Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman


Ist dies der Anfang eines Kriminalromans?
25. Januar 2017, 19:44
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Wie fange ich an einen Roman zu schreiben?

Aller Anfang ist schwer, sagt man … oder auch leicht – je nachdem. Die Frage „Wie fange ich einen Krimi an zu schreiben?“ beantwortete sich bei mir mit: einfach mal drauf los spinnen, denn ich habe da was im Kopf. Es war letzten Sommer und ich war gerade in Berlin unterwegs. Saß im Park am Nordbahnhof und sinnierte so vor mich hin. Plötzlich spann ich mir einen Anfang für einen Kriminalroman zusammen und auch schon einige Protagonisten kamen auf die geistige Bühne. „Mensch, das musst du aufschreiben!“, habe ich mir gedacht und manchmal hat man eben nur die Rückseite einer Webebroschüre von MARC O Polo für die Niederschrift. Ich kritzelte alsbald mit einem Kuli drauf los.

Ich muss gestehen, dass schon einige Ideen für neue Geschichten in der Schublade ruhen und einem einfach die Zeit fehlt, diese weiter zu verfolgen. Aber diesen Anfang, die Idee oder auch nur die Szene nicht aufzuschreiben und die Gunst der Stunde im kreativen Wahn zu nutzen, wäre äußerst schade. Oft passiert es, dass die Ideen die sich so schon formieren, aufblasen, dann nur noch rudimentär – in einem Satz oder einem Wort – vorhanden sind und das Beste an der Idee verschwunden ist.

Ob ich den nachfolgenden Text weiter verfolge, weiß ich nicht, aber ich könnte mir durchaus vorstellen hier einen kleinen Roman von 100 – 200 Seiten mit einem Detektiven oder einem Detektiv-Team zu kreieren. Noch ist nicht aller Tage Abend und die Idee wie es weiter geht, ist auch schon da. Die grundsätzliche Frage ist, habe ich Zeit dafür und könnte die Story jemanden interessieren? Nun denn …

 

1. Seite handschriftlichen Krimi-Manuskript auf Rückseite einer Werbebroschüre

Anfang eines Kriminalromans

Das könnte der Anfang eines Kriminalromans sein:

Egon Marius Krämer hat nur ein Buch in seinem Leben geschrieben, dafür hat er aber den Literaturnobelpreis erhalten. Die Auflage seines ‚Buches und die nachfolgenden Auflagen konnten sich sehen lassen; auch die vielen Übersetzungen.
Es heißt, er habe nur 11 seiner Bücher signiert. Eines davon befindet sich im Museum für Literaturgeschichte in Berlin und ein anderes in seinem Safe zu Hause.
Vier weitere der signierten Bücher gelten als verschollen oder zumindest: Unbekannt verblieben.
Zweit weitere Exemplare befinden sich bei Niklas Woodheimer, einem Internet Millionär, der eines der beiden Bücher für eine horrende Summe bei einer Ebay-Auktion im Internet ersteigert hatte, nach dem sich der Neffe von Krämer aus finanzieller Not ’notgedrungen‘ von seinem seltenen Exemplar trennen musste.
2,4 Millionen Euro erhielt er dafür von Woodheimer. Die Hälfte des Betrages, so wurde gemunkelt, hat er bereits wieder verspekuliert, da er als Spieler auf hohem Niveau nur die Börse als wahren Spielplatz mit Gewinnaussichten, quasi als Königsdisziplin, für echte Zocker hält. Das man da auch verlieren kann, scheint ihm nicht der Rede wert zu sein und gehört zum Spiel eben dazu.
Mandy Münch aus Meißen, der Stadt des Porzellans, besitzt ebenfalls ein Exemplar.
Das Spiel um sein Leben, scheint der Nobelpreisträger für Literatur Egon Marius Krämer jedenfalls verloren zu haben. Denn er liegt nun Tod auf dem Fußboden seiner Wohnung, exakt zwischen zwei symmetrisch aufgestapelten Türmen von Büchern. Es sind Exemplare seines eigenen Werkes.



Erwin Strittmatters Tinko-Eiche
Ortseingangsschild Groß Plasten nahe der Tinko-Eiche

Ortseingangsschild Groß Plasten nahe der Tinko-Eiche

Erwin Strittmatter, vielen vor allem bekannt durch seine Werke Ole Bienkopp und die berühmte autobiografische Trilogie Der Laden, hat auch in dem kleinen Örtchen Groß Plasten (nahe Waren an der Müritz) seine Spuren hinterlassen. Der sorbisch-deutsche Autor, der am 14. August 1912 in Spremberg geboren wurde (gestorben am 31. Januar 1994 in Schulzenhof), schrieb 1954 das Jugendbuch Tinko. Das Buch wurde in der DDR schnell populär und Strittmatter erhielt für den Roman den Nationalpreis der Deutschen Demokratischen Republik. Im darauffolgenden Jahr kam es dann sogar zur Verfilmung des Buches.

Durch diese Filmarbeiten erhielt der früher im Volksmund genannten Krähenberg mit der Eiche seine besondere Bedeutung. Näheres erklärt die Tafel zur Geschichte am Ortsrand:

Infotafel Tinko-Eiche Groß Plasten Müritz

Infotafel Tinko-Eiche Groß Plasten Müritz

Geschichte
„Der Tinkoberg (früher im Volksmund ‚Krähenberg‘) bekam seinen Namen mit der Uraufführung des Filmes ‚Tinko‘ am 29.03.1957 (siehe ‚Das große Buch der DDR‘ vom Eulenspiegel Verlag). Die auf dem Berg stehende Eiche ist die Tinko-Eiche. Hier liefen 1956 die Dreharbeiten für die Romanverfilmung von Erwin Strittmatters Heimkehrer-Roman ‚Tinko‘, u. a. mit Günter Simon in der Hauptrolle.  Hügel und Baum erinnern an den Roman und die Verfilmung. Einer 1979 veröffentlichten Inventur zur Folge, wuchsen im damaligen Altkreis Waren 79 Einzeleichen mit Naturdenkmal-Status. Doch nicht alle ragten soweit ins Land, wie diese trutzige Eiche zwischen Groß Plasten und Kraase. Statisten, Zugtiere und Geräte für den Film kamen von der einheimischen Bevölkerung.“

Die Tinko-Eiche bei Groß Plasten

Der Inhalt des Romans thematisiert die Nachkriegszeit im ländlichen Brandenburg. Am Beispiel des Jungen Tinko schildert die Geschichte die Ereignisse um die Rückkehr eines „Heimkehrers“ und die gesellschaftlichen Konflikte bei der Kollektivierung der Landwirtschaft im Osten Deutschlands. Die Familie selbst mit ihren drei Generationen dient Strittmatter als Analogie für die Perioden der Deutschen Geschichte. (Quelle: wikipedia.de)

„Mit tiefem Mißtrauen beobachtet Tinko den fremden Mann, der eines Tages im Dorf auftaucht. Er ist ein ‚Heimkehrer‘, einer, der gerade aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde. Tinko soll ‚Vater‘ zu ihm sagen, aber für ihn bleibt er der ‚Heimkehrer‘. Und Tinkos böse Ahnungen bestätigen sich: Mit dem Heimkehrer kommt Unfriede und Streit. Er nennt Großvaters 50-Morgen-Hof eine Knochenmühle und will, daß Tinko in die Schule geht statt aufs Feld.“ (Quelle: aufbau-verlag.de)

Die Tinko-Eiche nicht weit entfernt vom Schlosshotel Groß Plasten

Schlosshotel Groß Plasten Vorderansicht

Schlosshotel Groß Plasten Vorderansicht

Wie schon im Bookcrossing-Artikel über das Freilassen des Macchavelli-Krimis im Schlosshotel Groß Plasten spielt der Besuch des Hotels wieder eine zentrale Rolle. Denn von da aus, nach einem kleinen Spaziergang rund um das Gelände, gelangt der Spaziergänger, wenn er vom Eingang des Hotels aus startet und die Straße geradeaus bis zum Ende des Ortes folgt (nur noch links abbiegen bis zum Feld) zum Aussichtspunkt mit der „Infotafel Tinko-Eiche“. Vom Rande des Feldes kann der Betrachter der Landschaft Eiche am Horizont erblicken. Die Entfernung und der Weg entlang der Straße „Zum Seeberg“ beträgt laut Google Maps ca. 800 Meter (10 min).

Google Wegbeschreibung zur Infotafel Tinko-Eiche Groß Plasten

Wegbeschreibung zur „Infotafel Tinko-Eiche“ in Groß Plasten (Quelle: Google Maps)

Es folgen Bilder rund um das Hotel bis zum Ziel Tinko-Eiche:

Schlosshotel Groß Plasten Seitenansicht mit Kräutergarten

Schlosshotel Groß Plasten Seitenansicht mit Kräutergarten

Schlosshotel Groß Plasten Seitenansicht mit Terrasse

Schlosshotel Groß Plasten Seitenansicht mit Terrasse

Schlosshotel Groß Plasten Blick auf den Kleinplaster See

Schlosshotel Groß Plasten Blick auf den Kleinplaster See

Schlosshotel Groß Plasten Einfahrt

Schlosshotel Groß Plasten Einfahrt

Tinko-Eiche bei Groß Plasten

Tinko-Eiche bei Groß Plasten

Typ: Naturdenkmal

Baumart: Stiel-Eiche (Quercus robur), auch Sommer-Eiche genannt

Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern

Kreis: Mecklenburgische Seenplatte

Ort: Groß Plasten

Geo-Koordinaten: E12°53.0374′ / N53°33.0544′

Einzelbaum oder Gruppe: Einzelbaum

Zustand: vital

(Quelle: baumkunde.de)

Infotafel zur Tinko-Eiche im Hintergrund

Infotafel zur Tinko-Eiche im Hintergrund

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Germany 2064 – Martin Walker auf der Shortlist zum Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2015

Mit „Germany 2064 – Ein Zukunftsthriller“ in der Übersetzung von Michael Windgassen ist erstmals ein Roman für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2015 nominiert.

Der Bestsellerautor Martin Walker, bekannt durch die Bruno-Krimi-Reihe, die im wunderschönen Périgord in Frankreich spielt, ist nunmehr für die Shortlist zum Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2015 mit aufgestellt. Im Rahmen seiner Lesung zum neuen Bruno-Roman „Provokateure“ stellte Martin Walker in der Thalia Buchhandlung Berlin/Hallen Am Borsigturm am 5. Oktober auch seinen neuen Zukunftsthriller „Germany 2064“ vor. Walker war sichtlich erfreut und stolz darauf auf der Shortlist zu stehen. Es sei eine Ehre für ihn und er betonte das Außergewöhnliche an der Nominierung: Zum ersten Mal ist ein Roman mit von der Partie!

Bestsellerautor Martin Walker mit Germany 2064 / Deutschland 2064

Wer Martin Walker kennt, weiß, dass er Historiker, politischer Journalist und Schriftsteller in einer Person ist. Als Historiker schmückt er fabelhaft-interessant die Bruno-Romane mit historischen Fakten und der Leser lernt sehr viel über die geschichtliche Vergangenheit in Frankreich sowie die Welt in Frankreich selbst kennen. Bei seinen Büchern kann davon ausgegangen werden, dass er hier im Vorfeld fundiert recherchiert hat und dem Leser bei jeder Geschichte auch immer Wissenswertes mit auf dem Weg gibt. In der Geschichte selbst sind diese Nuancen keineswegs langatmig oder gar langweilig!

Durch seine Beteiligung an der Initiative „Deutschland 2064 – die Welt unserer Kinder“ (ein Projekt mit der Deutschen Regierung zu Fragen der Infrastruktur, Bildung und Investitionen in 50 bis 60 Jahren) ist Martin Walker auf die Idee gekommen einen Roman über diese Zeit zu schreiben. Inspiriert wurde er durch die vielen Seminare zu Themen wie Demografie und Arbeit in der Zukunft. „Ich wollte dann gern einen Roman dazu schreiben“, erklärte Martin Walker auf der Lesung in Berlin.

 

Martin Walker Germany 2064 - Ein Zukunftsthriller

Germany 2064 – Ein Zukunftsthriller von Martin Walker

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis

Zum 9. Mal wird vom „Handelsblatt“ gemeinsam mit der Investmentbank Goldman Sachs auf der Frankfurter Buchmesse der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis auslobt. Eine Ehrung erfährt derjenige AutorIN, der das Thema Wirtschaft in beispielhafter Weise vermitteln kann. Dabei wird auf die verständliche Sprache geachtet und das ökonomische Zusammenhänge für ein breites Publikum nahe gebracht wird. Dotiert ist die Auszeichnung mit einem Betrag von 10.000 Euro. Das diesjährige Motto lautet: „Wirtschaft verstehen“. Der Sieger wird am 15. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse gekürt.

Es bleibt spannend! Wir werden sehen, ob Martin Walkers Roman „Germany 2064“ schon in Deutschland 2015 den Preis erhält. Es wäre eine Sensation, die dem Autor zu gönnen ist.

Roman Germany 2064 von Martin Walker

Germany 2064 – Signatur Martin Walker

Weitere Artikel über Martin Walker:



BLIND DATE mit einem Buch – Thaila Buchhandlung verführt Leser mit unbekannten Texten

„Riskieren Sie unsere Empfehlung“ – Buchhandlung Thalia im Alexa Berlin mit super Marketing-Idee

Einfach mal wieder durch Buchreihen wandeln und sich durch die Cover inspirieren lassen. Hier und da ein Buch aufnehmen und mal im Klappentext lesen oder in den Seiten Blättern und Textgröße bzw. Aufmachung begutachten. Das ist eine Variante zu neuem Lesestoff zu gelangen. Eine ganz andere und äußerst witzige Möglichkeit ein Buch zu erwerben, ist das BLIND DATE mit einem Buch oder auch mehreren. Alles kann, nichts muss! Völlig überrascht und erstaunt, stand ich plötzlich in der Thalia-Buchhandlung im Alexa und sah diesen phänomenalen Marketing-Gang und diese Bücherwand:

Blind Date Thalia Buchhandlung Jens Böhme

BLIND DATE bei der Thalia Buchhandlung im Alexa

Blind Date mit unbekannten Texten – Thalia Buchhandlung im Alexa mit interessanter Verkaufsidee

Interessant sind vor allem die kurzen Teaser auf den eingepackten Büchern. Sie sollen auf das Buch neugierig machen und zum Zugreifen bewegen. Als ich meine 2-3 Fotos knipste, beobachtete ich danach sogar ein junges Pärchen, welches kurz miteinander diskutierte und überlegte, ob sie es wagen sollten oder nicht. Letztlich siegte bei der jungen Dame die Neugier. Mit einem schelmischen Grinsen griff sie zu. Er zog die Stirn skeptisch in Falten, nach dem Motto: „Wenn du meinst? Bin auch gespannt …“

Verkupplungs-Idee – Sprüche, die die Neugier wecken

Riskieren Sie eine Empfehlung in der Thalia Buchhandlung Alexa

Riskieren Sie eine Empfehlung!

Einige BLIND DATE-SPRÜCHE vom letzten Besuch bei Thalia:

  • „für den anspruchsvollen ‚Bücherwurm’“
  • „Ein Muss für alle, die an die Macht von Bücher glauben“
  • „… ein klassischer ‚Horrorschinken’“
  • „Sie mögen keine Erzählungen? – das ist jetzt vorbei!“
  • Das hier – darf in keinem gutsortierten Bücherregal fehlen!“
  • „Sie vermissen Stieg Larsson? – dann lesen Sie dieses Buch!“
  • „Atemlos Unterhaltung: Spionageroman – Liebesgeschichte – Mutter-Tochter-Geschichte“
  • „nur was für ‚harte Thrillerfans‘!“
  • „zeitlos schön …“
  • „Er verkauft seine Seele, um seine Schönheit zu retten!“
  • „Das hier – macht süchtig!“

Etwas ältere Blind Dates-Sprüche vom Juni …

  • „provokant – intelligent – hochaktuell“
  • „GEHEIM-TIPP für Männer
  • „Ich habe gerade einen Preis bekommen“
  • „Der Beginn einer magischen Geschichte“
  • „Cool – mit Tiefgang – eine junge Stimme aus Berlin!“
  • „neue Krimi-Frauenpower einer gestandenen Autorin!“
  • „altbewährtes Lesefutter – geht immer-„
  • „märchenhaft romantisch“
  • „Geheimtipp für Frauen
  • „Die große Liebe des Malers …“

Mich würde ehrlich gesagt schon interessieren, welcher „Schmöker“ sich in diesem oder jenem verpackten Buch versteckt. Bei einigen kann der Buchfreund es sogar fast erahnen, um welches Buch es sich handelt. Beim Spruch „Ich habe gerade einen Preis bekommen“ fragt man sich doch glatt: Wer hat noch mal im Juni oder davor einen Buch-Preis erhalten bzw. welcher der vielen Preise wurde in letzter Zeit vergeben und um welchen Autor könnte es sich handeln? So lässt auch der Spruch „Ein Muss für alle, die an die Macht von Bücher glauben“ die Vermutung nahe legen, das es sich hier um DIE SEITEN DER WELT von Kai Meyer handelt. Ob dies letztlich stimmt, dass der Autor Kai Meyer dahinter steckt, von dessen phantastischen Roman (um die Macht der Bücher) es nunmehr schon das zweite Buch gibt, werden wir letztlich erst nach dem BLIND DATE erfahren.

Also dann: Auf ein BLIND DATE mit einem Buch!



Palindrome – Faszinierende Wortspielerei in der deutschen Sprache

Was ist ein Palindrom?

„Hast Du schon gewusst, dass man Lagerregal von hinten wie vorn als Lagerregal lesen kann?“

l-a-g-e-r-e-g-a-l

Genauso verhält es sich mit dem Wort Rentner. RentneR – RentneR. Was für ein Spaß! Solche Wörter nennt man Palindrome vom griechischen in der Bedeutung „rückwärts laufend“. Sie können quasi von beiden Seiten gelesen werden und ergeben exakt dieselbe Zeichenkette.

Unterschied zwischen Palindrom & Ambigramm

Buchseite mit Ambigramm Illuminati

Ambigramm Illuminati

Vor dem Begriff Palindrom kannte ich zuerst den Begriff Ambigramm und das auch nur, weil ich 2003 den Roman von Dan Browns „Illuminati“ gelesen habe, wo im Buch geheimnisvolle Ambigramme dargestellt worden. Natürlich wusste ich schon vorher, dass es Buchstaben und Bilder gibt, die einen spiegelhaften, wenn nicht gar einen universellen Anspruch in Form eines Zeichens bzw. einer Buchstabenzeichenkette haben; ähnlich dem Unendlichkeitssymbol des berühmten Möbiusbandes, aber erst da lernte ich die Unterschiede und Besonderheiten der Begriffe kennen.

Möbiusband Möbiusschleife

Das Möbiusband

Das Möbiusband beispielsweise, welches nur eine Kante bzw. eine Fläche hat (es kann nicht zwischen unten und oben oder zwischen innen und außen unterschieden werden), ist für mich ebenso ein typisches Symbol für die Unendlichkeit wie es eben Ambigramme oder Palindrome sind. So kann ich bei einem Palindrom ewig von einer Seite zur anderen switchen und doch bleibt alles gleich – oder unendlich gleich.

Ein einfaches Palindrom

Ein einfaches Palindrom ist zum Beispiel das Wort EHE oder EBBE. Aber auch der Frauenname ANNA, wie die Band Freundeskreis schon richtig in ihrem Song A-N-N-A feststellte „… Du bist hinten wie vorne A-N-N-A …„. Und ein Beispiel für Männernamen-Palindrom wäre hier OTTO. Dagegen längere Wörter zu wissen und diese mal ganz so nebenbei zur Kenntnis zu bringen, kann schon eine coole Nummer sein. Überraschend und äußerst knifflig werden neben Ein-Wort-Palindromen gibt es hier die Satzpalindrome. Hier ist es schon etwas schwieriger welche zu entdecken, die zudem auch noch einen Sinn ergeben.

Beispiele für ein Satz-Palindrom sind:

  • Die Liebe ist Sieger; stets rege ist sie bei Leid.
  • Eine güldne, gute Tugend: Lüge nie!
  • Erika feuert nur untreue Fakire.
  • Ein Esel lese nie.
  • Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie.
  • O Genie, der Herr ehre Dein Ego!
  • Trug Tim eine so helle Hose nie mit Gurt?

Gut über Sinn und Unsinn aufgeführter Satz-Palindrome kann man sich hier streiten. Der Interpretation sei hier freien Lauf gelassen. Aber überraschend ist es schon!
Hier ist ein Satzpalindrom, welches mir besonders gefällt:

  • Vitaler Nebel mit Sinn ist im Leben relativ!

Ein Satz-Palindrom, welches ich recht lustig finde:

  • Pils mit Bier treibt im Slip.

Längstes Palindrom, das ich finden konnte:

  • Geist ziert Leben, Mut hegt Siege, Beileid trägt belegbare Reue, Neid dient nie, nun eint Neid die Neuerer, abgelebt gärt die Liebe, Geist geht, umnebelt reizt Sieg.

Für Neugierige, die noch mehr Palindrome entdecken wollen, gibt es hier die Liste deutscher Palindrome:

Liste deutscher Palindrome (Quelle: Wikipedia)

Weitere interessante Artikel auf diesem Blog:

Was ist Scrapbooking? – Technik und Anwendung bei Scrapbooks

Superdeutsch – Eintrittskarte und Photo-Ticket des Empire State Buildings in New York

Das Rätsel der Sphinx – Es geht um Füße

Hier kann der Roman „Der Tausendfüßler“ bestellt werden!



Theaterstück „Oscar und Felix“ am Kurfürstendamm – Wilsberg lässt grüßen

Das seltsame Paar im 21. Jahrhundert“ heißt es auf der Seite vom Theater am Kurfürstendamm zum Bühnenstück. Und es stimmt!

Oscar und Felix sind zwei Männer, sie sind Freunde und nunmehr … nunmehr ohne Frauen. Geschieden, verlassen, verstoßen und eben … allein. Na nicht ganz allein, das gibt es noch die Männerrunde, ein Pokerspielenden Freundeskreis voller illustrer Gestalten unterschiedlicher Männernatur. Und so kommt es, dass der eine, der verlassen wurde zum bereits Verlassenen zieht und aus Freunden eben ein „seltsames Paar“ wird. So muss sich letztendlich auch die Pokerrunde einigen Veränderungen unterziehen.

Oscar und Felix Banner Theater am Kurfürstendamm

Oscar und Felix Banner Theater am Kurfürstendamm

Gleich zwei bekannte Schauspieler aus Wilsberg – Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Zwei Fliegen mit einer Klappe, dass ist hier die Filmklappe in Form des Theatervorhangs, der hier bei der aus der Komödie von Neil Simon (Deutsch von Michael Walter) aufgeht. Als Fan der ZDF-Krimi-Reihe Wilsberg, letzte Folge lieft erst kürzlich am letzten Wochenende und 4. Advent mit dem Titel „90 – 60 – 90“, wollte ich Leonard Lansink unbedingt einmal live sehen.

Lansink spielt in diesem Stück den Oscar. Dieser lebt allein, ist notorisch Pleite (irgendwoher kennen wir das doch schon) und hat sich schon an das Singleleben – an sein Singleleben – nach seiner Trennung mehr oder weniger gewöhnt. Das nun beim Theaterstück „Oscar und Felix“ auch noch Manni („Manfred Reinhold Ferdinand“ die Filmfigur aus den ersten Wilsberg-Filmen) mitspielt, macht die Sache komplett. Heinrich Schafmeister übernahm den schauspielerischen Part von Felix. Und der ist nun wiederum gerade neu im Kampf mit sich selbst, der Liebe und der Umstände um das Verstehen, das er nun allein und verlassen ist. Hinzu kommt der charakterliche Gegensatz: Oscar – chaotischer Sportreporter und nunmehr langjähriger Junggeselle vs. überkorrekter Felix und bisher langjähriger Ehemann.

Hier treffen sich zwei Wilsberg-Ikonen auf der Bühne

Oscar und Felix Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister Plakat im Schaufenster Theater am Kurfürstendamm

Oscar und Felix Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister Plakat im Schaufenster Theater am Kurfürstendamm

Lansink und Schafmeister schaffen es zusammen mit ihren Kollegen auf den Brettern der Bühne ein unterhaltsames Theater zu fabrizieren, bei dem der Zuschauer wissen möchte, wo das Ganze am Ende hinführt. Von der Männerrunde lernt man, dass es Männern eben überhaupt nicht so leicht fällt, damit umzugehen, wenn einer der Freunde von der Liebe verlassen wird. Aber der Zuschauer lernt auch wie man im Takt die Pokerkarten schlägt und den anderen erfolgreich in die Karten schaut. Der Auftritt der Damen in Gestalt von zwei heißblütigen Spanierinnen bringt dann noch zusätzlichen Schwung in die Pärchenkiste von Mann und Mann, Mann und Frau, Frau und Frau und überhaupt … ins alltägliche Leben.

Oscar und Felix Theater am Kurfürstendamm Flyer

Oscar und Felix FLYER

Das Theaterstück „Oscar und Felix“

Wer das „seltsame Paar“ und Freunde-Duo „Oscar und Felix“ noch am Ku’damm live sehen möchte, sollte sich sputen. Die Vorstellungen laufen noch bis Ende Dezember im Theater am Kurfürstendamm. Als Wilsberg-Fan lohnt es sich doppelt!

(Oscar und Felix – „Unter der Regie von Katja Wolff stehen Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, Dietmar Pröll, Marcus Born, Joachim Kwasny, Mirjam Radovic und Amor Schumacher auf der Bühne. Für das Bühnenbild ist Jan Freese verantwortlich, für die Kostüme Heike Seidler.“)



Das Lessinghaus in Berlin – Zu Besuch im Berliner Nikolaiviertel

Gotthold Ephraim Lessing in Berlin

Der Dichter Gotthold Ephraim Lessing (22. Januar 1729 in Kamenz, Markgraftum Oberlausitz; † 15. Februar 1781 in Braunschweig) ist einer der bedeutendsten Dichter und Dramatiker der deutschen Aufklärung. Den meisten sicherlich bekannt aus dem Schulunterricht durch das Drama „Nathan der Weise“ und der darin vorkommenden Ringparabel.

Nach einem Besuch der Nikolaifestspiele entstanden folgende Bilder vom Lessinghaus in Berlin, einem rekonstruierten Bürgerhaus und einer der Sehenswürdigkeiten im Berliner Nikolaiviertel:

Lessings Haus in Berlin Nikolaiviertel Minna von Barnhelm

Erläuterungstafel zu Lessing an einem Haus im Berliner Nikolaiviertel

Tafelinschrift: Hier stand das Haus in dem LESSING 1765 MINNA von BARNHELM beendete – Die Stadt Berlin 1913

Nikolaiviertel Berlin Seitenansicht vom Lessinghaus

Seitenansicht des Lessinghauses im Berliner Nikolaiviertel

Vor dem Lessinghaus im Nikolaiviertel. Das Viertel befindet sich im mittelalterlichen Stadtkern Berlins. Der deutsche Dichter Lessing wohnte hier von 1752 bis 1775.

Frontansicht - Lessinghaus in Berlin Nikolaiviertel

Lessings Haus in Berlin – Frontansicht

Weitere der wohl bekanntesten Werke Lessings neben dem Lustspiel „Minna von Barnhelm“ sind zum Beispiel Nathan der Weise und Emilia Galotti.

Weitere Besuche von Literaturhäusern und Wohnhäusern bekannter Autoren in diesem Blog: