Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


Ist dies der Anfang eines Kriminalromans?
25. Januar 2017, 19:44
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Wie fange ich an einen Roman zu schreiben?

Aller Anfang ist schwer, sagt man … oder auch leicht – je nachdem. Die Frage „Wie fange ich einen Krimi an zu schreiben?“ beantwortete sich bei mir mit: einfach mal drauf los spinnen, denn ich habe da was im Kopf. Es war letzten Sommer und ich war gerade in Berlin unterwegs. Saß im Park am Nordbahnhof und sinnierte so vor mich hin. Plötzlich spann ich mir einen Anfang für einen Kriminalroman zusammen und auch schon einige Protagonisten kamen auf die geistige Bühne. „Mensch, das musst du aufschreiben!“, habe ich mir gedacht und manchmal hat man eben nur die Rückseite einer Webebroschüre von MARC O Polo für die Niederschrift. Ich kritzelte alsbald mit einem Kuli drauf los.

Ich muss gestehen, dass schon einige Ideen für neue Geschichten in der Schublade ruhen und einem einfach die Zeit fehlt, diese weiter zu verfolgen. Aber diesen Anfang, die Idee oder auch nur die Szene nicht aufzuschreiben und die Gunst der Stunde im kreativen Wahn zu nutzen, wäre äußerst schade. Oft passiert es, dass die Ideen die sich so schon formieren, aufblasen, dann nur noch rudimentär – in einem Satz oder einem Wort – vorhanden sind und das Beste an der Idee verschwunden ist.

Ob ich den nachfolgenden Text weiter verfolge, weiß ich nicht, aber ich könnte mir durchaus vorstellen hier einen kleinen Roman von 100 – 200 Seiten mit einem Detektiven oder einem Detektiv-Team zu kreieren. Noch ist nicht aller Tage Abend und die Idee wie es weiter geht, ist auch schon da. Die grundsätzliche Frage ist, habe ich Zeit dafür und könnte die Story jemanden interessieren? Nun denn …

 

1. Seite handschriftlichen Krimi-Manuskript auf Rückseite einer Werbebroschüre

Anfang eines Kriminalromans

Das könnte der Anfang eines Kriminalromans sein:

Egon Marius Krämer hat nur ein Buch in seinem Leben geschrieben, dafür hat er aber den Literaturnobelpreis erhalten. Die Auflage seines ‚Buches und die nachfolgenden Auflagen konnten sich sehen lassen; auch die vielen Übersetzungen.
Es heißt, er habe nur 11 seiner Bücher signiert. Eines davon befindet sich im Museum für Literaturgeschichte in Berlin und ein anderes in seinem Safe zu Hause.
Vier weitere der signierten Bücher gelten als verschollen oder zumindest: Unbekannt verblieben.
Zweit weitere Exemplare befinden sich bei Niklas Woodheimer, einem Internet Millionär, der eines der beiden Bücher für eine horrende Summe bei einer Ebay-Auktion im Internet ersteigert hatte, nach dem sich der Neffe von Krämer aus finanzieller Not ’notgedrungen‘ von seinem seltenen Exemplar trennen musste.
2,4 Millionen Euro erhielt er dafür von Woodheimer. Die Hälfte des Betrages, so wurde gemunkelt, hat er bereits wieder verspekuliert, da er als Spieler auf hohem Niveau nur die Börse als wahren Spielplatz mit Gewinnaussichten, quasi als Königsdisziplin, für echte Zocker hält. Das man da auch verlieren kann, scheint ihm nicht der Rede wert zu sein und gehört zum Spiel eben dazu.
Mandy Münch aus Meißen, der Stadt des Porzellans, besitzt ebenfalls ein Exemplar.
Das Spiel um sein Leben, scheint der Nobelpreisträger für Literatur Egon Marius Krämer jedenfalls verloren zu haben. Denn er liegt nun Tod auf dem Fußboden seiner Wohnung, exakt zwischen zwei symmetrisch aufgestapelten Türmen von Büchern. Es sind Exemplare seines eigenen Werkes.



Der Tausendfüßler – Eine E-Mail mit 6 MB

Gestern (Montag) habe ich alle Daten in einer 6 MB großen E-Mail an Frau L. gesendet.  Darin befindlich war das komplett korrigierte Manuskript „Der Tausendfüßler“, das endgültige Coverbild (ich hoffe, ich habe das richtige Bild gewählt, lasst Euch überraschen), der Klappentext und diverse andere  relevante Daten zur Buchproduktion.

Autorenfoto - Jens Böhme

Autorenfoto - Jens Böhme

Zuvor jedoch, im Laufe des Vormittags, nach einem Frühstück mit selbst gemachtem Rührei, habe ich von einer Fotografin zu Hause  ein entsprechendes Autorenfoto für das Buch knipsen lassen. Dieses – ganz klassisch – vor meiner kleinen heimischen Bibliothek. Mit dem Bild bin ich sehr zufrieden und wir mussten uns am Ende zwischen zwei Favoriten entscheiden. Letztendlich haben wir jenes ohne Denkerpose (dieses gibt es erst im Buch zu sehen) genommen. Auch alle anwesenden in unserer WG haben das Auserwählte als das Bessere mit einem Fingerzeig attestiert. Im Anschluss habe ich dann die schon vorbereitete Kurzvita unter das Bild gefügt und gleich hinter den Manuskripttext eingefügt. Seitdem warte ich auf einen Rückruf, um Details zur Produktion zu klären. Vor allem was das Layout betrifft, da muss noch die direkte Vorstellung des Machbaren abgeglichen werden.



2. Rate Lektorat und die Qual der Wahl

Nächstes Etappenziel erreicht

Habe gestern das von mir überprüfte Manuskript mit den vorgenommenen Änderungen der Lektorin zu Frau L. geschickt. Die Lektorin hat professionelle Arbeit geleistet und ich bin zufrieden und sehr froh mich für eine solche Vorgehensweise entschieden zu haben. Wie vermutet, wurden doch noch einige Korrekturen vorgenommen; vor allem formal. Jene Endfassung, die ich jetzt zurück gesendet habe, betrifft nur noch wenige Änderungen, die wiederum mir aufgefallen sind. Die Lektorin soll diese nur noch einmal checken. Das Ganze wird sicherlich kein großer Aufwand mehr sein. Und dann …

… steht die Endfassung …

Auch habe ich gestern die letzte und 2. Rate von 512,60 € der Kosten für das „Korrektorat“ des Verlages angewiesen (siehe auch Artikel: Über Geld redet man nicht). Nun kann es losgehen – ab in die Produktion. Ich denke, Ende der Woche oder Anfang nächster Woche kann der Autorenvertrag unterschrieben werden. Dann wird das ganze Buch wieder etwas fassbarer durch die Kalkulationen des Verlages (Seitenanzahl, Verkaufspreis, Buchlayout etc.pp.).

Das richtige Cover

Im Moment beschäftige ich mich mit dem Finden eines passenden Covers. Ich habe dahingehende auch schon etwas in Aussicht, möchte aber dazu noch nichts sagen, da ich noch keine endgültige Entscheidung getroffen habe. Ich empfinde das als sehr schwierig, da ich bei dieser Entscheidung an so viel denken muss. Wie zum Beispiel: Ist dies die passende Farbe? Sagt das Bild auch wirklich aus worin es in dem Buch geht oder muss es das eigentlich gar nicht? Soll das Bild unbedingt etwas mit dem Titel „Der Tausendfüßler“ zu tun haben oder kann es auch ein anderes Bild sein? Ein Bild, welches zur Story, zum Liebesroman oder auch nur zum Protagonisten passt.

Ein wirklich diffiziles Pflaster … doch kommt Zeit, kommt Rat.

Frage an den Leser: Muss das Bild unbedingt etwas mit dem Buchtitel zu tun haben oder kann dieser auch andere Assoziationen hervorrufen? Ist man enttäuscht, wenn der Klappentext etwas anderes mitteilt als das Cover oder ist dies gerade interessant im Zusammenspiel mit Titel, Buchcover und dem auf der Rückseite stehenden Klappentext?



Korrekturen – Es geht voran
22. März 2009, 00:48
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Etappenziel erreicht

Wir befinden uns in der 12. Kalenderwoche. Am Donnerstag erhielt ich per E-Mail einen Teil der ersten Version des korrigierten Manuskriptes. Die Korrektur erfolgte digital und die Veränderungen bzw. die Veränderungsvorschläge sahen sehr übersichtlich aus. Entweder ich habe im Word diese Bearbeitungsvariante noch nicht entdeckt oder aber die Lektorin hat ein spezielles Programm dafür benutzt, um die Änderungen so dazustellen wie ich sie jetzt vor mir habe. Nun, das bekomme ich sicherlich noch raus. Bevor ich etwas am Text ändere, soll ich noch warten bis das Manuskript vollständig von ihr korrigiert wurde. Dann erst soll ich mich ransetzen und noch einmal über den Text fegen und alles Unstimmige ausmerzen. Da die Änderungen schon Bestandteil der endkorrigierten Fassungen sind, wie ich erfuhr. Ich rechne mit der vollen Korrektur Ende nächster Woche. Ich lass mich überraschen.

Mira vs. Miria

einer Ansprechpartnerin beim Verlag habe ich noch schnell geklärt, dass der Name der Buchhändlerin nicht Mira – wie es unwissentlich als Arbeitstitel durch die Lektorin im gesamten Text geändert wurde -, sondern Miria heißen soll. Miria Marck ist die Dame in die sich der Protagonist Conrad Wipp verliebt. Zum Glück erledigt die Lektorin die Richtigstellung gleich mit und ich bin froh darüber, dass auch dieses Problem aufgefallen ist und geklärt wurde. Ich weiß auch nicht, wie Mira in den Text gekommen ist. Entweder ich habe aus Versehen ein paar Mal das „i“ vergessen oder die Wordrechtschreibprüfung hat irgendetwas formatiert, was nicht formatierte werden sollte. Wer weiß es?

Außerdem: Wo hätte denn der Leser seine Lieblingspräferenz im Namen – bei Mira oder bei Miria? Das würde mich echt mal interessieren.



Nächstes Ziel – 12. Kalenderwoche
24. Februar 2009, 15:05
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Original Manuskriptseite

Original Manuskriptseite

Voraussichtlich in der 12. Kalenderwoche wird das Korrektorat abgeschlossen sein, steht in der E-Mail von Frau L. und ich erhalte die Prüfdatei des Romans von der Lektorin. Dies wird dann in der Woche zum 16. März 2009 passieren; wenn ich mich nicht verrechnet habe. Ich bin jetzt schon ganz gespannt auf den weiteren Verlauf und hoffe, dass sich die Änderungsvorschläge in Grenzen halten.

Bis dahin habe ich Zeit an einem weiteren Manuskriptprojekt zu arbeiten und relativ zeitnah eine 1. Leseprobe des Romans „Der Tausendfüßler“ hier zu platzieren. Ich überlege noch, ob ich eine extra Seite dafür anlege oder aber diese Leseprobe als einen ganzen Artikel poste? Ersteres wird sicherlich benutzerfreundlicher sein.

Mal überlegen …



Über Geld redet man nicht

Oh doch. Über Geld wird doch andauernd gesprochen. In der Politik über die Steuern; das „Haushaltsgeld“. In der Wirtschaft über die Milliardenpakete, die an die Banken gehen und beim Kneipenbesuch nebenan über die Bierpreise. Egal wohin man heute schaut, man muss wissen: „Was kostet die Welt?“ Überall ist das Thema Finanzen präsent; auch in Kunst und Kultur. Denn von Luft und Liebe allein kann der Mensch nicht leben – zu mindest nicht dauerhaft.

Manuskriptseite in Tinte

Manuskriptseite in Tinte

Ein Blick auf die Finanzen

Da dies das Blog zum Roman ist, möchte ich natürlich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. Ich möchte hier den Prozess des Manuskriptes zum fertigen Roman darlegen und dazu gehört nun mal auch die finanzielle Seite des Projektes. Sozusagen eine Buch-Bilanz für all diejenigen, die wissen wollen was am Ende bei der Publikationsvariante „Book-on-demand“ unterm Strich investiert wurde. Ich hoffe damit auch anderen Autoren, vor allem auch Hobbyautoren, einen kleinen Einblick zu geben und zu zeigen mit welch pekuniärem Einsatz man rechnen sollte und an welchen Kriterien sich das festmacht.

Die erste Rate für’s Lektorat

Gestern wurde von meinem Konto die erste Rate von 512,60 € an den Lektoratsservice des Verlages abgebucht. Das Lektorat – hier Korrektorat genannt –, kostet insgesamt ganze 1.025,20 €. Diese Summe wurde nach Absprache in 2 gleiche Teile gestückelt. Der erste Teil zu Beginn, also wenn die Lektorin mit der Korrektor los legt und der zweite Teil, wenn sie mit dem Text komplett fertig ist und mir anschließend das Manuskript zurück schickt. Dann liegt es wiederum an mir, den Text gegen zu lesen und die vorgeschlagenen Korrektoren zu ändern und mögliche Ungereimtheiten, sowie Redundanzen auszumerzen.
Ist dann das Manuskript soweit zum Druck bereit, wird ein Prototyp erstellt und es geht in die Produktion. Dazwischen jedoch muss noch das Buchcover bestimmt werden. Für die tatsächliche Produktion, wo dann Seitenanzahl, Verkaufspreis, Cover, Klappentext etc.pp. fest steht, muss ich dann noch einmal in den Finanztopf greifen. Dazu detaillierte Informationen, wenn es soweit ist.

Wichtig ist, dass der Text am Ende Qualität hat. Aus diesem Grund habe ich mich für ein professionelles Lektorat entschieden. Denn nur Qualität überzeugt letztendlich den Leser und dafür steht wiederum der Lektor, der sich objektiv mit dem Text auseinander setzt.



Schnapsideen – Dinge, die man wirklich tut
16. Februar 2009, 19:11
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Als ich einmal einen echt finanziellen Engpass hatte, das war im Jahr 2005, habe ich im TIP Berlin in der Rubrik „Sonstiges“ folgendes annonciert:

– Der Tausendfüßler – psychologischer. Liebesroman – gebe alle Rechte ab – Preis Verhandlungssache – … was folgte, war die Telefonnummer und E-Mai-Adresse.

Mal ehrlich …

Wie naiv, … wie bescheuter und größenwahnsinnig muss ich eigentlich gewesen sein mir 1. die Rechte abnehmen zu lassen für ein Projekt in dem so viel Herzblut steckt 2. zu glauben, dass es irgendeinen Interessenten dafür gibt 3. zu hoffen damit mein lädiertes Konto aufzupäppeln und 4. überhaupt auf die Idee zu kommen etwas von irgendjemandem zu erwarten und diese  Schnapsidee auch noch umzusetzen?

Schnapsidee

Schnapsidee

Herrjemine … das war keine Sternstunde in meinem Leben … aber so ist das nun mal, wenn man sich zu viel einbildet und in der Klemme steckt.

Jedoch überzeugt von der Story wie ich es damals war, dass es eine kleine interessante Geschichte ist, in der sich ein jeder wieder findet und die von vielen unterschiedlichen Gefühlsfacetten durchflutet ist, die der Leser auch nachvollziehen kann, bin ich immer noch. Oh ja. Wäre auch schlimm, wenn nicht.

Doch muss ich zugeben, dass ich dabei auch in selbstgefälliger weise auch an hiesige Filmeproduzenten gedacht habe. Die mich mit einem „Äpple & nem EI“ abspeisen und die Story einfach an sich nehmen, später umpolen und den kläglichen Rest den Haifischstorylinern im Textbecken in den Rachen werfen.

Wer weiß für was es gut ist?

Okay, die fantasievolle Hoffnung, dass eventuell auch ein Literaturagent oder Verlag dies lesen würde, schwirrte da unterschwellig auch mit. Aber wenn es Hinz & Kunz gewesen wäre und mir auch nur annähernd 500 € dafür gegeben hätte (sei es dass H & K es sogar nur zum Feuer machen benutzen würden) – ich hätte diesen Deal gemacht.

Angerufen hat aber niemand, auch keine E-Mail habe ich erhalten. Gott sei dank und wer weiß für was es gut war?