Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


Bukowski-Symposium in Oldenburg

Die Charles Bukowski-Gesellschaft lud am 17. August zum Bukowski-Symposium in Oldenburg ein

Im August war es wieder soweit gewesen. Die deutsche Charles Bukowski-Gesellschaft lud zum Bukowski-Symposium in Oldenburg ein. In der Mohrmann-Halle (Bauwerkhalle) am Pferdemarkt 8, eine Art Kulturhalle, konnten Bukowski-Fans, Literaturwissenschaftler und Neugierige mit den Mitgliedern der Gesellschaft direkt in den Austausch treten oder einfach nur den interessanten Vorträgen lauschen.

Charles Bukowski Banner an der Mohrmann-Halle - CBG Symposium Oldenburg

Charles Bukowski Banner an der Mohrmann-Halle – CBG Symposium Oldenburg

Vorträge der Mitglieder auf dem Symposium

Es gab insgesamt 4 Vorträge in denen der amerikanische Schriftsteller mit deutschen Wurzeln im Mittelpunkt stand:

Charles Bukowski Vortrag 3 - CBG Symposium Oldenburg

Charles Bukowski Vortrag – CBG Symposium Oldenburg

  1. Vortrag: Yvonne Dauer (Gegenbach/BW, in ihrer Promotion beschäftigt sie sich u.a. mit Charles Bukowski): „Closer to God than the Sparrow. Rebellion und Sehnsucht in Charles Bukowskis Strom of the Living and Dead“
  2. Vortrag Sascha Bolder (Kerpen/NRW, schrieb seine Masterarbeit über Bukowski): „Old Man Out: Erklärungsansätze für das geringe Ansehen Charles Bukowskis in der amerikanischen Literaturgeschichtsschreibung“
  3. Vortrag Falko Henning (Berlin, Gründer der Charles-Bukowski-Gesellschaft und ausgewiesener Experte): „Escritos y Fotos de unvieja indecent – Bukowski in Uruguay und Argentinien“
  4. Vortrag Joachim Dittmar (Oberursel, langjähriges Mitglied der Charles-Bukowski-Gesellschaft und profunder Kenner von Leben und Werk Bukowskis): „Los Angeles und Charles Bukowski“
Charles Bukowski Vortrag 3 Zuhörer - CBG Symposium Oldenburg

Charles Bukowski Vortrag 3 – CBG Symposium Oldenburg

Ab 19 Uhr wurde dann zu einer Bukowski-Lesung mit Klavierkonzert geladen. Im fliegenden Wechsel gab es szenische Lesungen mit Ulf Goerges und Klavierstücke (von Bach bis Hisaishi) von Katja von der Heide.

Die Charles-Bukowski-Gesellschaft (CBG)

Gegründet wurde die Charles-Bukowski-Gesellschaft 1996 in Bamberg. Sie arbeitet insbesondere mit Menschen zusammen, die den Autor Charles Bukowski noch persönlich gekannt haben, sowie mit allen maßgeblichen Literaturwissenschaftlern, die sich diesem Autor und seinem Werk beschäftigen (auch international). So heißt es in einem Flyer:

WIR …

… erforschen Leben, Werk und Wirkung unseres Autors

…. unterstützen die Verbreitung und öffentliche Anerkennung

… unterhalten ein eigenes Archiv

… veröffentlichen regelmäßig Jahrbücher und andere Publikationen

… veranstalten Symposien, Lesungen und Vorträge und mehr

WIR …

… pflegen weltweiten Kontakt zu Bukowski-Forschern und Spezialisten

… fördern literaturwissenschaftliche Arbeiten

… erstreben die Einrichtung einer Gedenkstätte im Geburtshaus

… freuen uns über kulturbewusste Förderer/Sponsoren und Neumitglieder

Wer war Charles Bukowski? – Kurzvita

Charles Bukowski ist ein amerikanischer Schriftsteller, der am 16. August 1920 in Andernach geboren wurde. 1923 zog die Familie Bukowski nach Los Angeles, in die Geburtsstadt des Vaters. Er veröffentlichte von 1960 bis zu seinem Tod (9. März 1994 in San Pedro) über vierzig Bücher mit Gedichten und Prosa.

Detaillierte Infos unter „Leben“ in Wikipedia.

Wie ich zu Bukowski kam? – Eine persönliche Note

Das war Anfang meiner eigenen 20er Lebensjahre. Zwischen den beiden Studien war ich genau ein ganzes Jahr selbst Postmann und arbeitet damals als Zusteller für Brief- und Frachtverkehr bei der Deutschen Post im Gebiet Meißen meiner Heimatstadt. Als eine Art Springer hatte ich aber auch meinen eigenen Bezirk und echt super-tolle Kollegen. Ich hatte schon einige Monate auf dem Buckel und einiges erlebt bei der Zustellung; positive, wie auch negative Begebenheiten. Aber der Job machte mir Spaß! Er war jedoch nur befristet und ich überlegte tatsächlich, ob das nicht dauerhaft etwas für mich wäre.

Eines Tages jedenfalls stand ich mit den ganzen übervollen gelben Kisten voller vorsortierter Post an der Rampe und rauchte mit Fritz, dem einzigen anderen Mann im „Postoffice“ unter den Zustellern (Fahrradzusteller), eine letzte Zigarette bevor es dann raus ging.

Da fragte er mich in den letzten Zügen seiner Zigarette: „Sag mal Jens, kennst du eigentlich Bukowski ‚Der Mann mit der Ledertasche‘?“

Ich: „Nein.“

„Mensch, das musste unbedingt mal lesen! Der Typ beschreibt genau das, was wir hier machen, echt geil! Du schmeißt dich weg.“

„Echt?“

„Ja, kein Scheiß!“

„Ne, kenn ich wirklich nicht, aber kauf ich mir mal.“

„Mach das, das ist der Hammer, Alter!“

Ein paar Tage später war ich in der Buchhandlung, habe mir das Buch gekauft und es ratzfatz verschlungen. Und Fritz hatte recht, es war toll. Es war … mein Leben. Und da hatte einer namens Charles Bukowski was geschrieben, was ich oft auch selber erlebt habe. Ich hätte einige Anekdoten direkt gleich als Anhang hinten dran setzen können. Natürlich schaute ich anschließend nach, ob es da noch mehr Bücher gab. Und ja! Es gab noch mehr, was für ein Glück! So habe ich mir nach und nach die Romane von ihm, aber auch die Gedichte zu Gemüte geführt und irgendwann auch die Biografie von Neeli Cherkovski gekauft. Ich war definitiv Fan von diesem verschrobenen Typen geworden. Dies zeigt sich unter anderen auch in einigen Gedichten meiner Jugendjahre, die ich Anfang des Jahres im meiner Gedichtsammlung „GEDICHTE FÜR CLAQUEURE – TEXTE VON LIEBE, LUST UND LEBEN„* veröffentlicht habe. Zwei der Gedichte sind sogar direkt Buko gewidmet. So ganz, von seinem adaptierten Stil, konnte ich mich irgendwie nie ganz trennen und es macht mir immer noch Spaß ab und an formal-ähnliche Gedichte zu schreiben.

Poster Charles Bukowski mit Zitat - CBG Symposium Oldenburg

Poster Charles Bukowski mit Zitat – CBG Symposium Oldenburg

Irgendwann, viele Jahre später, lass ich dann im HunteReport den Artikel „Unbequemer Außenseiter“ und den Termin des Symposiums der CBG in Oldenburg. Klare Sache: Der Artikel wurde an den Kühlschrank geheftet und der Termin vorgemerkt. Ich konnte leider aus zeitlichen Gründen nicht alle Vorträge an diesem Tag hören und dem Konzert im Nachgang folgen, aber ich gehört und gesehen habe, hat mir gefallen und das ein oder andere Gespräch mit den Mitglieder fand ich spannend. Nicht zuletzt musste ich mich ja auch noch bei Roni dem Organisator (und Vorsitzender der Bukowski-Gesellschaft) bedanken, der mir bei einer Ebay Auktion die nötige fachliche Expertise zur englischen Erstausgabe von „Faktotum“ gab – signiert wohlgemerkt!

BUKOWSKI – FESTIVAL 2020 – in Bamberg

Das Festival findet in der Woche vom Donnerstag, 25.06.2020 – Samstag, 27.06.2020 statt.

Auszug aus dem Exposé der CBG:

„Im Jahr 2020 jährt sich der Geburtstag von Charles Bukowski zum runden 100sten mal. Die Gelegenheit ist unwiederholbar perfekt, um enorme Publikumswirksamkeit und Presse-Aufmerksamkeit (auch international) zu generieren und unserem Autor eine breite Bühne mit vielfältigem Programm zu bieten. Deshalb planen wir erstmals ein großes Festival, an Stelle unserer sonstigen jährlichen Symposien mit nur beschränktem Wirkungskreis. Verschiedene Akteure und Veranstaltungen werden ineinandergreifend sowohl unterhaltendes Programm wie auch informative und literaturwissenschaftliche Teile beinhalten. Sowohl unsere Kooperationspartner wie unsere Talk-Gäste und Redner sind durchweg erste Garde. […] Unser Ehrengast ist Bukowskis Tochter Marina Bukowski.“ (Anmerkung: Updates zum Inhalt der Veranstaltung werden in diesem Artikel hier folgen.)

Weitere Informationen zu Charles Bukowski im Netz:

*Buchtipp: Jens Böhme – GEDICHTE FÜR CLAQUEURE – TEXTE VON LIEBE, LUST UND LEBEN



Literaturveranstaltungen im Ammerland – Lesungen in Rastede

Bedeutende Autoren lesen in der Residenzstadt Rastede

Die Residenzsstadt Rastede im wunderschönen Ammerland lädt alle Literaturbegeisterten mit den „1. Rasteder Lesestunden“ recht herzlich ein. In Rastede präsentieren sich über das Jahr verschiedene Autoren in Lesungen vor Ort. Zudem finden auch diverse Veranstaltungen rund um das Buch statt wie zum Beispiel ein „Großer Bücherflohmarkt“ (26.05.2019) und die Aktionswoche „Bücher spenden“ (11.-15. März 2019).

Literaturliebhaber, Leseratten, Bücherfreunde und natürlich auch jeder Autor selbst – Aufgepasst!

Die Lesestunden finden im Zeitraum vom 5. April – 6. Dezember 2019 statt.

11 Orte. 11 Erlebnisse. – Heißt es auf dem Cover des Flyers, welches unter anderem in der Bibliothek (Villa Wächter) von Rastede zu finden oder auch jederzeit online einsehbar ist.

Hier geht es zum Flyer 1. Rasteder Lesestunden

Den Anfang des Lesereigens macht am 05. April Joe Bausch im Schlosscafé in Rastede. Er wird aus seinem Buch Gangsterblues lesen. Den meisten dürfte Joe Bausch als Gerichtsmediziner im ARD-Tatort sein.



Gedichte für Claqueure – Texte von Liebe, Lust und Leben
9. Januar 2019, 15:08
Filed under: Lyrik | Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Über 500-Seiten dick! – „Gedichte für Clauqueure – Gedichte von Liebe, Lust und Leben“ von Jens Böhme

Eine Chronologie von Gedichten, Fragmenten, Texten

Die ersten Gedichte und Texte entstanden irgendwann nach dem Mauerfall als ich mich das erste Mal verliebte.

Die Teenagerzeit, meine Jugendjahre in den 90ern, war ein spannende und turbulente Zeit. Smartphones gab es noch nicht, wenn man jemanden toll fand, schrieb man auch schon mal einen Zettel. Die Neunziger Jahre waren eine Zeit voller Überraschungen, vor allem was geschichtliche Ereignisse anbelangt, aber auch, was die Entdeckung der eigenen Gefühle sowie der „Lust“ betraf. So ist es nicht verwunderlich, dass meine ersten Schriften eher einfacher Natur sind. Die aus meiner Sicht wichtigsten Texte, mit denen ich auch schöne Erinnerungen verbinde, gehören zu meiner chronologischen Auswahl dazu. In meiner Jugend- und Studienzeit in Meißen und Dresden entstanden dann weitere Gedichte, Fragmente, Texte jeglicher Art und unterschiedlicher Stiele. Es gab Zeiten mit großer Produktion und Zeiten, in denen ich gar nichts oder weniger aufschrieb. Irgendwann ging ich dann nach Berlin und in 16 Jahren Berliner Zeit erlebte ich eine Menge. Daher gibt es aus dieser Zeit ebenso viel zu lesen. Am Ende folgen dann die neuesten Texte aus meiner neuen Stadt Rastede im Ammerland. Da ich stets auch die Orte der Textentstehung mit datiert habe, kann der Leser zusätzlich auch verschiedenste Reiseorte in Deutschland und der Welt nachvollziehen. Vielleicht war der ein oder andere auch schon da? Überall gab es die Möglichkeit etwas zu notieren oder zu sinnieren. Immer dann, wenn mir danach der Sinn stand etwas aufzuschreiben und mich die Muse in heimischen Gefilden oder in der Ferne küsste.

Neugierig geworden? Klickt auf das Bild!

„Gedichte für Claqueure“ bei bod.de als Paperback, quasi für das Bücherregal und den haptischen Genuss, aber auch als eBook bestellbar (ISBN-13: 9783748141785).

Klappentext: Dieses Buch ist ein Sammelsurium an Texten aus unterschiedlichen Lebensabschnitten und in den verschiedensten Lebenslagen – meines bisherigen Lebens. Es enthält Lyrik, Fragmente und textliche Experimente aus über 20 Jahren. Da die Texte chronologisch aufgeführt werden, kann der Leser bestimmte geschichtliche Ereignisse wiedererkennen sowie den ein oder anderen Einfluss anderer Autoren und Stile entdecken.

Viel Spaß beim Lesen!

Gedichte für Claqueure - Texte von Liebe, Lust und Leben von Jens Böhme

Gedichte für Claqueure – Texte von Liebe, Lust und Leben von Jens Böhme

*eBook für 2,49 EUR nur für 8 Wochen aufgrund einer Sonderaktion, danach 4,99 EUR

Weitere Veröffentlichungen

Kategorie Lyrik auf dem Blog



Zitat: Hermann Hesse

„[…] Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, […]“

(Hermann Hesse, deutsch-schweizerischer Dichter, Schriftsteller, Freizeitmaler & Literaturnobelpreisträger 1946)

Diese oben genannte Zeile mag der ein oder andere sicherlich schon gehört haben und kennen, aber wie geht es weiter?

Hier der ganze Satz aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse:

„[…] Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Wer noch etwas Zeit hat, kann sich nachfolgend das ganze Gedicht zu Gemüte führen:

Hermann Hesse

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Weitere Zitate auf diesem Blog:



Am Neubaugebiet ist ein Park – Theaterstück aus den 90er Jahren
20. September 2017, 10:16
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Ein „altes“ Manuskript findet aus der Schublade

Dieses Theaterstück habe ich Ende der 90er Jahre geschrieben. Da war ich allerdings noch recht jung und das Manuskript trug den Arbeitstitel „Am Neubaugebiet ist ein Park“. Da er einfach passt wie die Faust aufs Auge (manchmal geht es auch im Stück recht hart zur Sache), habe ich ihn auch so belassen.

Das Manuskript habe ich vor kurzem in digitaler Form in einem alten Ordner im Lotus SmartSuite-Dateiformat wieder gefunden und mir gedacht: Mensch Jens, einfach mal überarbeiten und veröffentlichen – ist doch eine schöne Liebesgeschichte. Zu allererst musste ich erst mal das Format ändern, da Microsoft Word die Datei nicht öffnen konnte. War gar nicht so einfach, musste mich erst einmal im Netz belesen. Wie es schien, war ich nicht allein mit dem Problem. Letztlich habe ich meinen Ur-alt-Rechner wieder hochgefahren auf dem die Lotus-Software zum Glück noch installiert war. So konnte ich die alte unlesbare Datei zu Word konvertieren.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion ist dies dann auch geschehen. Einmal überarbeitet und anschließend noch einmal von einer Kollegen Korrektur lesen lassen. Ganze 92 Seiten dramatisches Textformat ist dabei heraus gekommen. Neben der Liebesgeschichte beinhaltet dieses Theaterstück, insbesondere geschrieben für das Jugendtheater, auch in Mitten der 90er Jahre alltägliche Probleme junger Menschen der damaligen Zeit, die irgendwo auch Thema meiner eigenen damaligen Jugendzeit der 90er Jahre waren.

Neugierig geworden? Klickt auf das Bild!

Das Text „Am Neubaugebiet ist ein Park“ ist bei bod.de als Paperback, quasi für das Bücherregal und den haptischen Genuss, aber auch als eBook bestellbar (ISBN-13: 978-3-7448-6874-7).

Viel Spaß beim Lesen!

Am Neubaugebiet ist ein Park - Jens Böhme - BOD

Am Neubaugebiet ist ein Park – Theaterstück von Jens Böhme

*eBook für 0,49 EUR nur für 8 Wochen aufgrund einer Sonderaktion, danach 0,99 EUR



Der Stumpf des Birnbaums in der Dorfkirche von Ribbeck
15. September 2017, 17:19
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Ballade und Birnbaumstumpf-Bild

„Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ ist eine Ballade des deutschen Schriftstellers Theodor Fontane aus dem Jahr 1889.

Stumpf des Birnbaums in der Dorfkirche von Ribbeck - Der Ribbeck-Birnbaum

Stumpf des Birnbaums in der Dorfkirche von Ribbeck – Der Ribbeck-Birnbaum

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Theodor Fontane

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Weitere Gedichte aus dem Blog:

Hier: Kategorie Lyrik

Buchempfehlung:

Der Tausendfüßler (Liebesroman)



Zitat Martin Walker
5. Juni 2017, 17:04
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„Wenn Du lesen kannst, kannst Du auch kochen.“

(„When you can read, you can cook.“)

Martin Walker (schottischer Historiker, politischer Journalist und Schriftsteller)

Dies antwortete Walker in der Lesung am 22.05.2015 in Berlin auf die Frage, ob man bei seinem Koch-Buch ein großer Koch sein muss? Er stellte den nunmehr 9. Fall „Grand Prix“ von Bruno – Chef de Police vor.

Weitere Zitate auf diesem Blog:



Frühlingsgedicht von Sebastian Gottschall
14. Mai 2017, 16:51
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Frühlingsgedicht von Sebastian Gottschall*

Ein Zirbit froh vom Baum her zirpt,
es drosselt die Amsel auf dem Ast.
Frohgemut wird hier gewirkt,
damit der Klang zur Jahreszeit passt.

Die Sonne zeigt wieder länger ihr Gesicht,
Wärme durchdringt die Leiber.
Der Winter ist nun entwischt,
doch hinterlässt er keine Neider.

Die Blüten öffnen ihre zarten Knospen,
die bunten Wiesen sind ein Segen,
dieses Glück wird niemanden was kosten,
nur den Mann aus Schnee das Leben.

Frühling ist’s in meinem Revier,
da gibt es kein Entrinnen,
da freut sich Pflanze, Mensch und Tier
und alle tanzen wie von Sinnen.

Essen, 06.05.2014

(*Dieses Gedicht stammt aus dem kreativen Nachlass meines besten Freundes, der im August 2016 an Krebs verstorben ist.)

Noch ein Gedicht von Sebastian:

Wer mehr lesen will: So lange er lebte – Texte meines besten Freundes



Zitat: Anicius Manlius Severinus Boethius

„Si tacuisses, philosophus mansisses.“

Übersetzung: „Hättest du geschwiegen, wärest Du ein Philosoph geblieben.“

(Anicius Manlius Severinus Boethius, auch Boëthius geschrieben, war ein spätantiker römischer Gelehrter, Politiker, neuplatonischer Philosoph und Theologe. * um 480/485; † zwischen 524 und 526 entweder in Pavia oder in Calvenzano in der heutigen Provinz Bergamo) Quelle: Wikipedia

  • Weniger abgehoben übersetzt: „Wenn du die Klappe gehalten hättest, hätte niemand gemerkt, was für ein Dummkopf du doch bist.“
  • Im Artikel „Fünf schlechte Schweiger“ (cicero.de) heißt es beim Kabarettisten Josef Hader: „Hätts’t die Pappn g’holtn, hätt kaner g’merkt, dass’d deppat bist.“

Von wem stammt der Spruch „Si tacuisses, philosophus mansisses.“?

„Sinnspruch nach Boethius, in dessen Trost der Philosophie jemand auf die Frage eines Möchtegern-Philosophen „Intellegis me esse philosophum?“ („Erkennst du nun, dass ich ein Philosoph bin?“) antwortet: „Intellexeram, si tacuisses.“ („Ich hätte es erkannt, wenn du geschwiegen hättest.“)“



T.C.Boyle signiert seinen neuen Roman „Die Terranauten“
23. Februar 2017, 10:43
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T.C.Boyle –  Foto-Impressionen von der Berliner Lesung

T.C.Boyle signiert Die Terranauten in BerlinT.C.Boyle signiert Die Terranauten in Berlin

T.C.Boyle signiert Die Terranauten in Berlin

 

T.C.Boyle signiert The Terranauts - Boyles Hand mit Ring beim Signieren

T.C.Boyle signiert The Terranauts – Boyles Hand mit Ring beim Signieren

 

T.C.Boyle im Gespräch mit einer Leserin bei der Signierstunde in Berlin

T.C.Boyle im Gespräch mit einer Leserin bei der Signierstunde in Berlin

 

Der Kultautor Tom Coraghessan Boyle

Der Kultautor Tom Coraghessan Boyle



Ist dies der Anfang eines Kriminalromans?
25. Januar 2017, 19:44
Filed under: Literatur-Info & mehr | Schlagwörter: , , , , ,

Wie fange ich an einen Roman zu schreiben?

Aller Anfang ist schwer, sagt man … oder auch leicht – je nachdem. Die Frage „Wie fange ich einen Krimi an zu schreiben?“ beantwortete sich bei mir mit: einfach mal drauf los spinnen, denn ich habe da was im Kopf. Es war letzten Sommer und ich war gerade in Berlin unterwegs. Saß im Park am Nordbahnhof und sinnierte so vor mich hin. Plötzlich spann ich mir einen Anfang für einen Kriminalroman zusammen und auch schon einige Protagonisten kamen auf die geistige Bühne. „Mensch, das musst du aufschreiben!“, habe ich mir gedacht und manchmal hat man eben nur die Rückseite einer Webebroschüre von MARC O Polo für die Niederschrift. Ich kritzelte alsbald mit einem Kuli drauf los.

Ich muss gestehen, dass schon einige Ideen für neue Geschichten in der Schublade ruhen und einem einfach die Zeit fehlt, diese weiter zu verfolgen. Aber diesen Anfang, die Idee oder auch nur die Szene nicht aufzuschreiben und die Gunst der Stunde im kreativen Wahn zu nutzen, wäre äußerst schade. Oft passiert es, dass die Ideen die sich so schon formieren, aufblasen, dann nur noch rudimentär – in einem Satz oder einem Wort – vorhanden sind und das Beste an der Idee verschwunden ist.

Ob ich den nachfolgenden Text weiter verfolge, weiß ich nicht, aber ich könnte mir durchaus vorstellen hier einen kleinen Roman von 100 – 200 Seiten mit einem Detektiven oder einem Detektiv-Team zu kreieren. Noch ist nicht aller Tage Abend und die Idee wie es weiter geht, ist auch schon da. Die grundsätzliche Frage ist, habe ich Zeit dafür und könnte die Story jemanden interessieren? Nun denn …

 

1. Seite handschriftlichen Krimi-Manuskript auf Rückseite einer Werbebroschüre

Anfang eines Kriminalromans

Das könnte der Anfang eines Kriminalromans sein:

Egon Marius Krämer hat nur ein Buch in seinem Leben geschrieben, dafür hat er aber den Literaturnobelpreis erhalten. Die Auflage seines ‚Buches und die nachfolgenden Auflagen konnten sich sehen lassen; auch die vielen Übersetzungen.
Es heißt, er habe nur 11 seiner Bücher signiert. Eines davon befindet sich im Museum für Literaturgeschichte in Berlin und ein anderes in seinem Safe zu Hause.
Vier weitere der signierten Bücher gelten als verschollen oder zumindest: Unbekannt verblieben.
Zweit weitere Exemplare befinden sich bei Niklas Woodheimer, einem Internet Millionär, der eines der beiden Bücher für eine horrende Summe bei einer Ebay-Auktion im Internet ersteigert hatte, nach dem sich der Neffe von Krämer aus finanzieller Not ’notgedrungen‘ von seinem seltenen Exemplar trennen musste.
2,4 Millionen Euro erhielt er dafür von Woodheimer. Die Hälfte des Betrages, so wurde gemunkelt, hat er bereits wieder verspekuliert, da er als Spieler auf hohem Niveau nur die Börse als wahren Spielplatz mit Gewinnaussichten, quasi als Königsdisziplin, für echte Zocker hält. Das man da auch verlieren kann, scheint ihm nicht der Rede wert zu sein und gehört zum Spiel eben dazu.
Mandy Münch aus Meißen, der Stadt des Porzellans, besitzt ebenfalls ein Exemplar.
Das Spiel um sein Leben, scheint der Nobelpreisträger für Literatur Egon Marius Krämer jedenfalls verloren zu haben. Denn er liegt nun Tod auf dem Fußboden seiner Wohnung, exakt zwischen zwei symmetrisch aufgestapelten Türmen von Büchern. Es sind Exemplare seines eigenen Werkes.



Sein letztes Gedicht
25. September 2016, 23:23
Filed under: Lyrik | Schlagwörter: ,

Ein letztes Gedicht – Sein letztes Gedicht

Im Laufe der Zeit
ging es bergab.
Jetzt ist es soweit,
jetzt wird‘s langsam knapp.

Sebastian Gottschall*

Bild meines besten Freundes bei einer Fotosession 1996

Bild meines besten Freundes bei einer Fotosession 1996

In Gedenken an meinen besten Freund. Du wirst mir fehlen …

(*Dieses Gedicht stammt aus dem kreativen Nachlass meines besten Freundes, der im August 2016 an Krebs verstorben ist.)