Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


T.C.Boyle signiert seinen neuen Roman „Die Terranauten“
23. Februar 2017, 10:43
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T.C.Boyle –  Foto-Impressionen von der Berliner Lesung

T.C.Boyle signiert Die Terranauten in BerlinT.C.Boyle signiert Die Terranauten in Berlin

T.C.Boyle signiert Die Terranauten in Berlin

 

T.C.Boyle signiert The Terranauts - Boyles Hand mit Ring beim Signieren

T.C.Boyle signiert The Terranauts – Boyles Hand mit Ring beim Signieren

 

T.C.Boyle im Gespräch mit einer Leserin bei der Signierstunde in Berlin

T.C.Boyle im Gespräch mit einer Leserin bei der Signierstunde in Berlin

 

Der Kultautor Tom Coraghessan Boyle

Der Kultautor Tom Coraghessan Boyle



T.C.Boyle stellt neuen Roman San Miguel im Berliner Kino Babylon vor

T.C.Boyle wieder in Berlin

Der amerikanische Autor Thomas Coraghessan Boyle fand in diesem Jahr wieder den Weg nach Berlin. Am 17. September gab er eine Lesung im Kino Babylon und stellte im Rahmen seiner Deutschland-Lesereise und natürlich passend zum Internationalen Literaturfestival Berlin 2013 seinen neuen Roman „San Miguel“ vor.

San Miguel Kino Babylon Lesung mit T.C.Boyle

Literatur Live mit T.C.Boyle – San Miguel im Kino Babylon in Berlin

Zum Inhalt des Romans San Miguel

Eine einsame Insel vor der Küste von Kalifornien, die für die einen die Hölle ist, für die anderen das Paradies: Die schwindsüchtige Marantha verschlägt es 1888 nach San Miguel. Während sie sich, geplagt vom rauen Klima, von Monotonie und Einsamkeit, dem Leben entzieht, schafft es Adoptivtochter Edith, dem tyrannischen Vater und der verhassten Insel zu entfliehen. Jahrzehnte später zieht Elise Lester dorthin und findet mit ihrer Familie ihr Glück. Die Presse in den USA feiert die Lesters mitten in der Weltwirtschaftskrise als Inbild vom Mythos der Pioniere, doch die Idylle trügt. Boyle gelingt es meisterhaft, in dieser großen Saga das Schicksal dreier starker Frauen lebendig werden zu lassen. (Quelle: hanser-literaturverlage.de)

Boyles Erstling Wassermusik in neuer Übersetzung

Signierstunde mit T.C.Boyle - Literatur Live San Miguel

T.C.Boyle signiert San Miguel

Boyle lieferte seinen Fans wieder eine interessant-amüsante Lesung mit frischen-witzige Details aus seinem Leben als Autor. Handelt es sich im Roman von San Miguel um die Geschichte dreier Frauen, wird sein neuer Roman – den er gerade beendet hat – ein rein männlicher Roman sein, wie er betonte. Der Roman wird haarig sein, er wird archaisch und brutal sein, erklärte er. Zudem soll nächstes Jahr sein erster Roman „Wassermusik“ (1982) noch übersetzt von Werner Richter in einer neuen Übersetzung von Dirk van Gunsteren erscheinen. Die Übersetzung des Textes von San Miguel aus dem Englischen stammt ebenfalls von Dirk van Gunsteren.

Nach der Lesung nahm sich Boyle wieder Zeit bis zum letzten Fan und signierte fleißig jedes Buch, das ihm vor die Nase gesetzt wurde. Zum Thema Reise, meinte Boyle: „That’s what I think about traveling.“ und schrieb spontan Folgendes in mein Reise-Buch:

T.C.Boyle Signatur und Bild zum Thema Reisen

T.C.Boyle mit Signatur und Bild zum Thema Reise

Pressestimmen zu T.C.Boyles Lesereise:

Autor T. C. Boyle begeistert mit „San Miguel“ seine Leser (rp-online.de)

T. C. Boyle hat einen Insel-Western geschrieben (welt.de)

Boyle zum Thema Internet auf focus.de:

Autor und Blog-Pionier T.C. Boyle hadert mit dem Internet (focus.de)

Weitere interessante Artikel zu T.C.Boyle auf diesem Blog:



Pressestimmen zu T.C.Boyles Lesereise 2012 und neuem Roman von ihm „Wenn das Schlachten vorbei ist“

Lesereise des Schriftstellers T.C.Boyle

Nun ist sie vorbei, die Lesereise des Pop-Titanen der amerikanischen Literatur. „Wenn das Schlachten vorbei ist“, ist Boyles neuester Roman. Dafür und „weil es mal wieder Zeit war“ (würde der Fan jetzt sagen) reiste Boyle 2012 durch Europa und stellte in seinen Lesungen die Thematik des Buches und sich selbst vor.

T.C.Boyle in Berlin – Volksbühne Berlin

Auch ich war live vor Ort auf der Lesung von Thomas Coraghessan Boyle in Berlin in der Volksbühne. Wer dabei war oder eine der anderen Lesungen von ihm besucht hat, weiß, dass es immer eine fabelhafte Show ist. Äußerst gut besucht von Fans beider Geschlechter und immer im Wechsel auf Englisch und hierzulande auf Deutsch durch einen Moderator. In Berlin fehlte das, die Übersetzungen für das deutschsprachige Publikum lies arg zu wünschen übrig. Die Lesung war trotzdem sehr sehens- und hörenswert. Überraschend und interessant war dieses Mal der dritte Punkt im Triangel der Übersetzung. Auf der Bühne befanden sich zusätzlich Dolmetscher für Gehörlose, die den rezitierten Text sowie das Interview in der Gebärdensprache übersetzen. Zurückzuführen ist diese Besonderheit auf den Roman TALK TALK von Boyle aus dem Jahr 2006, wo er diese Thematik literarisch spannend verarbeitete.

T.C.Boyle Eintrittskarte Volksbühe Berlin - Wenn das Schlachten vorbei-ist - Lesereise von 2012

T.C.Boyle Eintrittskarte Volksbühe Berlin – Wenn das Schlachten vorbei ist – Lesereise von 2012

Ein neuer Roman von Boyle ist schon wieder in Produktion

Während die Fans von T.C.Boyle noch am Lesen des neuen Romans „Wenn das Schlachten vorbei ist“ sind, ist ein weiterer Roman schon längst abgeschlossen, in Produktion und in Englisch erhältlich. Die Rede ist von „San Miguel“. Mit der Lektüre von „San Miguel“ auf Deutsch muss sich das Publikum hierzulande noch bis nächstes Jahr gedulden. Aber – Gott sei Dank! – haben wir ja für dieses Jahr aus der Boylschen Feder den Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist“ erst einmal zu lesen. Obwohl: Wenn der Roman verspricht, was Pressestimmen behaupten und bei dem was ich bei meinen bisher ersten 150 Seiten gelesen habe, dann ist das Lesevergnügen sicherlich nur kurz. Zu schnell liest sich aus Neugier, Spannung und stilistischem Lesegenus T.C.Boyles neuer Roman „Wenn das Schlachten vorbeit ist“.

Pressestimmen zum Boyle-Roman

Die deutschsprachige Presse hat sich wieder mal überschlagen und überall im Netz sind größere oder kleinere Rezensionen zu seinem neuen Roman erschienen. Hier und da auch mal ein Video, wie z. B. „«Strassenliterat» T. C. Boyle“  (tagesanzeiger.ch – Video: Jan Derrer, Chantal Hebeisen – 10.05.2012) oder auch das hauseigene Video des Carl Hanser Verlags „T.C. Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist“ (siehe auch Blogartikel auf dem Tausendfüßler-Blog „Buchtrailer von T.C. Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist“).

Es folgt ein …

Kleines Konvolut an Rezensionen zu T.C.Boyles neuen Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist“

handelsblatt.com

Rezension Boyle-Neuwerk – Töten, um zu überleben

„Darf man Tausende profane Organismen töten, nur um ein seltenes Tier vor dem Aussterben zu retten? Im neuen Roman des Autors T. C. Boyle geht es um die Frage, wie weit der Mensch beim Naturschutz gehen darf. Eine Kritik.“

von Thorsten Giersch 14.05.2012

fr-online.de

Schriftsteller T. C. Boyle

Der Punk-Autor und die Natur

T. C. Boyle stellte in der ausverkauften Volksbühne seinen neuen Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist“ vor.

Thorkit Treichel 07.04.2012

fr-online.de

Lesung in der Berliner Volksbühne

Ihre Fragen an T.C.Boyle

Das Gespräch führte Martin Scholz. 05.04.2012

taz.de

Die One-Man-Show

T. C. Boyle ist für seine literarische Liebe zu Umweltaktivisten, Marihuana und Hippies berühmt geworden. Wenn er die Bühne betritt, ist der Jubel groß.

von Susanne Messmer 07.05.2012

orf.at

T. C. Boyle auf Tour in Wien – Der Rockstar unter den Literaten

Er gehört zu den absoluter Vielschreibern seines Fachs, denn fast jedes Jahr publiziert der US-amerikanische Kultautor T. C. Boyle einen Roman oder eine Sammlung von Kurzgeschichten. …

von Christine Scheucher 02.05.2012

blick.ch

Bestseller-Autor T.C Boyle im Interview – «Beim Schreiben werde ich high»

Der schrägste Pop-Literat der Welt ist 63 Jahre alt, kämpft gegen den Sex und wäre gern wieder ein Baby.

Von Cinzia Venafro 11.05.2012

stuttgarter-zeitung.de

Begegnung mit T. C. Boyle

Der optimistische Pessimist

Von Ulla Hanselmann 02.06.2012

beobachter.ch

T. C. Boyle

«Ich wäre gern 
spirituell»

Von Tatjana Stocker 31.06.2012

shz.de

HUSUMER NACHRICHTEN

„Ich bin ein Killer“

Von Martin Schulte 31.06.2012



Lesung von T.C. Boyle im Kino Babylon Mitte
Bayylon - Literatur Live T.C. Boyle

Babylon – Literatur Live T.C. Boyle

Prolog

Wie der Leser am gemeinsamen Foto mit T.C. Boyle erkennen kann, habe ich am Montag tatsächlich noch eine Karte für die Lesung bekommen. Ich hatte da so meine bedenken. Fünf Minuten vor 19 Uhr stand ich etwas gehetzt, aber glücklich vor Ort an der Kinokasse von Babylon Mitte. Zusätzlich hatte ich das zeitliche Glück und das Privileg T.C. Boyle als einer der Ersten und einer der Letzten in der Zeit seiner Lesung zu Gesicht zu bekommen; unabhängig von Veranstalter und Begleitung.

Denn nachdem ich meine Karte in der Hand hatte, ging ich noch für einige Minuten an die frische Luft. Stand entspannt und zugleich gespannt vor dem Kino als plötzlich ein Großraumtaxi an der Ecke hielt und der Autor selbst zusammen mit Herrn Eisermann genau aus diesem Taxi ausstieg. Gekleidet in schwarz mit einem großen schwarz-roten Schal trat Boyle auch schon dem ersten Fan entgegen und signierte bereitwillig eine Fotografie; wie ich mit etwas Abstand erkennen konnte. Andere wiederum hielten die 1. Buchseite eines schon bekannten Buches zum signieren hin. Zwar hatte ich meine Bücher ebenso zum signieren dabei, doch blieb ich lieber Beobachter der Szenerie und freute mich wie ein Groupie ihn live zu sehen. Ich versuchte hingegen aus einiger Entfernung ein Foto zu erhaschen, da ich aber Herrn Boyle nicht gleich zu Beginn mit einem Blitz nerven wollte, generierte meine „Digitalkamera für die Hosentasche“ ein völlig verschwommen, ein etwas surreales Bild.Sie schaffte es nicht den Augenblick scharf festzuhalten, was mich aber nicht ärgerte, denn der Abend lag ja noch vor mir.

Über 600 Besucher

Der Saal im Kino 1. füllte sich allmählich. Hier und da sah ich ein bekanntes Gesicht aus den Medien. Ich suchte mir, ohne zu drängeln, einen entspannten Sitzplatz in der 8. Reihe am äußersten linken Rand. Meine geliebten Bücher von Boyle stets am Mann und stolz diese hoffentlich alle signiert zu sehen. Auf dem Podium standen zwei bequeme Sessel, davor ein Tisch mit Getränken und zu ihrer rechten Seite ein Stehtisch dekoriert für den Autor als Sprachkanzel zum Lesen. Ein Kameramann befand sich ebenfalls vor Ort und ein Fotograf blitzte mit seiner Profikamera in Abständen und von unterschiedlichen Positionen Fotos während der ganzen Lesung, um das Ereignis zu dokumentieren. Mit der Zeit gab es schon keine Plätze mehr und die ersten Besucher mussten sich in den Balkon des Kinosaals begeben.

Es geht los …

Mit viertelstündiger Verspätung war es dann soweit. Wie aus dem Nichts über eine Treppe, die vom Bühnenkeller direkt auf die Bühne führte, stiegen der Autor T.C. Boyle und sein Dialogpartner David Eisermann vor das gespannte Publikum. Gleich zu Beginn machte Boyle sich über diesen Effekt „des Erscheines“, denn so sah es wirklich aus, lustig. Ein gekonnter Wortwitz und der Zuschauer lernte gleich die lockere und menschliche Art des Autors kennen. Diese so lockere und entspannte Art bekam man während der ganzen Lesung, die von Thalia-Buchhandlungen Berlin organisiert wurde, öfter noch zu hören.

Boyles Schuhe, sportlich im Aussehen und knallrot mit weis, waren ein Hingucker für sich. Eisermann und Boyle begannen nach kurzer Vorstellung und der Feststellung durch das Publikum, dass das Mikrofon von Herrn Eisermann nicht optimal eingestellt war, die Lesung im Charakter eines Podiumsgesprächs.

Drei gelesene Texte

Boyle berichtete ausführlich von der Idee und der Recherche zur Figur des Romans dem Protagonisten Frank Lloyd Wright, aber auch von seinem Haus, das eben von diesem Architekten erbaut wurde. Eisermann übersetzte zuweilen manche Passagen des Dialogs für die Zuhörer. Im Wechsel wurden anschließend ausgewählte Textauszüge aus dem neuen Buch „Die Frauen“ (erschienen beim Hanser Verlag) vorgelesen. Als erstes las Boyle eine Passage in englischer Fassung. Gern hat man ihm zugehört, da er effektvoll mit seiner Stimme spielt und den Text für alle sichtbar bei der Performance auf der Lesebühne lebt. Boyle bietet dem Betrachter eine schöne Show. Nach einem kurzen Plausch las Eisermann eine Passage, der die Unterhaltung interessant gestaltete und sich dezent zurück hielt, wenn Boyle eine seiner Anekdoten begann zu erzählen, die mit dem Text oder seiner Schriftstellerei zu tun hatten.

Zum Abschluss las noch einmal der Autor. Oft schaffte er es, dass die Zuhörer entzückt lachten. Nach ca. 1 ½ Stunden war der 1. Teil die öffentliche Lesung vorbei. Für den Fan, den Leser von Boyles Prosa und dem stolzen Besitzer des neuesten Werkes oder wie ich mehrerer Werke, begann nun der 2., der wesentlich aufregendere Teil der Lesung.

Das große Warten

Der Kopf der Warteschlange

Der Kopf der Warteschlange

Schon zu Anfang erklärte der Gastgerber „Herr Boyle werde jeden, wirklich jeden Signierwunsch bis zum Schluss erfüllen – bis der letzte gegangen ist.“ Auch wurde erwähnt, dass ein Signierstand auf Augenhöhe also vor dem Podium errichtet wird, da es der Wunsch von Herrn Boyle ist auf Augenhöhe mit den Menschen – dem Leser – zu stehen und mit ihnen in direktem Kontakt zu sprechen. Genau diese Einstellung macht ihn, trotz seiner enormen Popularität, so sympathisch. Außerdem muss man sich vor Augen führen, dass über 600 Personen im Kinosaal 1 anwesend waren und die Bekanntgabe der Lesung im Voraus, wie der Gastgeber erklärte, nicht über die Maße publik gemacht wurde; da man sonst an die Kapazitätsgrenzen der Räumlichkeit gestoßen wäre.

Wer glaubt, dass man sich einfach anstellt und das Buch signiert bekommt, der irrt. Boyle nimmt sich Zeit. Anstrengend ist so ein Marathon mit Sicherheit, aber er genoss sichtlich den Smalltalk mit den begeisterten Fans.

T.C. Boyle signiert

T.C. Boyle signiert

Ein kurzes Gespräch mit jedem, der sich darauf einließ, war in jedem Fall möglich. Natürlich gab es auch einige Wenige wie ich, die mehr als nur ein Buch zu signieren hatten. Der Lieblingsautor so nah und dann noch in Berlin, das muss ich nutzen. Ich hatte ganze 9 Bücher dabei, die neueste Publikation inbegriffen. Da ich wusste, dass es mehr als ein Weilchen dauern würde, hielt ich mich zurück und wartete den ersten Ansturm ab. Ich konnte mich selbst davon überzeugen, dass T.C. Boyle bis zum letzen Besucher durchhielt. Der letzte, der nicht zum Trupp der Organisatoren gehörte, war nämlich ich. Ganze zwei Stunden dauerte es bis zum kurzen Gespräch mit ihm und der ersehnten Signatur in den mitgebrachten Büchern.

Smalltalk

„I hope for you, this is the last big bag“, und ich zeigte mit einer Miene der Entschuldigung auf meine Tüte mit meinen Büchern. “Is this okay?”

“Oh yes, it is okay.” Seine Antwort klang ehrlich.

“Realy.”

“Oh yes.” Dann konstatierte er noch mit einem schelmischen Grinsen. „Today are nine books, next time you bring only one book.“ Er grinste mich an und signierte die Bücher, die ihm reichte.

“Yes, I’ ll do so.” Ich grinste verlegen zurück.

“You said to the people that you would notbe hero, but for me you are a hero. If you stand here for 4 hours reading and talking, that’s why – you are a hero”, sagte ich anschließend mit einem ernsten, aber doch witzigen Unterton. Das sagte ich, weil er im Gespräch mit Eisermann erwähnte: Ich bin kein Held, ich bin wie jeder andere Mensch. Da schaute er mich an und begann zu lachen.

Nach einem kurzen Wortwechsel über die Schriftstellerei – ich erwähnte mein Buchprojekt und dass ich durch sein Leben und seine Werke stets inspiriert werde meine Schreiberei weiter zu führen und auch den Traum eines fertigen neuen Buches stets lebe – vergas ich doch glatt noch ein Erinnerungsfoto mit ihm zusammen zu knipsen. Er fragte mich, ob ich in Englisch oder Deutsch publiziere. Ich meinte sehr zurückhaltend: Oh nein, nur in Deutsch. Es ist mein neues Buchprojekt und ich bin noch lang nicht so populär wie er. Ich bin noch in der Phase, neben meinem kleinen Leserstamm, den ich durch das erste Buch habe, diesen Leserkreis auszubauen. Ich befinde mich als Autor in der Hoffnung viele Leser für mein neues Buch und meine Texte zu gewinnen. Boyle hörte mir zu und ermunterte mich immer weiter zu machen. Ich lächelte ihm zu und versicherte dies zu tun. Zugleich gestand ich ihm ein wenig aufgeregt zu sein und nicht sofort die passenden Vokabeln zur Hand zu haben.

Die Frauen - signiert

Die Frauen – signiert

Aber: „Alles in Ordnung, kein Problem“, meinte er entspannt und klopfte mir auf die Schulter. Dann verließ ich den Signiertisch. Ein Foto hatte ich immer noch nicht geknipst. Also wand ich mich noch einmal um und zeigte mit der Kamera in meiner Hand zu Herrn Boyle. Dieser signalisierte mir – ich solle noch mal zu ihm kommen. Das tat ich mit Vergnügen.

Epilog

Glücklich und zufrieden begab ich mich im Anschluss nach draußen. Vor dem Kino lehnte ich mich erst einmal an einen der Fahrradständer und lies die Eindrücke Revue passieren. Als ich mich nur kurz umdrehte, um auf die erleuchtete Volksbühne schräg gegenüber vom Kino zu schauen, sah ich durch Zufall, dass Boyle zusammen mit Eisermann und den Organisatoren ebenfalls die Lokalität verließ. Sie bogen rechts ab und verschwanden um die Ecke Richtung Volksbühne. Ich sah ihnen freudig nach und als ich niemanden mehr erkennen konnte, lief ich beschwingt zur S-Bahn am Alexanderplatz.

Ich muss schon sagen: Wenn man sein Idol trifft, dann ist man berauscht, dann ist man fasziniert, inspiriert und voller Phantasie. Ich habe den Augenblick sehr genossen und die Lesung in vielen Details genau wahrgenommen. Auch der 2. Teil war genauso interessant wie die Lesung selbst. Und irgendwie habe ich erkannt, dass ich auf simpelste Art an jenem Abend auch ein kleinwenig Groupie war.

(Mehr zum Inhalt des Buches und zur Lesung in Stuttgart unter http://www.swr.de von Franziska Roth.) [ehemaliger Inhalt unter „www.swr.de“ nicht mehr vorhanden – Stand: 01.07.2014]