Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


Herr mit Lyriksammlung in der S-Bahn Berlin – Ein Obdachloser zitiert

Bettler in der Berliner S-Bahn mit ausgewählten Gedichten

Es ist schon ein Weilchen her, aber der Vierzeiler eines Obdachlosen, der in der S-Bahn zwischen Warschauer Straße und Hauptbahnhof mitfuhr, geht mir einach nicht mehr aus dem Kopf. Hab im Stillen interessiert gelauscht und mir das letzte seiner Gedicht im Handy notiert. Warum? Nun, weil mir dieser Vierzeiler ein Lächeln auf die Lippen zauberte und irgendwie lustig, irgendwie … peppig klang; trotz leichter melancholischer Note.

Ich saß so da, in der vollen S-Bahn und hörte einen Mann vor sich hinbrabbeln. Es war ein älterer Mann, ein Obdachloser aus Berlin, der für zwei Stationen hintereinander weg Sprüche, Gedichte und kleine Anekdoten rezitierte. Er war nicht gut anzusehen, aber das hat ja nichts zu sagen und wir wissen alle, dass das Leben auf der Straße mit Sicherheit kein Ponyhof ist. Ich glaube, die wenigsten Mitfahrer haben genau hingehört. Wenn sie es denn getan hätten, dann wäre wohl auch dieses kleine lyrische Gedicht am Ende an ihre Ohren gedrungen und hätte ein Lächeln über ihre Lippen gezaubert – so wie bei mir.

Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe?

Angeblich soll das Gedicht, der Spruch, dieser lustige Kalauer in der S-Bahn am Feierabend von Johann Wolfgang von Goethe sein. Irgendetwas in dieser Richtung hatte der obdachlose Mann am Ende noch in seinen Bart gemurmelt. Sollte ich bei der Recherche danach fündig werden zu welchem Autor der Vierzeiler wirklich gehört, werde ich dies im Kommentar vermerken. Möglicherweise ist das Gedicht ja auch der Kreativität des Obdachlosen entsprungen? Die Leser meines Blogs, die den lyrischen Text erkennen und zuordnen können, sind herzlich aufgefordert das Geheimnis um dieses Gedicht zu lüften. Vielen Dank und nun viel Spaß beim Lesen …

Der Vierzeiler des Obdachlosen

„Man müsste noch mal 20 sein,

verliebt und blonde Locken,

dann dürft die Butter auch mal ranzig sein,

und der Toast schmeckt auch mal trocken.“



Urheberrecht – Die Signatur des Herrn Geheimrats Johann Wolfgang von Goethe

Die Unterschrift des deutschen Dichters Johann Wolfgang v. Goethe

Der Herr Goehte wird geliebt oder verflucht oder von beidem etwas. Von den Schüler wohl eher verflucht, denn wenn es wieder heißt „Faust I“ und „Faust II“, dann gehen die Mimiken nicht gerade in den Bereich von Freude über. Klar, es gibt auch jene, die gern an den Geheimrat aus Weimar zurück denken und wenn der Literaturinteressierte sich später noch einmal mit dessen Texten auseinandersetzt so wird er sicherlich das ein oder andere Schmankerl entdecken und die großartige Literatur zu würdigen wissen. Was aber hat Johann Wolfgang von Goehte mit dem Urheberrechtsschutz zu tun? Nun …

Es folgt die Unterschrift von Johann Wolfgang von Goethe:

Signatur - Johann Wolfgang Goethe

Signatur – Johann Wolfgang Goethe

Goethes Unterschrift, eine Signatur die nicht mehr unter das Urheberrecht fällt

Diese doch sehr anmutende Unterschrift des Herrn Geheimrats besitzt kein Urheberrechtsschutz mehr und kann demzufolge in Artikel eingebunden werden. Diese Unterschrift von J. W. v.  Goethe ist „gemeinfrei“. So jedenfalls erfährt der Leser es bei bei Wikipedia – Signatur Johann Wolfgang von Goethe. Warum das so ist: Die gesetzliche Schonfrist von 70 Jahren, nach dem Tod des Urhebers ist seit dem Tod von Johann Wolfgang v. Goethe am 22. März 1832 in Weimar abgelaufen, (geb. wurde er am 28. August 1749 in Frankfurt am Main). Daher ist die Unterschrift des Dichters Goethe auch bei Wikipedia „erhältlich“. Wichtig in diesem Zusammenhang zu wissen, ist der Fakt: Nicht nach dem Erscheinen eines Werkes gelten diese 70 Jahre, sondern nach dem Tod des so genannten Urhebers.

Da dies hier ein Literaturblog ist, soll natürlich auch das Thema Urheberrecht bzw. Schutz von geistigem Eigentum von Zeit zu Zeit Beachtung finden. Für Kreative, ob Künstler im Musikbereich, Journalisten, Maler oder Autoren ist es äußerst wichtig, dass ihre Rechte und ihre kreative Arbeit geschützt wird. Denn viele Künstler bestreiten ihren Lebensunterhalt durch ihre Werke, dem Akt etwas aus eigener geistiger Leistung erschaffen zu haben. Die oben erwähnten 70 Jahre  gelten für die Europäische Union, die USA, Australien und noch weitere Länder.

Internet ist kein rechtsfreier Raum – Urheberrechet beachten!

Das Internet ist ein Hort an Quellen, Informationen sprich: an Texten aller Art. Auch hier haben Menschen sich kreativ mit bestimmten Thematiken auseinander gesetzt. Alles was geistig in Eigenleistung erschaffen wurde und einen höheren schöpferischen Akt darstellt fällt unter das Urheberrecht. Der ehemalige Verteidigungsminister Theodor zu Gutenberg hat dies in seiner wissenschaftlichen Arbeit am eigenen Leibe zu spüren bekommen und musste sogar seinen Doktortitel abgeben. Für Otto-Normalverbraucher kann es arg teuer werden, wenn Texte und Bilder ohne Einverständnis des Urhebers bzw. des Besitzer der Rechte einfach per „copy and paste“ benutzt werden.

Kreative Leistung mit einem Endprodukt entsteht in Form von Bildern (Fotos, Gemälde), Software (Programmierungen) und natürlich von Texten (Kurzgeschichten, Romanauszüge, journalistische Texte, wissenschaftliche Arbeiten etc.pp.). Diese Leistungen unterliegen, sofern diese nicht im Internet oftmals über CC-Lizenzen frei gegeben wurden, dem Urheberrechtsschutz. Das allseits bekannte Copyright Zeichen steht oftmals als Hinweis für den Leser, das hier Rechte existieren, die möglicherweise bei Benutzung bzw. „Kopie“ verletzt werden.

Was sind eigentlich CC-Lizenzen? Die Gesellschaft Creative Commons (engl. Schöpferisches Gemeingut) hat im Internet verschiedenen Standard-Lizenzverträge kategorisiert mit deren Hilfe Autoren Nutzern einfache Nutzungsrechte einräumen können. Es existieren Abstufungen der Freiheitsgrade. Bei einigen Werken wird weigehend völlig auf das Urheberrecht verzichtet, bei anderen gibt es einen Vorbehalt z.B. bei Fotos: Abdruck ja, aber keine Veränderung. Das gleiche gilt auch bei Texten.

Auch dieses Blog legt Wert auf Kennzeichnung der Texte bei Benutzung oder Zitat von „Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman“. Einzelne Texte werden entsprechend gekennzeichnet, wenn sie denn „zur freien Verfügung“ stehen sollten. Folgende Rechte-Module über CC-Lizenzen können dabei Anwendung finden: Creative Commons – Die Rechtemodule



Nicht auf die Schippe, aber auf die Schaukel genommen …

… habe ich mich zu Ostern freiwillig selbst.

Was macht der Erwachsene, wenn er eine Schaukel sieht und als Kind gern geschaukelt hat? Er denkt: Da möchte ich noch einmal Kind sein. Braucht er aber nicht. Denn im Allgemeinen sind die hiesigen Schaukeln so konstruiert, dass jeder normale Mensch damit schaukeln kann.

Es geht los ...

Es geht los ...

Sieht man also als Erwachsener eine Schaukel auf dem Kinderspielplatz oder an irgendeiner anderen Ecke, dann sollte jeder von uns ohne groß darüber nachzudenken seinem inneren Drang nachgeben und sich dem Glücksgefühl einer Schaukelpartie ergeben. Einfach die ersten paar Schritte Richtung Schaukel gehen. Der Rest geschieht von ganz allein. Schon nach der 4. oder 5. Amplitude auf der Schaukel ist das Glücks- und Freiheitsgefühl präsent.

Sonne zu Ostern und Wind im Gesicht

Lacht dazu noch die Sonne und genießt man die Bewegung und den Wind im Gesicht, dann ist das „kleine Glück“ perfekt. Bei einem Osterspaziergang (hier muss ich jedes Jahr erneut an Goethes „Osterspaziergang“ denken und versuche ihn dann bei Familie und Freunden irgendwie aus dem Gedächtnis zu kramen und zu rezitieren) erblickte ich freudestrahlend unterwegs einen Spielplatz mit zwei Schaukeln nahe der Wuhle im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Ich erklärte meinen Begleitern, dass ich unbedingt kurz schaukeln möchte. Aus kurz wurde fast eine ganze dreiviertel Stunde bis mir die Arme vom Festhalten an der Stahlkette schwer wurden.

Das richtige Sitzbrett

Das richtige Sitzbrett

Das richtige Sitzbrett

Diesmal hatte ich mit der Breite des Sitzbrettes zusätzliches Glück zum „Schaukelglück“. Eine Schaukel zuvor, die ich an einer anderen Ecke in dieser Gegend ausprobierte, war nämlich der Sitzbereich wirklich nur für Kinder konzipiert worden. So etwas passiert einem echten Schaukelfan öfter als ihm lieb ist. Die Schaukel ist stabil und hält einen aus, aber der Sitzbereich ist viel zu klein. Das schmälert den Genuss. Und, ganz ehrlich, selbst einem korpulenten Kind hätte jenes 1. Sitzbrett mit Sicherheit auch Probleme bereitet. Was bedeutet das für den Schaukelfanatiker? Nun, es drückt ganz leicht an den Seiten der Oberschenkel. Auf Dauer ist das dann sehr unangenehm. Aber dieses Mal, da auf dem Spielplatz, bestand das Sitzbrett aus einer Art Gummisitzbank. Breit genug für jeden Schaukelliebhaber und sehr bequem für längeres Schaukeln auf dem eigenem Sitzfleisch.

Zeit nehmen

Mit dem Blick zur rechten Seite auf den Kienberg Berlin – einer doch angenehmen Gegend mitten im berühmten Berliner Plattenmeer Marzahn –

Schaukelschlenker - Spaß muss sein
Schaukelschlenker – Spaß muss sein

und dem zur Linken, wo einige Menschen wirklich große Drachen in den Frühlingshimmel empor steigen ließen, genoss ich diesen wunderbaren Moment in gleichmäßiger Bewegung auf der von mir okkupierten Schaukel. Genau dafür muss der Mensch sich Zeit nehmen, dachte ich mir, sonst lebt und genießt er nicht. Ab und an wechselte ich mit meinen Begleitern ein Wort über Dies & Das, die sich in der Nähe der Schaukel aufhielten. Wie von einer erhobenen Kanzel gab ich meinen glückseligen Senf nach unten.

Das Glück dieser Erde …

Weit oben, wenn die Amplitude schon sehr beachtlich ist und man die Augen schließt und sich deutlich auf das Pendeln der Schaukel konzentriert und die Augen weiterhin geschlossen hält, dann kribbelt es im Bauch. Immer und immer wieder. Bei jeder neuen Bewegung. Ein wunderbares, ein einmaliges Gefühl. Zwar sagt man, dass man das Glück dieser Erde auf dem Rücken der Pferde findet, aber ich behaupte, dass sich dieses annähernd auch auf dem Sitzbrett einer Schaukel finden lässt – wenn man es selbst zulässt.