einschlägigen Berliner Lokalitäten den King of Rock’Roll auferstehen lässt. Eine emotionale Show für die Augen und die Ohren. Elvis lebt!

Die Phobien des Adrian Monk und “Devil in Disguise”

Elvis Presley und Adrian Monk sind nun doch zwei verschiedene Persönlichkeiten. Beide aber waren für mich gedanklich bezeichnend für dieses schneeweiße Wochenende in Berlin und wer hätte das Gedacht: Monk hat neben Akrophobie (Höhenangst), Klaustrophobie (Angst vor Enge), Achluophobie (Angst vor Dunkelheit), Aphephosmophobie (Berührungen) und Bacteriophobie (Bakterien) auch eine mir bis dahin unbekannte Phobie, die Gymnophobie. Bis zu dieser Kolumne kannte ich nicht einmal die Bedeutung des Wortes Gymnophobie, nämlich die Angst vor nackten Menschen. Was es nicht alles gibt? Davon spreche ich mich, wie auch von den anderen frei. Schließlich bin ich ja auch kein berühmter Serienheld mit Superspürnase für’s Detail; auch wenn ich gern akribisch aufräume und akkurat Dinge anordne. Mit den Elvis Songs „Suspicious Minds“, „Can’t Help Falling in Love“, „Devil in Disguise“, übrigens meine Lieblingslieder, ging es dann am Sonntag mit dem Gedanken an Herrn Monk zurück zum Berliner Hauptbahnhof. Das Wochenende lag in den letzten Atemzügen und „Leise rieselt der Schnee“ stand ich am Ausgang Europaplatz. Just in diesem Moment kam mir die Übersetzung von „Devil in Disguise“ in Erinnerung: Der Wolf im Scharfspelz. Grinsend formierte sich zusätzlich in mir, beim Anblick der Schneemassen, der Spruch “Wenn der Schnee schmilzt, sieht man erst wo die Sch… liegt.” … Na dann, mein liebes Berlin, schauen wir mal was sich nach dem Tauwetter alles so darunter verbirgt. Siehe da, hier wären wir schon wieder assoziativ annähernd bei Adrian Monks Bacteriophobie und indirekt bei meinem Monksinn für Ordnung. Doch bei aller Ordnungsliebe manchmal sollte man einfach mal alle Fünfe grade sein lassen oder die Dinge eben mal schräg liegen lassen.

(Kolumne „Schneeweißes Berlin – The King of Rock’n Roll Elvis Presley und der Monk in mir“ ehemals auf hautpstadtstudio.com)



Kolumne vom 4. Januar auf Hauptstadtstudio: 2010 ein neues Jahr beginnt – Alles bleibt beim Alten oder doch nicht?

Kolumne: 2010 ein neues Jahr beginnt – Alles bleibt beim Alten oder doch nicht?

4. Tag im neuen Jahr – 2010 lernt laufen

© Hauptstadtstudio

„2010 – s’Jahr hat begonnen. Es gibt viel zu tun. Packen `wir` es an! Bin schon dabei und produziere neue Texte. Auf ein kreatives Jahr …“ So was twittert man eben mal, wenn die Woche beginnt und wenn das Neue Jahr 2010 angebrochen ist. Heute ist schon der 4. Januar und das Jahr 2010 hat schon laufen gelernt. Dabei wird es nicht bleiben, nur beim Laufen, das lehrt uns die Erfahrung und der Rückblick auf die vergangenen Jahre. Jeder Anfang ist schwer oder aber auch nur so leicht, wie es sich der Kreative, der Mensch selbst nun einmal gestaltet.

Was wird nicht alles darüber geschrieben; über den alljährlichen Jahresbeginn? Unmengen von Gedanken gibt es zu lesen. Da wird zumeist immer von „Guten Vorsätzen“ gesprochen und wie lange sie so halten können. Außerdem: Was nimmt sich der ein oder andere nicht alles vor? Zum Beispiel sich dieses Jahr weniger stressen zu lassen oder doch zwei Mal anstatt nur einmal in den Urlaub fahren? Einmal pünktlich zum Zahnarzt gehen, vielleicht die Arbeitstellte wechseln oder den eigenen Partner, wenn es schon nicht mit einem neuen Job klappt. Alles will man besser machen, alles will man besser haben. Von dem einen etwas weniger, von dem anderen etwas mehr und doch: Allet bleibt beim Altn. Warum nicht einmal nachschauen, was im letzten Jahr besonders gut gelungen ist und was am besten so bleiben kann. Unser eins hat sich letztes Jahr beim Fitnessstudio McFit angemeldet und kräftig in die Geräte gedrückt, das Laufband rotieren lassen und auf die Ernährung geachtet. Na Mensch, da haben wir doch was gefunden, was einfach so bleiben kann. Gibt es da noch mehr?

Der Kölner sagt: Et kütt, wie et kütt

Aber klar doch. Einfach mal zurück schauen, nicht glotzen, und das Gute eruieren. Da muss es doch noch viel mehr geben. Gibt es bestimmt! Schließlich hatte das Jahr ganze 365 Tage. Eine Menge Zeit sinnvolle Dinge zu tun bzw. Dinge zu finden, die mit dem Prädikat Daumen hoch betitelt werden können. Nicht nur für mich, sondern auch für die Welt. Jetzt drifte ich leicht ins heroische Samaritertum getreu nach dem Motto „für Alles und Jeden“ ab. Was an sich ja nicht schlecht ist, aber damit will ich hier nicht hausieren gehen. Nein, was ich meine: Jeder sollte zuerst einmal an sich denken, machen wir ja sowieso, das liegt in der Natur des Menschen und dann … dann kommt das Füreinander, so denke ich, automatisch. Einfach mal an sich denken, an das vergangene Jahr und das Positive heraus ziehen und dieses weiter am Leben halten. Das tut uns definitiv gut. Und was uns gut tut, geben wir auch locker flockig weiter. So haben wir einfach mal einen Engelskreislauf, statt den berühmt berüchtigten Teufelskreislauf, bei dem alles immer Schlimmer wird. Die positive Wirkung auf den Partner, die Familie, die Freunde, die Arbeitskollegen und die Mitmenschen im Allgemeinen bleibt nicht aus. Zu guter Letzt bekommen wir das, was wir ausstrahlen und unbewusst abgeben, auch wieder zurück. Ein Simples Ping-Pong-Spiel. Dabei haben wir nur an uns selbst und das vergangene Jahr gedacht. Tja, so lässt es sich den neuen Herausforderungen des Jahres 2010 schon viel besser gegenüber treten oder etwa nicht? „Et kütt, wie et kütt“. Genau das habe ich von meinem Kölner Freund gelernt. Gerade das macht uns Menschen ja auch wieder aus, dass wir anpassungsfähig sind. Rasend schnell erkennen wir, ob wir dem Laster ausweichen sollen, der gerade auf uns zu rast oder ob wir noch versteckte Gene alla HEROES in uns haben, die sich im Adrenalinrausch blitzschnell entfalten und wir dieses Automobilmonstrum mit dem kleinen Fingern über uns drüber nur mal so heben. ET KÜTT eben, WIE ET KÜTT.

Alles beim Alten – Packen wir es an!

Letztendlich bleibt alles beim Alten. Die „guten Vorsätze“ haben ihr Haltbarkeitsdatum, das irgendwann abläuft. Doch sehen wir es positiv im Sinne von Hermann Hesses: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Genau das trifft meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf. Jedem Anfang, geht einem Ende voraus und dieser Anfang des Jahres 2010 lässt Altes einfach abschließen und Neues in Erwartung beginnen. Ein immer wiederkehrender Kreislauf, der seinen Sinn hat. Ein neues Zeitalter ist angebrochen. Im Großen wie im Kleinen tragen Neugier, Tatendrang, Gute Vorsätze und der neuerliche Griff zur Schokolade im Schrank (weil es einfach schmeckt und gut tut) zu ungeahnten Erlebnissen und Bewältigung jeglicher Hindernisse bei. Gott sei Dank hat auch das Jahr 2010 ganze 365 Tage, um etwas zu schaffen, was Sinnvolles zu leisten, sich Neuem zu widmen und uns selbst jederzeit etwas Gutes zu tun. Wir haben alle wieder ein Jahr uns neu zu orientieren, zu finden und am Ende des Jahres neu zu definieren. So bleibe ich gern für heute bei meinem Twitterspruch und zitiere aus dem Tweet: Packen wir es an! – Es gibt viel zu tun. – Auf ein kreatives Jahr. … und wenn wir den Laster mit dem kleinen Finger nicht über uns heben können, dann nehmen wir den Daumen ganz lässig noch mit dazu.

(Kolumne „2010 ein neues Jahr beginnt – Alles bleibt beim Alten oder doch nicht?“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)



Montagskolumne von Jens Böhme: Silvester 2009 in Berlin

Die letzte Montagskolumne im Jahr 2009 auf Hauptstadtstudio …

Silvester LINKBAITING 2009 –Wo, wann und warum genau da?

Bedeutung von Silvester – Wir feiern den Namenstag des Papstes Silvester

© Hauptstadtstudio

Wo, wann und warum genau da? Die essenziellen Fragewörter zum Jahreswechseltag – Silvester. Zwei Monate vor Jahresende, das ist natürlich noch viel Zeit bis zum 31. Dezember, da fließt noch viel Wasser die Spree hinunter. „Drei Wochen vor Jahresende…“, habe ich mir wieder einmal gesagt, „… weiß ich definitiv, wo ich dieses Jahr Silvester 2009 feiere.“ Also wirklich mindesten drei Wochen vorher sollte meine Silvesterplanung feststehen. Aber Pustekuchen. Eher habe ich noch erfahren, dass wir am 31. Dezember den Namenstag eines Papstes feiern.

Diesen Fakt habe ich ehrlich gesagt bis heute nicht gewusst, obwohl ich auch schon ein paar Lenze auf dem Buckel habe. Es ist der Jahrestag nach Papst Silvester I., der am 31. Dezember 335 starb. Mit der Gregorianischen Kalenderreform 1582 wurde der letzte Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember verlegt. Woher ich das weiß? Zum einen, weil meine Mutter mich fragte, ob ich denn so schlau wäre und es wüsste warum es Silvester heißt – nein, so schlau bin ich dann doch nicht – und zum anderen, weil ich schnurstracks auch noch einmal bei Wikipedia und anderen Internetquellen nachgelesen habe. Ein Hoch auf die Fast-Food-Bildung im Internet.

31. Dezember Silvester 2009 – Wo, wann und warum genau da?

Trotz allem neuen Wissenszuwachs habe ich immer noch keinen Plan, wo ich in Berlin feiern werde. Das meine Silvesterparty  in -Good Old Börlin- sein wird „Berlin, Berlin, halleluja Berlin …“ (Rainald Grebe lässt grüßen) steht natürlich fest. Das ich nicht allein feiern werde ebenso. Ein Freund und eine Dame haben sich mir schon mal angeschlossen. Das lässt die Erwartungen natürlich steigen. Trotz aktuellem Dreiergespann, haben auch meine Mitstreiter noch keinen Plan. Wobei wir wieder am Anfang von `Wo, wann und warum genau da?` wären. Fast könnte ich glauben, dass meine bisherigen zwei Mitstreiter für das Silvester 2009 sich wahrscheinlich nur in meiner Gesellschaft befinden, weil sie eben auch keine Ahnung haben, wie es ins neue Jahr 2010 gehen soll. Aber das ist nur Spekulation und hilft nicht weiter. Gibt es da draußen eigentlich noch mehr davon? Noch mehr Unwissende von `Wo, wann und warum genau da?` Wenn ja, dann wäre ich für Tipps & Tricks äußerst dankbar. Tipps, was alles noch geht: Da befinden wir uns übrigens optimistischer Weise bei einem meiner Lieblingslieder von ICH+ICH „So soll es bleiben“ mit „… ich muss noch weiter suchen, weil immer noch was geht …“ und den so genannten Tricks, wie wir beispielsweise irgendwo, doch noch einen Einlass bekommen oder zu mindestens wissen, wie hoch die Summe der Bestechung des Türstehers oder Partygebers sein muss. Die Idee, dass wir uns irgendwo selbst einladen, kommt natürlich auch jedes Jahr auf den Tisch. Problem dabei: Wir müssen schon wissen, wo wir uns einladen können. Ohne fundierten Tipp bleibt nur die spontan Einladung zur Big-Silvesterparty am Brandenburger Tor, vielleicht auch bei einer um 24 Uhr Stippvisite am Berliner Hauptbahnhof oder verzweifelt beim Stammimbiss um zwei Ecken.

Viralmarketing zu Silvester – Ein LINKBAIT kommt selten allein

Im Freundeskreis hatten wir nach einem kurzen Gedankenspiel (um einmal nicht den Anglizismus „Brainstorming“ zu verwenden, es geht auch anders) konspirativ vor Tagen an ein LINKBAITING gedacht. Warum nicht auch mal Viralmarketing für sinnvolle Dinge nutzen. Einfach vor Silvester 2009 einen LINKBAIT generieren und ihn mit folgenden Inhalt bestücken: – Treff 23:30 Uhr Hauptbahnhof Berlin am Europaplatz. Alle, die nicht wissen `Wo, wann und warum genau da?` sollen sich mit einer Pulle Anstoßsekt und einer symbolischen Rakete zum Gemeinsam-ins-neue-Jahr-Rutschen an den Treppen linker Hand treffen. Umarmung, Nichtalleinsein und neue Bekanntschaften garantiert. – So nicht anderes sollte es lauten. Schließlich ist immer jemand von A nach B unterwegs, vor allem am Hauptbahnhof, der ja noch dazu sehr zentral gelegen ist. Die Partymeile am Brandenburger Tor ist zudem auch nicht weit davon entfernt. Werden ja wieder 1 Million Besucher erwartet. „Und wer weiß“, meinte einer meiner Diskussionspartner, „mag sein, dass wir da allein stehen. Vielleicht auch nur mit 12 Leuten oder aber mit 600 Menschen und mehr, die auch nicht wissen: `Wo, wann und warum genau da?` … Fest steht, ich werde dieses Jahr definitiv nicht zu Hause sitzen und möglicherweise mit größter Wahrscheinlichkeit bis kurz vor Zwölfe immer noch nicht wissen `Wo, wann und warum genau da?` Aber mit Sicherheit wieder mit einem lachenden und weinenden Augen auf das alte Jahr blicken und in Gedanken mit allen anstoßen, die sich nicht unmittelbar in meiner Nähe befinden. Somit wünsche ich allen: „Nen juten Rutsch in dit Jahr 2010.“

(Kolumne „Silvester LINKBAITING 2009 – Wo, wann und warum genau da?“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)