Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


Rezension: Gut gegen Nordwind – Das Theaterstück in der Komödie am Kurfürstendamm mit Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen

„Gut gegen Nordwind“ in der Komödie am Kurfürstendamm

Gut gegen Nordwind - Komödie am Kurfürstendamm

Gut gegen Nordwind

Gut gegen Nordwind – Die Liebe kommt mit dem Nordwind

Gut gegen Nordwind - Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen

Gut gegen Nordwind

Die Liebe kommt mit dem Nordwind. Auch wenn es nicht direkt der Nordwind ist, der Emmi Rothner das Gefühl der Liebe gibt, so ist es eher die Sehnsucht nach ihr. Jene Sehnsucht nach dem Gefühl der Nähe, nach Zweisamkeit, nach Geborgenheit, nach Zukunft, eben nach alldem was gut tut. Es ist die Sehnsucht vor allem nach einem ganz bestimmten Mann: Leo Leike. Leo Leike ist ihr virtueller E-Mail-Partnter. Mit ihm verbindet Emmi etwas ganz Besonderes. Mit ihm hat sie eine derart starke geistige Verbundenheit, die ihre Gefühle voll und ganz in Beschlag nimmt und damit einhergehend ihr Denken, ihr Handeln, letztendlich ihren Alltag bestimmt. Keine Frage. Es geht schließlich soweit, dass daraus Liebe erwächst, denn es fühlt sich für Emmi gut an Leos Zeilen zu lesen. Und der Spiegel, der funktioniert natürlich, denn umgedreht ist es nicht anders. Leo fühlt wie Emmi. Eine neue Liebe ist emporgestiegen. Was kann daran falsch sein? Eigentlich nichts. Das Crux ist nur das sich Emmi schon in einer Partnerschaft befindet. Demzufolge ist sie wie hin und her gerissen.

Internetbekanntschaften – Die Liebe im Netz finden …

„… also dass gibt es doch nicht wirklich oder? Das geht doch nicht, das ist doch viel zu plump! Das ist nicht real, umständlich ist dass und … irgendwie auch nicht natürlich!“ Doch! Liebe im Netz gibt es. Primär natürlich die Suche und sie ist längst schon zu einem ganz normalen Bestandteil unserer Welt geworden. Über das Internet lernen sich in der heutigen Zeit viele Menschen kennen und kommen sich durchaus näher. Es ist die viel diskutierte -Virtualität-, die den Menschen nicht natürlich erscheint. Dem einem ist es gänzlich suspekt die Liebe über das Netz zu finden, dem anderen hingegen sind die Portale im Netz zeitgemäße Plattformen, um der Liebe, dem eigenen Glück auf die Sprünge zu helfen. Ein Sprungbrett hin zum eigenen Traumpartner. Emmi Rothner ist nun jetzt nicht gerade auf der Suche nach ihrem Traummann. Eher ist es eine Verwechslung der E-Mail-Adresse, die sie an Herrn Leo Leike geraten lässt. Aber irgendwie hat die sich darauf folgende Entwicklung einer doch süchtig machenden E-Mail-Korrespondenz unweigerlich auch den Hauch einer wie oben erwähnten Internetbekanntschaft. Es ist und bleibt eine Suche, ein persönliches Ersehnen nach dem Glück den richtigen Menschen auf der anderen Seite des Bildschirmes vorzufinden. Damit verbunden, tritt hier die ganze Palette menschlicher Gefühle zu Tage.  Das spielerischen Techtelmechtel von Frau und Mann nimmt wie eh und je seinen Lauf. All das, wenn „Er“ und „Sie“ sich eben kennen lernen. Im Theaterstück „Gut gegen Nordwind“ zeigt sich wie eng Wirklichkeit und digitale Welt miteinander verwoben sind. Es sind letztendlich Menschen, die hinter den Buchstaben der digitalen Welt stecken. Somit ist die erwähnte Virtualität nicht das Gegenstück zur Realität, sondern eher ein Teil dieser unserer aller Realität: PARS PRO TOTO – Ein Teil steht für das Ganze. Glattauers Roman ist ein hochmoderner digitaler Briefwechsel mit altbekannten Facetten und neuen Nuancen. Die beiden Protagonisten, Emmi Rothner und Leo Leike, bekommen sich zwar nicht zu Gesicht, lernen sich jedoch mit der Zeit immer näher kennen; eben virtuell. Es sind nur Buchstaben, Wörter und Texte, die von A nach B versendet werden. Doch „Am Anfang“ steht nun mal immer das Wörtchen „Am“ und eine Geschichte nimmt ihren Lauf.

Das Theaterstück in der Komödie am Kurfürstendamm

Als Zuschauer des Theaterstücks ist man im Vorfeld der Aufführung sehr gespannt. Kann ein Theaterstück überhaupt den Bestseller “Gut gegen Nordwind” von Glattauer darstellen? Kann es dem Text überhaupt gerecht werden? Wer das Buch von Daniel Glattauer gelesen hat, fragt sich dies zu Recht. „Gut gegen Nordwind“ lief bis 4. April 2010 in der Komödie am Kurfürstendamm und konnte sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Die Umsetzung von Glattauers Bestseller gelang dem Regisseur Rüdiger Hentzschel in einer einzigartigen und herzzereißenden Art und Weise. Vor allem die Hauptdarsteller Oliver Mommsen als Leo Leike und Tanja Wedhorn als Emmi Rothner trugen zu einer sensationellen gefühlsechten Inszenierung bei. In Gestik, Mimik und Wortlaut wurden die Gefühle, die sich eigentlich nur im digitalen Briefwechsel des Buches widerspiegelten voll und ganz auf die Zuschauerplätze transportiert. Die Wörter und letzten Endes die Gefühle wurden greifbar. Als Zuschauer befand man sich mittendrin und war jederzeit bereit die Handlung selbst in die Hand zu nehmen falls den beiden irgendwann die Worte ausgegangen wären. Es wurde mit gelacht, mit gelitten und mit gefiebert. Von einer E-Mail zur anderen E-Mail bekam der Text mehr Plastizität. Er wurde greifbar und im wahrsten Sinne des Wortes „fühlbar“. Gefühlswallend akkumulierte sich das Stück zum Showdown. Stets gab es einen Kampf zwischen Verstand und Moral versus Gefühl und dem „Inneren Drang“, das Richtige zu tun. Wie immer ist es uneindeutig eindeutig, was wohl das Richtige wäre. In diesem Fall nämlich den Gefühlen Vorrang zu geben und die Virtualität endlich zu verlassen. Raus, nur raus aus der digitalen Welt. Raus mit dir Emmi, raus mit dir Leo!

Das Gefühl und immer wieder das Gefühl von einem Gefühl

Die schauspielerische Leistung beider Darsteller war brillant. Obwohl sich Emmi und Leo auf der Bühne gegenüber standen, schaffte es die Bühnengestaltung, sowie das Schauspiel beider Protagonisten, dem Zuschauer auf seinem Platz die Anonymität des Internets – die Trennung durch Nullen und Einsen – die digitale Welt treffend zu verdeutlichen. Es war eine gelungene Darstellung von „so weit weg und doch so nah“. So durchzog eine unsichtbare Wand das Spielfeld der Bühne. Alle Liebelei blieb in einem Elfenbeinturm der Sehnsucht und im jeweiligen Wohnungsquadranten von Frau Rothner und Herrn Leike eingekerkert. Wie sollte diese Sehnsucht auch frei kommen, wenn sich keiner von beiden traut auch nur einen Schritt weit weg vom Elfenbeinturm namens Bildschirm zu begeben? Die Geschichte trennte die Protagonisten zwar räumlich, aber nicht vom Gefühl her. Sie fand in der Komödie am Kurfürstendamm eine ansehnlich gemütliche Rekonstruktion in Gestalt von Leo Leikes und Emmi Rothner Wohnzimmer. Mitten auf der Bühne verlief diagonal ein Trennstrich. Auch wenn dieser während des Stücks eindeutig wahrnehmbar war und Emmi Rothner und Leo Leike in ihre jeweiligen Grenzen verwies, so gab es jedoch keine Grenzen ihrer unzertrennlichen und sehnsüchtigen Liebe im Geiste. Denn die war irgendwann nur all zu sehr präsent und hatte sich manifestiert. Der Trennstrich jedoch war ein gelungenes Symbol für die im Roman vorhandene Virtualität und Trennung durch den digitalen Briefwechsel. Emmi und Leo schauten sich während der ganzen Vorstellung nicht einmal in die Augen. „Leo, warum gehst Du nicht einfach rüber und sagst ‚Hallo’, mach es dir doch nicht so schwer“, war der Wunsch, der sich dem Zuschauer aufdrängte und dem man all zu gern gewähr gegeben hätte. Notfalls hätte so mancher Herrn Leo Leike oder Emmi Rothner gern einfach mal auf die andere Seite – in die Realität – hin zum Pendant geschuppst. Sollte Hinüberschupsen aber nicht helfen, kann auch gern getreten oder gezogen werden. Hauptsache der Liebe Quälerei wird ein Ende geboten. Niemand wusste schließlich, wie lange die Ewigkeit der Brautwerbung alla Minnesang, dieses ewige Hin & Her, noch zu ertragen gewesen wäre. Ein gar schmerzlicher Idealismus der Liebe, den es galt bis zum Ende auszuhalten. Natürlich wurde dieser vom Zuschauer sehr unterhaltsam ausgehalten.

Ein Theaterstück ohne Happy End?

„Gut gegen Nordwind“. Das Theaterstück sah sich nicht nur spannend an, sondern fühlte sich auch dermaßen gut an, dass der stürmische Applaus am Ende der Vorstellung voll und ganz gerechtfertigt war. Trotzdem fragt man sich am Ende: Was macht ihr da? Emmi und Leo! Was zum Teufel macht ihr beiden da nur? Nach so viel Gefühl wollen wir doch ein Happy End sehen. Doch hier holt den Zuschauer die Wirklichkeit vollends wieder ein. In jeder Sekunde, die verstrich und der Zuschauer dem Wechsel der schauspielerisch dargestellten Worte folgte, wünschte er sich natürlich nichts sehnlicher als ein Happy End herbei und Leser, die zuvor schon in den Genuss der Geschichte kamen, kannten den Schluss schon. Also hoffe man permanent und glaubte an die experimentelle Eigendynamik so mancher Inszenierung, dass alles passieren kann. Alles sollte auch passieren, nur nicht das, dass am Ende … Wo bleibt denn da die Überraschung? Leider hatte Leo Leike Recht. Nämlich, dass es nur eine virtuelle Liebe ist. Nichts Greifbares, nichts für die Ewigkeit. Real anwesend mag diese Liebe ja gewesen sein, aber nicht für die unmittelbaren Sinne. Es brauchte nur einer nicht mehr zu antworten und die Verbindung wäre für immer getrennt. „Nur keine Trennung, nur keine Trennung, lass den Server nur nicht krachen gehen oder irgendjemanden Leo Leike überfahren.“ Jederzeit war man froh, wenn einer vom anderen den Spielball wieder aufnahm, alle technischen Gerätschaften funktionierten und auch so niemand der beiden aus unerfindlichen Gründen das Gedächtnis und in Folge dessen womöglich die E-Mail-Adresse des anderen verlor. Alle moralischen Bedenken, die in den Dialogen mitschwangen, wollte man nicht wahr haben.

„Gut gegen Nordwind“ – Der Nordwind gibt die Richtung an

Es gab kein -richtig- oder -falsch- mehr. Nur ein: Lass es geschehen, es ist das richtige Gefühl. Außerdem ist doch noch nichts passiert. Eben, nicht passiert – noch nicht. Dass ein kalter Nordwind im Theater am Kurfürstendamm so herzerwärmend sein kann, hätte man im Vorfeld nun wirklich nicht gedacht. Demnach kann folgendes Prädikat vergeben werden: Sensationell kurzweilige Theateraufführung mit viel Gefühl von Daniel Glattkauers Bestseller „Gut gegen Nordwind“. Freunde des Happy Ends wurden hier leider nicht belohnt, die Belohnung eher lag darin, dass sie von der schauspielerischen Leistung permanent belohnt wurden. In jedem geschriebenen, in jedem dargestellten Wort lag die Belohnung für die Zuschauer im wahrsten Sinne im Mitfühlen, sowie den erkenntnisreichen Weg mit Emmi Rothner und Leo Leike gemeinsam zu bestreiten, was nun eigentlich „Gut gegen Nordwind“ ist. Clevererweise steht eine mögliche Gefühlsbelohnung durch ein Happy End ja noch in Aussicht. Nämlich mit Daniel Glattauers Folgeroman „Alle sieben Wellen“. Dieses dann hoffentlich auch wieder mit einer Adaption auf einer der hiesigen Theaterbühnen.

(Artikel „`Gut gegen Nordwind` in der Komödie am Kurfürstendamm“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)

Homepage des Autors Daniel Glattauer



Kolumne auf Hauptstadtstudio: Premiere von Händels Orlando in der Komischen Oper Berlin – Ein Opern-DAU packt aus

Premiere »Orlando« und der 1. Besuch in der Komischen Oper Berlin

Kolumne Hauptstadtstudio

© Hauptstadtstudio

Der Opern-DAU, der bin ich. Vielleicht nicht unmittelbar in Bezug auf das überaus interessante Thema der alltäglichen und klassischen Liebe, da kenne ich mich tatsächlich etwas mehr aus. Ich meine da eher die Sphären, die sich im fachbegrifflichen Umfeld der Klassik bewegen. Einer überraschenden Einladung von Kevin folgend habe ich mich letzten Freitag in die Oper begeben. Mit einem nicht gerade dafür passenden Kleidungsstil, was auch dem engen Zeitintervall an jenem Tag zu zuschreiben war, stand ich am Freitag in Jeans und Pulli vor dem Eingang der Komischen Oper in Berlin Mitte.

Wenigstens die Lackschuhe hatte ich in guter Voraussicht schon am Morgen an die Füße geschnallt. Halt suchend, grabschte ich mir den Informations-Flyer zum Inhalt von Händels ‘Orlando’ im Eingangsbereich, da wo die Karten verkauft wurden. Ich las interessiert den Text. Vor mir lag die Premiere des skandinavischen Regisseurs Alexander Mørk-Eidem – Händels Opera seria »Orlando« in drei Akten. Laut kulturserver.de Mørk-Eidems erste Oper. Zuvor jedoch stellt sich natürlich die Frage: Was ist eigentlich ein DAU? Ich habe mir einmal erlaubt meinen hierarchischen Grad in Sachen Opernpräsenz- und Basiswissen in Bezug auf mein bisheriges Erdenleben auf eine zeitgemäße technische Definition zu reduzieren. Hier speziell auf eine Definition, die den modernen Internet-User ins Gericht nimmt. Ein DAU ist im Computerbenutzeralltag der „Dümmste anzunehmende User“. Quasi ein „Freigeist“ ohne Grundlagenwissen und Sachverständnis im Umgang mit dem Computer und deren Anwendungen. Hierzu zählt ebenso der Umgang mit dem Internet. In meinem Fall: Bin der ich der DAU – Der Opern-DAU. Auch wenn es bei mir dau-technisch auf den Brettern des Opernparketts fehlt, so fehlt es mir nicht an zwei gesunden Augen, einem Durchschnittgehör und der normalen Verarbeitung aller Sinneseindrücke an so einem Abend in der Komischen Oper. Bei Letzterem, den Sinneseindrücken, beziehe ich mich vor allem in Sachen Liebes-Wirrwarr zwischen Orlando (Mariselle Martinez), Angelica (Brigitte Geller), Medoro (Elisabeth Starzinger) und Dorinda (Julia Giebel) einem Protagonistenensemble nur aus dem weiblichen Part der Geschlechter bestehend, auf eine doch ungewöhnliche Mann-Frau-Viererbeziehung.

»Orlando« und die Liebe – Georg Friedrich Händel eine Oper in drei persönlichen Impressionen

Alle guten Dinge sind drei. Das erste Ding betrifft das Opernhaus in seinen Grundfesten selbst. Ich durfte vor der Premiere in den architektonischen Genuss des Opernsaals kommen. Ein wahrlich schöner Anblick des gülden verzierten Interieurs. Mit seinen Steinfigürchen rund um die Kuppel gibt es hier von mir für den Abend einfach mal die gefühlte Note: Gemütlich und sehenswert. Schon das Gefühl auf dem roten Teppich der Festtreppe empor zu gleiten – es fühlte sich gar nicht an wie Treppen steigen, das macht es in solch einer Atmosphäre eigentlich nie – war ein angenehmes Gefühl. Ganz entspannt zusammen mit Kevin unter all den Kunstliebhabern schritten wir empor. Immer ein „Sehen und Gesehen“ werden. Beim Besuch einer Veranstaltung, primär einer Premiere, ist dies quasi der eigentliche Prolog vor dem Hauptschauspiel. Abgesehen davon kam ich beim Emporsteigen so nach und nach den bald folgenden Opernstimmen und dem wunderschönen Saal immer näher. Der klassische Ohrenschmaus stand kurz bevor. Dem lauschte ich dann auch gebannt und versuchte als Opern-DAU auf Feinheiten zu achten, deren Beurteilung ich mir hier nicht anmaßen möchte. Jedoch sei ein anderer äußerst interessanter Aspekt erwähnt: Schon immer war es mir ein Rätsel wie die Zuschauer in der Oper die Sänger verstehen können. Klar mag so mancher wissen was der Monolog oder Dialog so hergibt, aber manchmal …Völlig erstaunt sah ich vor mir am oberen Ende der Stuhllehne eine kleine integrierte Digitalanzeige, die im Dunkeln sacht leuchtete. Sie zeigte für den Opernbesucher den Text der Sänger fast synchron laufend mit an. „Was es nicht alles gibt?“ Als Opern-DAU fühlte ich mich total begeistert und war gebannt von der musikalisch und darstellerischen Handlung auf der Bühne und dem gleichzeitigen Textverlauf in der Stuhllehne meines Sitzplatzvorgängers. Nur nach der Pause schien da irgendetwas schief gelaufen zu sein. Da ich die Texte akribisch verfolgte, bemerkte ich relativ schnell, dass ich eigentlich die Phrasen von vor der Pause zu lesen bekam; also alles alte Kamellen vom letzten Akt. Schade eigentlich, aber das machte Isabella die Assistentin von Zarathustra (Wolf Matthias Friedrich) gespielt von Bernd Stempel im lila Zweiteiler wieder wett. Eine stumme Rolle in Röckchen mit optisch männlicher Note, ein gespieltes Highlight zum Schmunzeln. Das zweite Ding sei hiermit abgeschlossen. Da aller guten Dinge der Impressionen drei sind durfte die Liebe nicht fehlen. Für uns stellte sich, wie Kevin meinte, ein durchaus interessantes „lesbisches Überkreuz-Beziehungsdrama“ dar. Eine wirklich besondere Art der Darstellung des Hauptthemas der Liebe bei Händels Oper »Orlando«. Frauen in Männerkostümen, die sich um Frauen stritten. Gebannt blieb ich am Ball der Handlung der Liebesirrungen- und Wirrungen im opern-klassischen Sinne. Mitten im Tannenwald trafen sich die Liebesverzweigten und Liebesverzweifelten. Die Kulisse war der Hammer und die Lichteffekte zwischen den Bäumen einfach genial. Ein alter VW-Bus diente als Liebesnest, wie auch Unterschlupf, vor allem wenn es brenzlig wurde, weil irgendjemand wieder auftauchte und irgendjemanden liebte, der nicht geliebt werden wollte. Camping vom Feinsten mit weiblichen Tenören, die sich gegenseitig die Liebe schworen, die Liebe fanden, letztendlich wieder verloren und sie erneut wieder fanden und überhaupt noch viel mehr. Immer irgendeine verquerte Art der Liebe.

Böhmes Böhmische Dörfer und „Klassische Musik“ in der Kritik auf klassik.com

Blut gab es auch. Vor allem nach dem Selbstmord von Orlando. Da war die Wand rot und Orlando tot. Hörbar gab es einem lauten Knall aus der Knarre, der alle zu diesem Zeitpunkt möglicherweise schlafenden Opernbesucher geweckt haben dürfte. Ich wurde nicht geweckt, ich war die ganze Zeit wach gewesen, denn ich fand die Inszenierung wirklich sehenswert. Nun muss ich zugeben, dass dies mein persönlicher Eindruck von der Inszenierung ist und nur ein winzig kleiner Einblick in die eigenen Böhmischen Dörfer der klassischen Oper. Daher an dieser Stelle der Verweis auf eine vollständige vor allem inhaltliche fundierte Kritik zum Deutschlanddebüt von Alexander Mørk-Eidem – Händel »Orlando« – „THE L-WORD GOES BAROQUE“ von Dr. Kevin Clarke auf klassik.com. Da ja aber nun der Begriff DAU nach seiner Herkunft dem Wörtchen GAU („größter anzunehmender Unfall“ – ähnlich einem Supergau) angelehnt ist, möchte ich aber noch einen inhaltlichen Aspekt hierzu kundgeben. Nämlich: Wenn im computer-technischem Sinne etwas DAU-tauglich ist, dann bedeutet das, dass ein Programm auch ohne Hintergrundwissen für den zukünftigen Anwender nutzbar und intuitiv anwendbar ist. Möglich Fehlbedienungen und Fehlinterpretationen sind dabei inbegriffen. In diesem Fall bezieht sich das ebenfalls auf einen, auf meinen Besuch in der Oper. Denn auch die Oper ist für Laien und DAUs wie mich „nutzbar und intuitiv anwendbar“; sinnlicher Genussfaktor inbegriffen. In diesem Sinne kann ich mich sogar von einer Opern-Dau-Fehlinterpretationen frei sprechen. Denn wenn ich schon ein DAU bin, sei es auch nur ein Opern-DAU, dann ist eine Fehlinterpretation des Abends schon von vornherein „ausgeschlossen“ eingeschlossen.

(Kolumne „Premiere von Händels Orlando in der Komischen Oper Berlin – Ein Opern-DAU packt aus“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)



Interview mit der Berliner Band Berge auf Hauptstadtstudio

Interview mit der Band Berge zum Debütalbum „Keine Spur“

Berliner Band Berge

hoertberge.de

Vor kurzem habe ich hier in der Rubrik „Videos auf dem Blog“ das Lied „Die fetten Jahre sind vorbei“ von Berge vorgestellt. Hauptstadtstudio hat 10 neugiere Fragen an die Band gestellt, die Rocco, einer der vier Bandmitglieder, mir gern beantwortet hat. Mehr Informationen zur Berliner Band Berge wie Twitter, Homepage, Debütalbum „Keine Spur“ und natürlich das Interview können Interessierte auch auf hauptstadtstudio.com lesen.

Es folgt der Artikel mit dem Interview der Band Berge:

„Keine Spur“ das Debütalbum der Berliner Band Berge

In Berlin steckt viel Musik. In den Clubs, auf den Straßen, in Proberäumen, in den Zimmern von Wohngemeinschaften, auf der Sommerwiese im Tiergarten oder auf den öffentlichen Plätzen wie zum Beispiel dem Alexanderplatz; letztendlich in den hiesigen Konzerthallen. In der Hauptstadt tummeln sich viele Künstler, vor allem auch Musiker unterschiedlicher Genre. Einsame Solisten, erquickende Duos, aber auch Zusammenschlüsse mehrerer Musiker – leidenschaftliche Liebhaber von Melodien und Texten – zu einer Band, sind hier auf ihren Instrumenten unterwegs.

Die Berliner Band Berge kommt direkt von der Spree. Berge, das sind vier gebürtige Berliner, die neuen Schwung in das deutschsprachige Popkarussell bringen. Die Band, deren Stimme die Sängerin Marianne ist, besteht seit dem Jahr 2007. Mit den drei Musikern Rocco, Jakob und Rüdiger komplettiert sich das Band-Quartett. Am 6. Februar 2010 erschien das Debütalbum „Keine Spur“. In Online-Shops wie zum Beispiel iTunes, Musicloadoder bei Amazon ist das Album bereits erhältlich. Musik und Texte produzieren und schreiben Berge selbst. Die Band gestaltet eigenhändig das Artwork, ihre Videos und Kurzfilme. Das Hauptstadtstudio war neugierig und stellte der Band Berge 10 Fragen. Rocco „einer der 3 Kerle“ aus der Band stand Rede und Antwort.

10 Fragen an die Berliner Band Berge

Jens: Hallo „Berge“ ich grüße Euch und bin neugierig. Ich kann mir vorstellen, dass Ihr die Frage schon oft gehört habt. Also die nervigste Frage zu Beginn: Wie seid Ihr auf den Bandnamen „Berge“ gekommen?

Berge: Na dann legen wir mal los …Der Name war eine teilweise intuitive und am Ende eine rationale Entscheidung. Einer unserer Songs fängt mit diesem Wort an und heißt auch so, dadurch hat sich das Wort lange Zeit in die Köpfe gebrannt als wir noch keinen Namen hatten. Und als es dann um die Namensfindung ging, sollte der Bandname auch ein paar Kriterien erfüllen: Kurz sollte er sein. Er sollte deutlich erkennbar machen, dass es sich um eine deutschsprachige Band handelt. Er sollte viele Bilder hervorrufen, ohne ein Phantasiewort zu sein. Da war die Entscheidung recht schnell da.

Jens: Wer schreibt bei Euch die Texte und welche Begebenheiten inspirieren Euch dabei? Wo sucht Ihr die Kreativität?

Berge: Die Texte und die Musik schreiben Rocco und Marianne zusammen. Die Themen dafür sind weit gefächert, oft einfach nur von dem abhängig, was einem in der Zeit gerade beschäftigt. Grundsätzlich handeln die Texte irgendwie von der Natur des Menschen, von Denkweisen oder eigenen Beobachtungen, ohne dabei zu sehr vorzuschreiben, was jeder einzelne zu hören hat. Kreativität ist eigentlich immer da, wenn man sie zulässt und nicht zu angestrengt ein ganz bestimmtes Ergebnis erzwingen will. Sobald eine Textpassage oder ein paar bestimmte Klänge einen berühren, entsteht der Rest des Songs von selbst.

Jens: Seit 6. Februar ist Euer Debüt-Album „Keine Spur“ in den Online-Shops zu bekommen. Wie lange habt ihr an dem Album gesessen?

Berge: An dem Album Haben wir ca. ein Jahr gesessen und es in unserem alten Proberaumstudio aufgenommen. Inklusive Songs schreiben und allem was dazu gehört. Es war ein langer Weg, der sich für uns aber gelohnt hat, denn wir konnten alles so umsetzen wie wir uns das gewünscht haben.

Jens: Was ist der Hintergrund des Titels „Keine Spur“, der sowohl Albumtitel als auch Titel einer der Songs ist?

Berge: Auch hier gilt wieder: Jeder kann sein eigenes Bild vom Song bzw. vom Titel haben. Der eine hört vielleicht einen Dialog zwischen zwei Menschen aus dem Songtext, ein anderer vielleicht einen Text über Vergänglichkeit und das am Ende eh alles wieder zu Staub wird. Im Zuge des CD Titels ging es darum, dass Musikhören in der heutigen Zeit wie ein Rummelbesuch, kurzlebig und ohne Nachhaltigkeit, funktioniert. Vor 10 Jahren hat man jede CD deutlich öfter gehört und auch mehr geschätzt. Das ist sicherlich nicht pauschal bei jedem so, aber in der Masse kann man die Entwicklung erkennen und darum geht’s in diesem Albumtitel.

Jens: Ihr seid harmoniesüchtig und Romantiker habe ich gehört und gelesen. Der Song „scheinbar“ drückt dies, meines Erachtens, sehr stark aus. Was bedeutet das Wort „Romantik“ für Euch und Eure Musik?

Berge: Romantik ist für uns auf jeden Fall kein klischeebehafteter oder kitschiger Begriff, eher ein Ausdruck mutig mit Emotionen jeglicher Art umzugehen. Wirklich romantisch sind wir aber eher nicht, vielmehr harmoniesüchtig im Sinne der musikalischen Harmonien. Pop ist nun mal Pop und wir alle sind unter anderem auch mit Popmusik groß geworden.

Jens: Neben anderen interessanten Schlagwörtern zu „Berge“ definiert Ihr Euch mit der Phrase „Suche nach besonderen Momenten“. Wo sucht Ihr diese Momente für Euch? Wie stark könnt Ihr diese in der Musik festhalten?

Berge: Ob ein Moment etwas Besonderes ist oder nicht bestimmt nicht der Umstand, sondern die Betrachtungsweise. Sprich: Wir suchen eigentlich in den meisten Momenten eine Besonderheit. Egal ob man auf dem schönsten Konzert seines Lebens ist oder einfach nur aus dem Fenster schaut und Tauben beobachtet. Wenn man Interesse hat genauer hinzusehen, dann kann man viel entdecken wo man oft vom Alltag abgelenkt ist. Mit der Musik ist das ähnlich, du kannst einen Song schreiben und danach auch versuchen ihm kleine Besonderheit zu verleihen, egal ob im Text oder im Sound.

Jens: Unabhängig davon, dass Ihr mit Sicherheit Eure eigene Note habt. Provokativ gefragt: Was sagt Ihr zu einem Vergleich mit Silbermond?

Berge: Wir sind eine deutschsprachige Pop/Rock Band mit einer dunkelhaarigen Sängerin und 3 Kerlen, welche die typischen Rockband Instrumente spielt. Da können sehr viele Ähnlichkeiten gefunden werden. Man kann es aber auch lassen und sehen was an Berge eigen ist. Der Vergleich wäre berechtigt, wenn wir bewusst Silbermond kopieren würden, das ist aber nicht der Fall, daher ist der Vergleich für uns hinkend. Es ist ja auch irgendwie nachvollziehbar das man, wenn man nicht bekannt ist, erst mal mit etwas Bekanntem in Verbindung gebracht wird.

Jens: Beim Titel „Die fetten Jahre sind vorbei“ muss ich unweigerlich assoziativ an den Film mit Daniel Brühl denken. Aber lassen wir das. Wie ist der Titel „Die fetten Jahre sind vorbei entstanden“? Gibt es dazu ein Geschichte?

Berge: Die Refrainmelodie und die Textzeile kamen mir (Rocco) beim Hören eines Foo Fighters Songs in den Kopf; ohne dass ich in jener Zeit den Film gesehen habe. Es war durchaus in der Band ein Thema, ob wir den Text abändern sollten, aber irgendwie passte die Melodie nur mit dem Text zusammen. Also haben wir’s so gelassen. Die Zeile hat jedenfalls keinen Bezug zum Film gehabt.

Jens: Wo und wann können Fans Euch dieses Jahr auftreten sehen? Gibt es schon Termine?

Berge: Wir spielen am 18.03.2010 in München im Ampere. Weitere Termine folgen ganz bald.

Jens: Wie sieht Eure Zukunft aus, was habt Ihr demnächst vor und ist schon ein 2. Album geplant?

Berge: (Rocco lacht) Album 2 – so etwas ist, glaub ich, immer geplant oder nicht? … Wir schreiben neue Songs, spielen ein paar Mal live und toben uns noch mehr aus was Animationsfilme etc. angeht. Wir wollen vor allem live eine Menge mehr auf die Bühne zaubern als nur 4 Musiker mit ihren Instrumenten. Es steckt alles noch in den Kinderschuhen, aber man kann schon ganz gut erkennen, wo die Reise hingehen soll. Kommt vorbei und schaut es euch einfach an.

(Das Interview führte Jens Böhme mit der Band „Berge“)

(Interview mit der Berliner Band Berge ehemals veröffentlicht auf hauptstadtstudio.com)



Kolumne vom 15. Februar 2010: Ein Art „Temple Bar“ von Berlin – Die Flaniermeile Simon-Dach-Straße in Berlin Friedrichshain lädt zum Brunch

Eine der bekanntesten Adressen in Berlin für Restaurant- und Kneipenkultur – Das Areal um die Simon-Dach-Straße

Kolumne Hauptstadtstudio

© Hauptstadtstudio

Durstig nach Menschen, hungrig nach Musik und noch lange nicht bereit schlafen zu gehen? Dann ist die Simon-Dach-Straße bzw. das Gebiet um die Simon-Dach-Straße das geeignete Domizil für die Nacht. Dieses Areal ist eine Art „-Temple Bar- der Restaurants“ von Berlin. Vor allem im Sommer sind hier jene Flaneure und Philanthropen richtig, die eine gute Kneipenkultur zu schätzen wissen. Dass dies nicht nur in der kalendarischen Sonnenhochburg des Sommers für Berliner und Touristen attraktiv sein kann, sondern auch im Winter, zeigt ein kleiner Selbsttest der anderen Art, denn es ist Brunch-Time. Wer wenige Stunden vor Mitternacht im Sommer die Simon-Dach-Straße in Berlin Friedrichshain entlang flaniert, weiß um den Geräuschpegel in dieser Gegend. Ich habe es oft genug miterlebt. Durfte mir auch schon genügend Diskussionen von Bekannten anhören, wenn es darum ging eine Wohnung in Friedrichshain zu finden; “… am besten nahe Simon-Dach-Straße.” Für die einen genau das Richtige, für die anderen „Ne ne, das ist mir echt zu laut, von allem zu viel und überhaupt.“

„temple bar“ von Dublin lässt grüßen – Brunch-Time in Berlin Friedrichshain

Wer die „Temple Bar“ Berlins und dazu noch gastronomische Abwechslung sucht, den treibt es früher oder später in die Nähe des Ostkreuzes. Feiernde Menschen, die aus den Kneipen kamen und vor Stunden in die Kneipen gingen, gehören hier zum all abendlichen Vorspiel der Nacht. Musik dringt aus den Bars und Kneipen oder direkt aus der Kehle manch eines Besuchers dieser bekannten Kneipenmeile von Berlin. Im Sommer sind die Bürgersteige zusätzlich mit Sitzmöglichkeiten gefüllt; jedoch nicht in diesen kalten Zeiten. Ist halt nicht Saison. Gut es gibt auch einige Gastronomen, die in dieser Jahreszeit, eine Art Plastikwintergarten haben; nach neuesten Rauchergesetzen versteht sich. Wie zum Beispiel das Plus-0. Aber die zählen alle nicht. Was zählt, ist natürlich: „Wo kommst’e und kannst’e rin, wenn de Hunger hast?“ Als ich endlich meine alte Leidenschaft „brunchen zum Sonntagmittag“ kurz nach Silvester wieder erweckt hatte, musste ich mich davon überzeugen, dass auf der Simon-Dach-Straße auch um die Mittagszeit bis in den Sonntagnachmittag mächtig was los ist. Ich bin echt nicht der Einzige hier! Es ist schwer was los und noch schwerer einen Tisch zu bekommen. Vor allem zur Brunch-Time an einem ganz normalen Stino-Sonntag. Gut, allein hat man immer eine Chance, aber zu zweit, zu dritt, wird es schon eng und zu viert schon problematisch. Vorbestellen ist angesagt und es lohnt sich.

Brunch und im Lachsrausch von EM-BAR und EUPHORIA

Im Selbsttest zu diesem Thema kann ich das leckere Buffet in der EM-BAR am Boxhagener Platz und dem Restaurant EUPHORIA Grünberger Straße Ecke Simon-Dach-Straße empfehlen. Denn neben all den leckeren Speisen gab es in der EM-BAR meine Lieblingslachsvariante. Geräucherter saftiger Lachs in Scheibenformat für herrliche Lachsschnittchen. Da ich zu den Verehrern von Lachsschnittchen, also dieser ganz speziellen Variante der Lachskonsistenz gehöre, ist es für mich äußerst wichtig diesen bei einem Brunch vorzufinden. In der EM-BAR war dies der Fall und er hat mir da besonders gut geschmeckt. Zudem wurde die leere Platte rasch wieder aufgefüllt. Das war mir und meinen Begleitern beim EUPHORIA nicht widerfahren. Dafür gab es dort eine reichhaltigere Auswahl an Meeresfrüchten. Ach ja, und ohne eine deftige Rühreiportion wäre die Definition von Brunch bzw. einem gutem Sonntagsfrühstück für mich nicht erfüllt. Beide Restaurants haben das Rührei doch ganz unterschiedlich, aber zugleich köstlich kreiert. Unabhängig von beiden selbst erwählten Lieblingsdelikatessen – Lachs & Rührei – fängt die Klaviatur der Geschmacksrichtungen und der vielfältigen Auswahl in beiden Restaurants erst an. Am besten überzeugt der Leser sich einmal selbst vor Ort. Ich jedenfalls „beim heiligen Schlaraffenland“ muss gestehen, dass ich es vorletzte Woche wieder mal übertrieben habe. Wie im Trickfilm mit dem Teufelchen, das alle 40 Pfannkuchen geklaut und auf einmal verdrückt hat, habe ich mich anschließend den Sonntagnachmittag gefühlt. Das hat man nun davon, wenn die Geschmacksnerven und die Augen größer als der Magen sind. Da wünscht man sich wie Alf drei Mägen zu besitzen. Ob kulinarisches Restaurant, hippe Bar oder urige Kneipe überall kann bachanalen Gelüsten, Hopfenbegierden, dem kleinen oder dem großen Hunger auf der Simon-Dach-Straße gefrönt werden. -The „Temple Bar“ of Börlin- hat neben ihrem nächtlichen Ruf „eine der coolsten Kneipenmeilen von Berlin zu sein“ auch noch zu anderen Stunden ein vielfältiges Ambiente der Unternehmung zu bieten und einen Ruf zu gewinnen: Nämlich zur Brunch-Time. Na dann, juten Hunger bei einem saftigen Lachsbrötchen.

(Kolumne „Ein Art ‚Temple Bar‘ von Berlin – Die Flaniermeile Simon-Dach-Straße in Berlin Friedrichshain lädt zum Brunch“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)



Hauptstadtstudiokolmune vom 1. Februar 2010: Dachlawinen und Currywurst Museum Berlin

Kolumne: Berliner Dachlawinen und das Deutsche Currywurst Museum in Berlin

Vorsicht Dachlawine! – Alles Gute kommt von oben …

Kolumne Hauptstadtstudio

© Hauptstadtstudio

… „Alles Gute kommt von oben“, sagt ein Sprichwort. Na! Wer es glaubt? Ich jedenfalls bin davon nicht mehr so ganz überzeugt. Aus Angst vor Dachlawinen bin ich in den letzten Tagen doch sehr vorsichtig an den Berliner Häuserfronten entlang marschiert. Soll heißen, dass ich mir öfter mal Gedanken zu herabstürzenden Schneemassen machte und zu gegebener Zeit neugierig nach oben lunchte. Nicht ohne Grund.

Denn mit einem Kollegen habe ich am Donnerstag letzte Woche in der Mittagspause auf der Zimmerstraße nahe Axel-Springer eine solche Dachlawine ganze fünf Stockwerke hinunterstürzen sehen. Von der anderen Seite und in sichere Entfernung blieb uns der Mund sichtlich offen stehen und erschrocken starrten wir uns anschließend an. Was wir miterlebten, war schon ein Szenario abstürzender Schneemassen der Extraklasse. Wie in einem schlechten Katastrophenfilm kam da richtig was runter, dicke Schneemassen in Verbund mit Eisschollen nahmen im Namen der Physik fahrt in die Tiefe unsere Gehwege auf. Die Vorstellung ein Mensch wäre gerade da entlang gelaufen, lies mir bei den momentanen Temperatur noch einen Zacken schärfer das Blut in den Adern gefrieren. So bin ich dann heute mit diesem Gedanken schielend an eben dieser Stelle schnurstracks vorbei marschiert mit dem Blick nach oben. Zurzeit kann der Berliner aber auch nur marschieren. Hundekälte, wahrlich. Wer das Blut nicht in Wallung bringt, droht auf der Stelle einzufrieren.  Der Spree dürfte das bald gelingen. Eine Menge Schollen sind auf ihr zu sehen, die sich möglicherweise bald vereinen oder zum Teil schon miteinander verschmolzen sind.

Das Deutsche Currywurst Museum in Berlin mit Currywurstzähler

Mit Temperaturen unter 15 Grad Minus ist die Gefahr von Schneelawinen zwar nicht so groß, passiert ja eher wenn es taut, aber der Gedanke lässt doch ein kleines Horrorszenario in Splatterformat zu. Angelangt auf der Schützenstraße 70, mein Blick ging wieder einmal von oben nach unten, blieb dieser gebannt auf einen höchst überraschenden Schriftzug stehen: Deutsches Currywurst Museum Berlin. Tatsächlich, es gibt in Berlin ein Museum für die Currywurst. Erstaunt habe ich mich von sämtlichen Dachlawinengehirngespinsten verabschiedet und nur noch Gedanken an die Berliner Currywurst. Mein Magen knurrte. „Ne, das gibt es doch nicht“, ging es mir durch den Kopf. Aber die Realität belehrte mich eines Besseren. Ich trat etwas näher heran und sah durch die Schaufenster des Museums. Zur rechten Seite, neben der automatischen Tür, stand ein Currywurst-Imbisswagen in den Ausstellungsräumen. Wahd für’n Ding – einfach eine Messe. Ein paar Schritte weiter hinein lunchte ich neugierig in die heiligen Hallen kulinarischen Wursterlebnisses. Mitten in der Schauhalle, nicht weit vom Eingang, hang ein Currywurstzähler; einmal für Berlin und einmal für ganz Deutschland. Letzterer bewegte sich in einem rasend schnellen Tempo. „Na wenn das man richtig ist“, fragte ich mich. Überlegte, ob es realistisch sei. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass dieser Zähler geschätzt ist. Außerdem, dass das Deutsche Currywurst Museum seit Mitte 2009 schon zu existiert. Was heißt hier „schon“? Es ist doch noch ziemlich jung an Monaten. Der Berliner Currywurstzähler war etwas langsamer unterwegs, aber ich konnte es am schnellen Wechsel dr Zahlen sehen, wie sehr die Berliner nach Currywurst gierten. Mein Magen begann noch lauter zu knurren.

„Currywurst mit oder ohne Darm?“ – Das ist hier die Frage.

Wie beim Pawlowschen Reflex lief mir das Wasser im Mund zusammen und es stieg sogleich der Wunsch nach eben dieser Wurst mit Brot oder Pommes und entsprechender Soße in mir auf. Dazu muss ich sagen, dass ich einer von denen bin, wenn es heißt: „Mit oder ohne Darm?“, der dann die leckere Würstchenvariante – ohne Darm – bevorzugt. Warum das so ist, weiß ich auch nicht, mag ich nur einfach lieber. Doch genau da scheiden sich schon mal die Currywurst-Geister. Wenn ich beispielsweise an so mancher Currywursttheke in Berlin stehe, nehme ich ganz nebenbei, während ich auf meine Bestellung warte, so einige interessante Currywurst-Diskurse wahr. Die Frage „Was nun besser schmeckt oder einfach cooler zu verzehren ist?“ steht dann nicht lange im Raum. Jeder gibt seinen Senf dazu, obwohl es ja eher Curryketschup ist, der über die Wurst gegossen wird. Selbst mit meinen Freunden, wenn uns der Hunger packt und es eben diese Fleischwurst mit jenem gelben Gewürzpulver in der Ketschupsoße sein soll, selbst mit ihnen bin ich noch nicht auf einen Vor- bzw. Nachteil der ein oder anderen Currywurstvariante gekommen. Für diese Erkenntnis sollte ich mich klugerweise einmal ins Currywurstmuseum begeben. Jedenfalls stand ich später wieder völlig überwältigt vor den Fenstern des Deutschen Currywurst Museums Berlin und versuchte mich loszueisen. Bei diesen Temperaturen ist dies wohl die richtige Formulierung. Mit einer Broschüre vom Museum in der Hand ging es weiter im Marschschritt zur U6 Stadtmitte, denn ich hatte noch einiges vor. Unter anderem so schnell wie möglich an eine Original Berliner Currywurst zu gelangen und dabei unterwegs gefährlichen Dachlawinen auszuweichen.

(Kolumne „Berliner Dachlawinen und das Deutsches Currywurstmuseum in Berlin“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)



Kolumne vom 18. Januar 2010 auf Hauptstadtstudio – „Sex an the City“ und die Photoautomaten in der Kastanienallee Prenzlauer Berg

Kolumne: “Sex and the City” und die Photoautomaten in der Kastanienallee Prenzlauer Berg

Ist Berlin wie New York? – Gibt es hier „Sex and the City“?

© Hauptstadtstudio

Was hat Berlin eigentlich mit „Sex and the City“ zu tun? Nichts. Wirklich nichts? – Es folgt eine kurze dramaturgische Pause einer kleinen Überlegung. – Falsch. Berlin hat so einiges mit „Sex and the City“ zu tun. Klar, die Serie spielt nicht in der Bundeshauptstadt, doch die Themen der vier Damen sind auch hier mitten in Europa, hier an der Spree topaktuell. Schuhe, Handtaschen, Hochzeit, Mr. und Ms. Right, das Universum rund um die Liebe mit all seinen Irrungen und Wirrungen, all das existiert auch hier unter dem Wappen des kuscheligen Bären.

Man muss nur die Augen aufmachen, die Ohren spitzen und auf seine eigenen Worte achten und schon wird MANN und FRAU fündig. Wie ich dabei auf „Sex and the City“ komme? Nun, am Wochenende kam ich endlich dazu mir den Film zur Serie anzuschauen. Bereitwillig habe ich mich auf die Couch begeben und bin mit Carrie Bradshaw und ihren Freundinnen ins Hochzeitsfieber und das immer wieder spannende Thema Liebe eingetaucht. Ja, auch wenn es sich komisch lesen lässt, als Mann kann ich durchaus diesem Film so einiges abgewinnen. Im Namen der “gesucht und gefunden Liebe” habe ich mit den Protagonistinnen gelitten und gelacht. Herzhaft gelacht, auch wenn ich so manchen szenischen Plot schon im Voraus irgendwie erahnen konnte.

“Love and the City” und die kultigen Berliner Photoautomaten

Im Film hat Sarah Jessica Parker alias Carrie Bradshaw endlich die Liebe gefunden und es ging grundsätzlich darum, wie man sie sich bewahrt; mit oder ohne Hochzeit, mit viel oder wenige „Sex in the City“. Ich möchte hier nicht den Film wiedergeben, denn auch dieser hat letztendlich kein Patentrezept zum Besten gegeben. Aber wenigstens darauf aufmerksam machen, dass es gewisse, ganz bestimmte große und kleine Momente sind, die DIE LIEBE erblühen lassen und – in großer Hoffnung für alle Liebenden – sie auch erhalten können. Symbolische dafür steht ein allbekanntes Optikinstrument, ein kultischer Reigen auf der Photoklaviatur historischer Kuschelkisten – der Photoautomat. Er trägt wesentlich zu dieser Momentaufnahme bei. Ich rede hier von den alten klassischen Photoautomaten, die hier in Berlin noch an bestimmten Ecken zu finden und durchaus sehr stark frequentiert sind. MANN und FRAU, FREUND und FREUNDIN oder gleich mehrere lustige sich mögende Grüppchen können in diesen kleinen Boxen der Momentaufnahme ihren gemeinsamen Augenblick für immer fest halten. Ein Moment der Liebe oder der Freundschaft ist es. Mit 2 Euro ist der Photoautomatenfan dieser kleinen nicht standardisierten Passbilder dabei und erhält nach ca. vier Minuten Wartezeit 4 Bilder.

2 Historische Photoautomaten in der Kastanienallee – 4 Bilder in schwarz-weiß

Schwarz-weiß Photos: Ich habe sie gesehen, die Pärchen, die Freunde, die Touristen und natürlich auch die Photos. Habe gesehen, wie sie zielstrebig den Photoautomat auf der Kastanienallee aufgesucht haben oder zufällig freudestrahlend diesen entdeckten. Da war er, der Moment der Liebe „… and the City“. Jener Moment im Blitzgewitter bei dem Freundschaften besiegelt oder Küsse ausgetauscht werden. Ein lebendiges Gefühl des Miteinanders und die Photografie als Zeitzeuge des Hier & Jetzt und für das, was kurz darauf kommen mag. … Sonntagabend, Prenzlauer Berg, Kastanienallee im Schnee. Zwei Photoautomaten stehen wie in die Jahre gekommene Zwillinge nebeneinander. Ihr Unterscheidungsmerkmal: Einmal Querformat bitte und einmal Hochformat. Dunkel ist es, die Winternacht hat Berlin schon längst in Besitz genommen. Aber im Inneren der beiden Photoautomaten ist es kuschelig warm und im Vierminutentakt äußerst lebhaft. Vier Mal blitzt es, dann tritt heraus, wer vorher alles hineingepasst hat. Die Neugier potenziert sich je näher der Zeitpunkt kommt an dem der Automat die vierer schwarz-weiß Photoreihe ausspuckt. Die Ungeduld erreicht ihren Höhepunkt auf das „Wie?“ und „Hat es wirklich geklappt?“ Jedem einzelnem Menschen ist es anzusehen. Plötzlich erscheint das erste sichtbare Stück Photopapier. Zitternd und gespannt greift eine Person in die Öffnung des historischen Photoautomaten. Plötzlich ist er da, der Moment von „Love in the City“ Berlin, der Emotionen in schwarz-weiß für alle Beteiligenten auf Papier festhält. Wenn Berlin auch nicht New York ist und Carrie Bradshaw die Häuserschluchten von Big Apple vorzieht, so ist auch hier „Sex and the City“ an der Spree nicht wegzudenken. Überall sind die Themen der vier Damen zu finden und sei es auch nur neben einem historischen Photoautomaten in der Kastanienallee. Willkommen zu: „Love and the City“.

(Kolumne „Sex and the City und die Photoautomaten in der Kastanienallee Prenzlauer Berg“ ehmals auf hauptstadtstudio.com)



Montagskolumne auf Hauptstadtstudio: The King of Rock’n Roll Elvis Presley und der Monk in mir

Schneeweißes Berlin – The King of Rock’n Roll Elvis Presley und der Monk in mir

Im Berliner Winter mit „Elvis The King Presley“ im Ohr

Am letzten Freitag wäre Elvis Presley The King of Rockn Roll 75 Jahre alt geworden. Es war wieder einmal die kleine Kofferheule von einem Radio in meinem Badezimmer und der Moderator, der mich auf diesen Fakt aufmerksam machte. Sogleich wurde von mir im MP3-Player eine Hitliste von Elvis reanimiert und das ganze Wochenende stand unter der Sonne des King. „Don’t be cruel …“ – gut so grausam möchte ich jetzt nicht sein und von Sonne mitten im Winter reden. Nicht, wenn ganz Berlin zugeschneit ist und von Sonne nur in den Herzen oder in den Gedanken gesprochen werden kann. Egal wo ich unterwegs war, ob in Kaulsdorf Nord, am Alex oder aber im Prenzlauer Berg, überall gab es Schneemassen. Irgendwie schien es als habe dadurch die Berliner Welt ein paar Takte der Schnelligkeit verloren. Die Berliner, sonst sehr rasant und immer auf Überholspur, ständig in Bewegung und in Eile, von einem Ort zum anderen, hatten sichtlich einen Gang zurück geschalten. Auch auf den Straßen, die zum Teil wie leer gefegt erschienen, fuhren die meisten PKW’s nahezu im Schritttempo. Oder zu mindest so schnell, dass man einen Aufprall möglicherweise überlebt hätte. Dafür aber sind die S-Bahnen voll und so mancher könnte sich nachhaltig seiner Klaustrophobie bewusst werden. Monk lässt grüßen. Manchmal erscheint es dem Fahrgast wie in einem Viehtransporter. Stationsabhängige Zustände, die an lustige Youtube-Videos der U-Bahn in Japan oder anderen Staaten mit starkem Pendleraufkommen in den Öffis zur Hauptverkehrszeit erinnern. Lustig ist das aber für viele nicht!

Kaulsdorf Nord und im Ohr Elvis – „Love Me Tender“

In Kaulsdorf Nord, da wo der Kienberg zu finden ist und sich die Wuhle hindurch schlängelt, sah ich oft kleine unberührte Schneeareale. Es kribbelte mir in den Fingern diese durch meine Fußstapfen zu markieren. Aber in alter Monkmanier, die Ordnung und die Reinheit liebend, alles im Urzustand belassen zu wollen, tat ich es nicht. Bei einer Diskussion zu Hause in der warmen Küche über Adrian Monk wurde ich überraschenderweise als „Ein kleiner ‚Monk’ bist du aber schon.“ von meiner Gesprächspartnerin eingestuft. Kurze Überlegung. Ein Nicken folgte und in der Reflexion einiger Eigenarten sah ich bildlich vor mir, wie ich stets auf meinem Schreibtisch oder auch am Arbeitsplatz alle Stifte gerade rücke. Auch Bücher und andere Utensilien im Haushalt werden oft in Reih und Glied gelegt. Eben so, dass es optisch gut aussieht. Da wir gerade in der Küche standen und ich am Abwasch und aufräumen war, bemerkte ich es mal wieder leibhaftig, wie akribisch ich durchaus das Schlachtfeld kulinarischer Ergüsse beseitigte. Bei Zeitmangel werden die Dinge zu mindest optisch einwandfrei positioniert. Da war er, der „Monk“ in mir. Tja, da wurde ich förmlich mit der Nase in diesen Zustand der Ordnungsliebe eingetaucht. Im kalten Berliner Schnee wäre dies sicherlich nicht so prickelnd gewesen. Wahrscheinlich hätte ich dann eine zusätzliche Phobie wie Privatdetektiv Adrian Monk entwickelt – eine Scheephobie. Egal, der King war bei mir und untermalte mir melodisch-zuckersüß das vor mir liegende „Weiße Berlin“. Übrigens gibt es einen Künstler in Berlin, Nicolas Young, den der Berliner Kurier als „King von Berlin“ betitelte; Nicolas Young. Ich habe ihn schon oft selbst live erleben können und hoffe nur, dass er auch im Jahr 2010 mit “The Soul of Elvis” in einschlägigen Berliner Lokalitäten den King of Rock’Roll auferstehen lässt. Eine emotionale Show für die Augen und die Ohren. Elvis lebt!

Die Phobien des Adrian Monk und “Devil in Disguise”

Elvis Presley und Adrian Monk sind nun doch zwei verschiedene Persönlichkeiten. Beide aber waren für mich gedanklich bezeichnend für dieses schneeweiße Wochenende in Berlin und wer hätte das Gedacht: Monk hat neben Akrophobie (Höhenangst), Klaustrophobie (Angst vor Enge), Achluophobie (Angst vor Dunkelheit), Aphephosmophobie (Berührungen) und Bacteriophobie (Bakterien) auch eine mir bis dahin unbekannte Phobie, die Gymnophobie. Bis zu dieser Kolumne kannte ich nicht einmal die Bedeutung des Wortes Gymnophobie, nämlich die Angst vor nackten Menschen. Was es nicht alles gibt? Davon spreche ich mich, wie auch von den anderen frei. Schließlich bin ich ja auch kein berühmter Serienheld mit Superspürnase für’s Detail; auch wenn ich gern akribisch aufräume und akkurat Dinge anordne. Mit den Elvis Songs „Suspicious Minds“, „Can’t Help Falling in Love“, „Devil in Disguise“, übrigens meine Lieblingslieder, ging es dann am Sonntag mit dem Gedanken an Herrn Monk zurück zum Berliner Hauptbahnhof. Das Wochenende lag in den letzten Atemzügen und „Leise rieselt der Schnee“ stand ich am Ausgang Europaplatz. Just in diesem Moment kam mir die Übersetzung von „Devil in Disguise“ in Erinnerung: Der Wolf im Scharfspelz. Grinsend formierte sich zusätzlich in mir, beim Anblick der Schneemassen, der Spruch “Wenn der Schnee schmilzt, sieht man erst wo die Sch… liegt.” … Na dann, mein liebes Berlin, schauen wir mal was sich nach dem Tauwetter alles so darunter verbirgt. Siehe da, hier wären wir schon wieder assoziativ annähernd bei Adrian Monks Bacteriophobie und indirekt bei meinem Monksinn für Ordnung. Doch bei aller Ordnungsliebe manchmal sollte man einfach mal alle Fünfe grade sein lassen oder die Dinge eben mal schräg liegen lassen.

(Kolumne „Schneeweißes Berlin – The King of Rock’n Roll Elvis Presley und der Monk in mir“ ehemals auf hautpstadtstudio.com)